Viele Haltepunkte bei der Ortsbesichtigung in Wettmar

Am Ortseingangsschild aus Richtung Engensen wurde über eine Pflasterung und eine Bepflanzung beraten. (Foto: Renate Tiffe)
 
Was lange währt: In der vergangenen Ortsratssitzung stellte der Designer Björn Reschke verschiedene Möglichkeiten für die Geschenke vor, die demnächst jungen Leuten zur Volljährigkeit überreicht werden sollen. Der Ortsrat entschied sich für eine Tasse mit einem Popart-Aufdruck von der Wettmarer Mühle. (Foto: Renate Tiffe)

Kommunalpolitiker nehmen Straßen und mehr in Augenschein

WETTMAR (ti). Geschlagene drei Stunden brachte der Wettmarer Ortsrat am Samstagvormittag auf dem Fahrrad zu, um alles genauer in Augenschein zu nehmen, was den Ortsratsmitgliedern selbst oder den Anliegern an den Straßen verbesserungswürdig erscheint. Bei einer eigens anberaumten Ortsratssitzung wurden die einzelnen Punkte beraten.
Es ging um schadhafte Straßenbeläge und bröckelnde Bordsteinkanten, um hochstehende Gullideckel, um Verkehrs- und Sichtbehinderungen, um die Aufwertung des Spielplatzes in der Ringstraße. Am Moodweg handelten sich die radelnden Ortsratsherren aber auch eine faustdicke Rüge ein.
Ein Anwohner dort monierte, dass keiner von ihnen einen Helm trug. Es ging um die Vorbildfunktion des örtlichen Gremiums. Der Ortsbürgermeister und sein Stellvertreter bekannten, dass sie bei längeren und schnelleren Fahrten sehr wohl einen Helm benutzen.
Klaus Sommer machte darauf aufmerksam, dass das Helmtragen nach einer Verlautbarung des AFD derzeit noch „der individuellen Entscheidung“ unterliege. „Wer einen Helm tragen möchte, bitte“, beendete Ortsbürgermeister Michael Kranz den Beratungspunkt.
Auch der meistdiskutierten Baustelle am Ortsausgang nach Engensen statteten die Kommunalpolitiker einen Besuch ab. Sie orientierten sich fürs erste über die Zuwegung zum künftigen Verbrauchermarkt und die Bushaltestelle, die auf Höhe der alten Ziegelei (dort, wo auf der gegenüberliegenden Straßenseite zurzeit die Pferdeweide endet) eingerichtet werden soll.
Die Straße soll in diesem Bereich etwas ausgeweitet werden, mit einer Insel ohne Zebrastreifen. Festgestellt wurde allgemein, dass der Ortsrand in diesem Bereich alles andere als ansehnlich zu bezeichnen ist.
Einladend wirkt dagegen das neugestaltete Ortseingangsschild gegenüber mit den Werbemöglichkeiten für die Vereine, das bei dieser Gelegenheit noch einmal eine offizielle Würdigung erfuhr. Die Kosten wurden wie bei den anderen Schildern weitgehend von Sponsoren aufgebracht.
Dem Gestalter M. Springer, in Wettmar als „Holzmichel“ bekannt, kommt dabei ein besonderes Verdienst zu. Beraten wurde, wie die Schilder durch eine Pflasterung und Bepflanzung noch hervorgehoben werden können.
Ein Schwerpunkt ergab sich für die Ortspolitiker an der Schulstraße. Im Nachhinein entschieden sie allerdings, dass der Baum an der Ecke zur Hauptstraße stehen bleiben und durch Poller geschützt werden soll. Ein Einwohner hatte beklagt, dass der Baum ein Verkehrshindernis sei. Genau dies war ursprünglich die Absicht, weil die Schulstraße trotz der Busse nicht für den Durchgangsverkehr vorgesehen ist.
Ein anderes Kapitel ist der Grünstreifen im weiteren Verlauf der Straße. Vor der Erschließung des Baugebietes am Dr. Hesseken-Ring hatte es große Diskussionen um die Versickerung des Regenwassers gegeben. Jetzt erweist sich die Grünfläche im Bereich der Arztpraxis mit den zugehörigen Parkplätzen als Hindernis für die Fußgänger. Die Kosten für den Ausbau als Fußweg müssten zu 90 Prozent die Anlieger bezahlen. Der Ortsrat beschloss, die Anlieger in dieser Sache anzuschreiben.