Was macht eigentlich eine Gleichstellungsbeauftragte?

Beim Frauenfrühstück: - Ilinda Bendler (links) unterhielt sich mit den Teilnehmerinnen an den Tischen. (Foto: Renate Tiffe)

Ilinda Bendler hat zum Frauenfrühstück eingeladen

GROSSBURGWEDEL (ti) Es ist schon fast vier Jahre her, seit unter der Leitung von Regina Gresbrand das erste Frauenfrühstück in der Seniorenbegegnungsstätte in Großburgwedel stattfand.
Seitdem hat sich viel verändert. Die Initiatorin hat ihre Schwerpunkte anderweitig gesetzt. Zwei Gleichstellungsbeauftragte kamen und gingen. Das Frauenfrühstück scheint jedoch zu einer festen Größe geworden zu sein. Ilinda Bendler, seit dem 1. Oktober im Amt, konnte sich bei ihrer ersten Einladung sozusagen über ein volles Haus freuen.
Eine kurze Vorstellung der neuen Amtsträgerin musste genügen. An den großen Tischen sorgte ein Kennenlernspiel für einen ersten Austausch unter Teilnehmerinnen. Dort, wo frau sich schon öfter beim Frühstücken getroffen hatte, konnte sich eine gewisse Vertrautheit breitmachen. Viele bekannte Gesichter waren zu sehen, alteingesessene Burgwedelerinnen und Frauen jedweder Herkunft, die schon lange hier wohnen, wie auch Migrantinnen, die bei den morgentlichen Treffen zum ersten Mal aus ihren eigenen Kreisen herausgekommen waren.
Ihr habe das Frauenfrühstück sehr viel gebracht, erzählte Süreya Esen, Mutter von drei Kindern. Sie wohnte schon länger in Burgwedel, habe aber erst durch die Anregungen und Gespräche in der Gemeinschaft den Mut gefasst, sich auch außer Haus zu betätigen.
Zur Zeit setzt sie sich für Schwimmkurse für Frauen ein. Sie hat aber durchaus im Blick, sich auf Dauer auch politisch zu engagieren, „damit etwas von dem, was ich will, umgesetzt werden kann“. Spontan tauschte sie am Tisch mit FDP-Ratsfrau Verena Itzel-Kiezmann Adresse und Telefon-Nummer aus.
Ilinda Bendler wechselte unterdessen von Tisch zu Tisch, um persönlich mit den Frauen zu reden. „Was macht eigentlich eine Gleichstellungsbeauftragte“ wurde sie unverblümt gefragt und stockte zuerst etwas mit der Antwort – wegen der Vielfalt der Aufgaben.
Ständig gefordert sei sie in der Verwaltung, sagte sie, und sie sei Ansprechpartnerin wenn Menschen in Not seien, Frauen u n d Männer, denn das mache die Gleichstellung aus. Natürlich spielte die Integration von Migranten, ob schon länger hier ansässig oder gerade ankommen, eine große Rolle. - Von der langjährigen Gleichstellungsbeauftragten Monika Franke ist bekannt, dass sie ein dreiseitiges Papier hinterließ, auf dem ihre verschiedenen Betätigungsfelder beschrieben wurden. Es werden über die Jahre nicht weniger geworden sein.
Eines machte Ilinda Bendler jedoch klar: sie möchte sich an alle Frauen in Burgwedel wenden und nicht nur die Problemfelder bearbeiten, von denen es wahrhaft genug gibt. Alle viertel Jahre soll ein Frauenfrühstück organisiert werden. Das nächste im März liege dicht am Weltfrauenfrauentag, der am 8. März begangen wird. Dafür erbittet sie Vorschläge für Projekte. Außerdem konnten die Teilnehmerinnen des Frühstücks auf einer Art Fragebogen ihre Wünsche für das kommende Jahr vermerken. Da geht es um allgemeine Frauenthemen, wie „Stress im Alltag“, „Niemand muss einsam sein“ oder „Frauen im Alter“. Auch über die Form der Durchführung konnte man sich äußern - sollen es Vorträge, Filmvorführungen, Ausstellungen oder Kleinkunst sein?
Ein frischer Wind wehte beim Frauenfrühstück und es wird vermutlich nicht nur dort so sein.