Von der Biogasanlage zum selbstgebrauten Bier

An die 400 kW Strom produziert die Anlage. Sollte einmal zu viel Gas im System sein, brennt die manuelle Fackel rechts im Bild. (Foto: Anna Kentrath)
 
Durch ein Guckfenster konnten Interessierte einen Blick ins Innere der großen Behälter werfen und die gärende Masse blubbern sehen. (Foto: Anna Kentrath)

SPD lud zu abwechslungsreichem Nachmittagsprogramm

FUHRBERG (ak). Die traditionelle Sommerveranstaltung „Burgwedel mit der SPD entdecken“ führte Interessierte vergangenen Samstagnachmittag nach Fuhrberg. Los ging es mit einem spannenden Rundgang durch die neue Biogasanlage von Henning Warnecke, um anschließend bei einem frisch gezapften Fuhrberger Bier der Familie Hackelberg gemütlich den Ausflug ausklingen zu lassen.
Der Himmel war von Wolken verhangen und die Temperaturen waren schwül-warm. Trotzdem hatten sich an die 30 Besucher auf dem weitläufigen Gelände der Biogasanlage am Fuhrberger Grasbruchweg eingefunden, unter ihnen auch der Landtagskandidat der SPD Burgwedel, Isernhagen und Langenhagen, Marco Brunotte, begleitet von Axel Düker, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat Burgwedel. Henning Warnecke führte die Anwesenden in das Thema „erneuerbare Energien“ ein und erläuterte die Unterschiede einzelner Biogasanlagen.
Warnecke setzt beim Betrieb seiner Anlage auf einen so genannten „Drittel-Mix“: Ein Drittel Maissilage, ein Drittel Ganzpflanzen- und Grassilage sowie ein Drittel Rinder- und Schweinegülle. Letztere werde gleich aus der nebenan liegenden Schweinehaltung seines Betriebs gewonnen, Rindergülle erhalte er aus einem anderen Betrieb angefahren. „Je ausgewogener die Ernährung einer Biogasanlage, desto besser die Leistung“, erklärte Warnecke. An die 400 kW Strom erzeuge die Anlage und auch die „Abfälle“ blieben nicht ungenutzt. In einem Speicherbecken sammeln sich die Gärreste, die als Dünger zurück auf die eigenen Felder gebracht würden.
Stündlich würde der Biogasanlage automatisch Silage und Mist zugeführt, alles weitere übernehmen die Bakterien, die bei wohliger Temperatur von 40 Grad C die Gasproduktion in Gang halten. Die Gase würden sich unter der Gasspeicherfolie sammeln, die von außen gesehen, wie ein spitzes Kuppeldach aussieht. Ist einmal zu viel Gas im System, verbrennt die manuelle Gasfackel den Überschuss. „Wenn dieses Gerät läuft, ist das für mich immer schlecht“, scherzte Henning Warnecke, denn daran verdiene er schließlich nichts.
Gesteuert wird die Anlage durch ein Computersystem, das alle Vorgänge genau überwacht und entsprechende Warnungen ausgibt. Auch von zu Hause aus kann der Landwirt auf dieses System zugreifen und kontrollieren, wie es um die Anlage steht. Einen täglichen mindestens einstündigen Rundgang über die Biogasanlage ersetze dies jedoch nicht. Im Falle eines Stromausfalles erhalte er sogar einen Alarm auf sein Handy.
Die vielen interessierten Fragen beantwortete Henning Warnecke offen und auch für den Laien verständlich. Kein Blick blieb den Besuchern verwehrt, ob in das Herzstück der Anlage mit dem entsprechenden Computer oder aber durch ein Guckfenster auf dem Dach des Gebäudes in die blubbernde Masse im Inneren der großen Behälter. Stolz zeigte sich Warnecke nicht nur über seine Anlage, sondern auch den hohen Anteil alternativer Energiegewinnung im Ort. „Fuhrberg ist ja schon ein Exporteur mit 2 Biogasanlagen und den diversen Windkrafträdern“. An einem Konzept für seine Abwärme arbeite Warnecke derzeit noch, die Anlage sei schließlich so konzipiert, dass die Möglichkeit bestehe, die Abwärme auch zu nutzen.
Um Gärprozesse ging es auch anschließend im Garten der Familie Hackelberg. In einem kleinen Fachwerkhäuschen widmet sich Götz Hackelberg, der vor fast 40 Jahren das Handwerk des Bierbrauens erlernte, im privaten Rahmen und mit viel Liebe zum Detail seinem Fuhrberger Bier. Zum Probieren und Genießen gab es für die Besucher dieses Nachmittags Pilsener sowie Fuhrberger Landbier. Ehefrau Elke Hackelberg ergänzte den kühlen Genuss mit herzhaften Leckereien wie einem selbst gebackenen Brot mit Salbei und Rosmarin, das mit Dips wie Möhrenbutter und Feta-Creme bestrichen werden konnte. Wer wollte, wurde von Götz Hackelberg in die Raffinesse des Bierbrauens eingeführt, die unglaubliche hygienische Sorgfalt sowie das Feingefühl beim Zusammenstellen der Würze. Hier wurde schnell deutlich, wie viel Arbeit das Bierbrauen von Hand erfordert, aber auch wie viel Geselligkeit beim gemeinsamen Genuss.