Vom sonoren Basso Profundo bis zum männlichen Sopran

Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor begeisterte das Publikum mit kraftvollen Stimmen und einem ungewöhnlichen Stimmspektrum von Bass bis Sopran. (Foto: Anna Kentrath)

Schwarzmeer Kosaken-Chor begeisterte das Publikum

GROSSBURGWEDEL (ak). Sie feierten zusammen mit dem MGV Germania in Großburgwedel große Erfolge und sangen sich in die Herzen der Zuschauer - die Schwarzmeer-Kosaken unter der Leitung von Peter Orloff. Vergangenen Freitagabend gaben sie nun allein ein Konzert in Amtshof in Großburgwedel und kein Stuhl blieb unbesetzt, 182 Zuschauer freuten sich auf einen abwechslungsreichen, aber vor allem stimmgewaltigen Abend.
„Nur wenige Stunden nach dem Erscheinen der Vorankündigung für das Konzert in Ihrer Zeitung waren die Karten restlos ausverkauft“, erklärte Veranstalter Dietmar Piefrement gegenüber den Burgwedeler Nachrichten voller Begeisterung. Nicht alle Besucher des Abends kamen aus Burgwedel oder Umgebung, einige Fans nahmen auch weitere Strecken auf sich, um das Konzert zu erleben.
Dietmar Piefrement begrüßte Peter Orloff und hieß ihn und seine Schwarzmeer-Kosaken herzlich willkommen. Die freundlichen Worte wurden ebenso erwidert, Orloff betonte, es sei „etwas ganz Besonderes wiederzukommen zu guten Freunden“. Jedes ihrer Konzerte habe ein „Eigenleben“, sei etwas „Persönliches“, so Peter Orloff weiter und so ging er gern auf die Bitte Piefrements ein, doch als Abschluss des Konzertes ein klassisches, deutsches Volkslied zu singen: „Guten Abend, gute Nacht“.
Die Musikauswahl beschränkte sich keinesfalls auf russisches Volksliedgut, wie sich hier zeigte, von Nabuccos Gefangenchor bis hin zum Abschlussgebet der russisch orthodoxen Kirche bot sich ein breites Spektrum. Das Besondere an den Interpretationen des Schwarzmeer Kosaken-Chores blieb jedoch die eindeutige Prägung ihrer Heimat, ein Klang nach melancholischer Sehnsucht, gepaart mit Freude und Stolz auf ihre Wurzeln kennzeichnete die Klangfarbe unverwechselbar. Volkslieder aus Russland, der Ukraine und Georgien ergänzten das Angebot internationaler Beiträge und boten eine musikalische Reise.
Neben der besonderen Interpretation fiel dem Zuhörer das ungewöhnliche Stimmen-Spektrum auf. Vom tiefen, sonoren Basso Profundo über kraftvolle Tenorstimmen bot sich auch eine Stimmlage, die in Männerchören so gut wie nie anzutreffen ist – ein Sopran. Als Peter Orloff Franz Schuberts Ave Maria ankündigte, ging ein überraschtes Raunen durch die Reihen des Publikums, da man sich nicht erklären konnte, wer den glockenhellen Gesangspart übernehmen würde. Der junge Igor Ishchak, der bisher unter anderem an der Kiewer Oper sang, gesellte sich im März 2011 zu den Schwarzmeerkosaken und ergänzt seither ihre klangliche Vielfalt im hohen Tonsegment.
Der Chor füllte mühelos stimmlich den Saal des Amtshofes, ließ sich bei dem ein oder anderen Stück aber von zwei Musikern unterstützen, die die Wurzeln der Sänger gekonnt unterstrichen. Ilya „Bajanissimo“ Kurtev spielte das russische Akkordeon teils so schnell, dass seine Finger nur so über die Tasten flogen, ebenso wie Irina Kripakova, die die Saiten der Balalaika zum Schwingen brachte.
Der Schwarzmeer Kosaken-Chor erfüllte wie bei jedem Auftritt die Erwartungen des begeisterten Publikums, leider schien nur der Saal des Amtshofes nicht für ihr gewaltiges Klangvolumen ausgelegt. Bei einigen Stücken schienen die Töne in den Ohren zu klirren, der Umfang von Bass bis Sopran nicht richtig auszumachen. Das Publikum zeigte sich trotzdem hingerissen und freute sich in der Pause über die Möglichkeit direkt mit den Sängern ins Gespräch kommen zu können.