Volles Haus bei der SPD

Bürgermeister Axel Düker (rechts) musste wegen der angekündigten Schließung der Kleiderei einiges an Kritik einstecken. Stephan Nikolaus (links) moderierte die Diskussion. (Foto: SPD Burgwedel)

Rege Diskussion bei der Neujahrsbegegnung

GROSSBURGWEDEL (r/bs). Zahlreiche SPD-Mitglieder sowie Vertreter von Vereinen, Initiativen, Kirchen und interessierte Bürger folgten am Sonntagnachmittag der Einladung der SPD Burgwedel ins Cafe Friedas nach Großburgwedel.
Bei einem Glas Prosecco, Kaffee oder Tee, leckerem Kuchen und spannenden Gesprächen fanden zahlreiche Gäste ein.
Vorstandsmitglied Bedri Özdemir begrüßte unter anderem die Parlamentarische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Caren Marks, den SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte, den Regionsabgeordneten Andreas Strauch und Burgwedels Bürgermeister Axel Düker. Diese Gäste waren allerdings nicht nur zum Vergnügen da, sondern standen Rede und Antwort zu aktuellen politischen Fragen.
Stephan Nikolaus moderierte den Fragenkatalog der Anwesenden, den Anfang machte - Ladies first - Caren Marks. Sie bekam gleich zu Beginn die zurzeit so beliebte K-Frage: Warum denn die SPD Sigmar Gabriel aufstellt und nicht den bei der Bevölkerung doch beliebteren Martin Schulz? Das könne sie natürlich noch nicht kommentieren, die Entscheidung werde ja erst Ende Januar bekanntgegeben. Derzeit ginge es um das Wahl-Programm, weniger um den Kandidaten.
Es folgten Fragen zum Thema Flüchtlinge und Integration sowie den Umgang mit Hasskommentaren und Fakenews, worauf Marks mit einer klaren Aufforderung antwortete: Jeder ist hier gefordert, Beleidigungen und Hasskommentare zu melden bzw. anzuzeigen. Hier dürfe es keine Toleranz geben, so Marks. Die SPD hat dazu eine Kampagne namens „no hate speech“ ins Leben gerufen, um über Hasskommentare zu informieren und Möglichkeiten im Umgang mit derartigen Angriffen aufzuzeigen (www.no-hate-speech.de).
Der Landtagsabgeordnete Marco Brunotte, der als nächster Interviewpartner Rede und Antwort stand, will sich auch im Januar 2018 zur Wiederwahl stellen und zum Wahlsieg der SPD beitragen. Im Gepäck hatte er die Ankündigung der beitragsfeien Kita, die die SPD in der nächsten Legislaturperiode umsetzen möchte. Bisher ist nur das letzte Kita-Jahr beitragsfrei, doch es sei schon lange Wunsch der SPD, frühkindliche Bildung kostenlos zu machen.
Dazu müssen jährlich ca. 300 Mio. Euro bereitgestellt werden. Nachdem die SPD bereits die Studiengebühren abgeschafft habe, sei dies der nächste konsequente Schritt.
Beim Auftritt von Bürgermeister Axel Düker wurde es dann brisant. Nach Fragen zur
Kanalisation in Fuhrberg, Platzproblemen in Kitas und anderen Themen ging es um die Schließung der Kleiderkammer. Nach längerer, lebhafte Diskussion zeichnete sich am Ende nach vielen konstruktiven Vorschlägen sogar eine Lösung ab, die wie folgt aussehen könnte: Die Helfer könnten einen Verein gründen die Räumlichkeiten der Pestalozzi-Stiftung weiter nutzen.
Düker kündigte an, den Verein bei der Gründung zu unterstützen. Der Verein könnte dann in Eigenregie über Art und Umfang der Hilfsangebote selbst entscheiden und wäre völlig autonom. Die Stadt ist aufgrund etlicher Rechtsvorschriften an Formalien gebunden, ein Verein hat viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Diese Lösung würde allen Beteiligten weiterhelfen.
Nach dieser durchaus emotionalen Debatte hatte Andreas Strauch die Gelegenheit, über Regionsthemen zu informieren und Fragen zu beantworten. Dies nutzte die Gelegenheit, um über die positive Entwicklung in Richtung Krankenhaus-Neubau zu berichten. Die Planungen seien weiter vorangeschritten und die Umsetzung ein gemeinsames Ziel der neuen Großen Koalition in der Regionsversammlung.