Vier Ortsfeuerwehren arbeiten perfekt Hand in Hand

Die Einsatzleitung in Ramlingen an der Einmündung Grüne Allee/Am Fuhrenkamp. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Alterskameraden und Gäste wurden mit Treckergespannen in die Nähe des Einsatzortes gebracht und verfolgten von dort das Geschehen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Erfolgreiche Übung des sogenannten „Alten Löschbezirks“

BURGWEDEL/RAMLINGEN (hhs). Jedes Jahr Anfang Oktober findet im hiesigen Bereich eine ganz besondere, gewissermaßen „grenzübergreifende Feuerwehrübung“ statt, grenzübergreifend deswegen, weil Ramlingen zur Stadt Burgdorf, die anderen Wehren zur Stadt Burgwedel gehören: Der so genannte „Alte Löschbezirk“ übt dann abends in den Gemarkungen der Ortschaften Ramlingen/Ehlershausen, Wettmar, Thönse und Engensen.
Im jährlichen Turnus wechseln die Ausrichter, jeder ist einmal dran, auch mit der Organisation einer ausführlichen Auswertung der Übung nach dem praktischen Teil und schließlich macht Arbeit am Abend auch hungrig. In diesem Jahr war die Ortsfeuerwehr Ramlingen/Ehlershausen Organisator der Übung, und daher galt es, eine Gefahrenlage in direkter Nähe der Ortschaft zu bewältigen. Die anschließende Auswertung und alles andere fand dann im Gasthaus Köhne statt.
Der Alte Löschbezirk wurde im Jahr 1908 von den vier Wehren gegründet, und seitdem wird diese Übung einmal jährlich durchgeführt. Wer jetzt denkt, das sei alles nur der Rahmen für die Manöverkritik und das gemeinsame Essen hinterher, der irrt gewaltig. Diese Übungen haben den Hintergrund, dass die Kameraden aller vier Wehren der nahe zusammenliegenden Ortschaften zunächst einmal das Terrain und die Feuerwehrinfrastruktur der anderen bis hin zur Position der Wasserentnahmestellen kennenlernen. Das ist im Notfall sehr wichtig, um einer Gefahrenlage schnell Herr zu werden. Schon mehrmals in der über hundertjährigen Geschichte des Alten Löschbezirks hat es sich bewährt, zuletzt vor ein paar Jahren, als an der Intercitystrecke Funkenflug einen Waldbrand ausgelöst hatte.
Für Freitagabend hatten sich Ramlingens Ortsbrandmeister Heinrich Könecke und seine Kameraden wieder ein ganz besonderes Szenario ausgedacht. Ein Waldstück nordwestlich der Ortschaft Ramlingen stand lichterloh in Flammen. Um 19.00 Uhr wurde die Wehr Ramlingen/Ehlershausen alarmiert, diesen Bereich zu löschen. Schnell erkannten die Kameraden, dass sie allein diesen Brand nicht in den Griff bekommen würden. Zudem trieb der Nordwestwind in Windstärken drei und vier den Funkenflug direkt auf das sogenannte „Halali“, ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude zwischen dem brennenden Wald und Ramlingen zu. Damit bestand die Gefahr, dass sich das Feuer weiter ausbreiten könnte. Nun wurden die Wehren aus Engensen, Thönse und Wettmar alarmiert. Die Einsatzleitung stand an der Einmündung Grüne Allee/Am Fuhrenkamp.
Während die Ramlinger Wehr mit ihrem Tragkraftspritzenfahrzeug von der Nordseite her den brennenden Wald aus einem Beregnungsbrunnen mit Wasser entgegen trat, ging die Besatzung des Löschfahrzeugs den Brand von Osten an. Auch hier wurde das Löschwasser einem Beregnungsbrunnen entnommen. Die Engenser Feuerwehr unterstützte die Brandbekämpfung von Norden her und musste zunächst einen mobilen Wasserbehälter aufstellen.
Unterdessen war es stockfinster geworden, und die Zuschauer konnten das Geschehen vor Ort nur noch im Licht der Scheinwerfer verfolgen. Das Löschfahrzeug der Thönser Ortswehr hatte die Wasserversorgung bis zu einer Übergabestelle der Ortswehr Wettmar sicherzustellen. Hierzu mussten knapp 300 Meter Schlauch verlegt werden. Die Wettmarer Wehr übernahm das Wasser und schützte damit das Gebäude „Halali“. Die Löschfahrzeuge aus Thönse und Wettmar versorgten im Pendelverkehr den mobilen Behälter für die Ortswehr Ramlingen/Ehlershausen.
Nach knapp zwei Stunden war der vermeintliche Großbrand gelöscht. Bei der Auswertung zeigten sich die Feuerwehrverantwortlichen zufrieden mit dem Ablauf. Außer einigen Kleinigkeiten sei alles so gelaufen wie geplant, hieß, es. Dann ging man über zum kameradschaftlichen Teil, dem Beisammensein im Gasthaus Köhne, an dem auch offizielle Vertreter der beiden Städte Burgdorf und Burgwedel teilnahmen, und viele Alterskameraden aus allen vier beteiligten Wehren, die sich noch gut an die Zeiten erinnerten, als sie selbst als Aktive an der gemeinsamen Feuerwehrübung des „Alten Löschbezirks“ teilgenommen haben.