Was bedeutet Heimat?

„Heimat Extrem“ - die Collage von Ulrich Rauchbach stellte den angezeigten Diebstahl eines Gartenzwerges in den Mittelpunkt.

Spannende Einblicke in sehr persönliche Lebenswelten

BURGWEDEL (bs). „Wir wollen mit dieser Ausstellung den Begriff „Heimat“ aus seinem missbräuchlichen Nischendasein befreien“, begründete Stefan Rautenkranz, Vorsitzender des kunstvereins burgwedel-isernhagen, die Namensgebung der Mitgliederausstellung, die am Sonntag im Rathaus in Großburgwedel eröffnet wurde. Darüber hinaus habe sich der kunstverein schon immer auch als Heimat-Kunstverein verstanden.
„Wie Sie sehen können, hatte auch meine Familie eine andere Heimat“, begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Bedri Özdemir als Gastgeber die Besucher der Ausstellung auf sehr persönliche Art. Seine Eltern hätten in ihrer einstigen Heimat weder die Freiheit der Kunst noch die Demokratie leben dürfen. Um so glücklicher sei er über die Freiheit und die Demokratie in seiner neuen Heimat und darüber, der Heimat-Ausstellung eine Heimat im Rathaus geben zu können, so Bedri Özdemir.
15 Mitglieder des Kunstvereins, eine Künstlerin hatte ihr Werk zum Eröffnungstermin nicht fertig bekommen, und neun Gastaussteller präsentierten ihre ganz unterschiedlichen Vorstellungen von Heimat.
Dabei fehlte auch der berührende Aspekt Flucht nicht. Eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht in dem Werk „Verlust der Heimat“ von Barbara Kraft. Ist die Heimat dort, wo der Mensch aufgewachsen ist? Oder eher wo der Mensch liebt und lebt? Wie unterschiedlich die Antworten hierzu sind, lässt sich kaum besser beschreiben, als es in dieser Ausstellung visuell zu erleben ist.
Für die Burgwedelerin Heidrun Schlieker, ehemalige Schulleiterin, Kinderbuchautorin und Malerin, ist die Antwort klar. „Ich bin in Kiel geboren, doch müsste ich jetzt Burgwedel verlassen, würde ich die „Georgstraße“, als meine Vorstellung von Heimat mitnehmen“, schmunzelt Schlieker, „darum heißt mein Bild auch „angekommen“. Im Gegensatz dazu das Werk „Porta Westfalica“: die Collage der Künstlerin Heidi Grotwinkel, die darin ihren Geburtsort und ihre wichtigsten Lebensabschnitte verarbeitet hat.
Darüber hinaus finden sich in der Ausstellung vielerlei Sehnsuchts-Orte. Verbunden mit ganz persönlichen Erlebnissen – wie Urlaubsorte – aber auch in Farbe getauchte Phantasien …
Die Ausstellung „Heimat II“ ist bis zum 27. Juli montags, dienstags und donnerstags jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr im Rathaus in Großburgwedel, Fuhrberger Straße 4, zu sehen.