Viele Aktivitäten - IGK Großburgwedel ist aber zu wenig bekannt

Karl-Heinz Schridde (links) war über 12 Jahre im Vorstand und als Vorsitzender der IGK tätig. Er und sein Stellvertreter Carsten Knisch wollen nicht mehr für die Ämter kandidieren. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe: Zukunftsdiskussion: Kaufmannschaft hat ein Imageproblem

GROSSBURGWEDEL (ti). Der Ruf nach einer Neuausrichtung bei der IGK ist immer dringlicher geworden. Da ist zum einen die Erfahrung, dass die Ehrenamtlichkeit bei der Vorstandsarbeit, wie sie bislang gehandhabt wurde, an ihre Grenzen gestoßen ist.
Zum anderen macht sich die Erkenntnis breit, dass sich der Verein in seiner fast vierzigjährigen Geschichte über die „Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute“ - so der Name – weit hinaus entwickelt hat.
Gleichzeitig steht die Forderung der politischen Parteien nach einer gezielten Wirtschaftsförderung der Stadt im Raum. Dreshalb war eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen worden, um sich mit den Zukunftsfragen auseinander zu setzen.
Mit Recht hatte der Vorsitzende Karl-Heinz Schridde die Entwicklung geschildert, nach der neben der eigentlichen Vorstandsarbeit immer mehr Aufgaben am Vorstand hängen geblieben sind, die mit der Organisation der großen Veranstaltungen – Stadtfest, Jazz unter Sternen, Weihnachtsmarkt - und sonstigen Aktivitäten zu tun haben.
Auf der Jahreshauptversammlung im März hatte er dargelegt, dass dies ohne externe Hilfeleistungen nicht mehr zu schaffen sei, was allerdings Kosten verursachen würde. Naheliegend war, dass er dafür sein eigenes Unternehmen, die „APROPOS. Medien- und Handelsagentur“ vorschlug, zumal dies für den Verein immer noch wesentlich billiger käme. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge würde dafür erforderlich sein.
Über all dies wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag im Restaurant Springhorstsee abgestimmt. Etwa 25 der derzeit 116 Mitglieder der IGK waren anwesend.
In ausgesprochen ruhiger und sachlicher Atmosphäre wurde Punkt für Punkt der Tagesordnung abgearbeitet, fast ausschließlich mit einstimmigen Ergebnissen bei den Abstimmungen. Die Festivitäten sollen beibehalten werden. und die externe Dienstleistung an APROPOS vergeben werden.
Über die Kosten von ungefähr 4.500 Euro machte Schridde detaillierte Angaben, ebenso über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die zusätzlich 2,50 bis maximal 10 Euro je nach Beitragsstaffel betragen. Aufgrund der guten Finanzlage des Vereins sollen die Erhöhungen nicht wie angekündigt rückwirkend ab 1. Januar, sondern erst ab 1. Oktober gelten.
Fundamental gestalten soll sich die Neuausrichtung der IGK hin zu einem Wirtschaftsverein mit einer Satzungs- und möglicherweise auch Namensänderung. Dazu gibt es viele Überlegungen.
Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch, dass die zukünftige Ausrichtung der IGK eingebettet sein muss in ein Gesamtkonzept der Stadt zur Wirtschaftsförderung und zum Standortmarketing. Einen ersten Anlauf dafür hatte es bei der Veranstaltung zuvor mit dem Wirtschaftsförderer der Region gegeben (wir berichteten).
Mehrere IGK-Mitglieder wollen sich demnächst in Burgdorf und Neustadt informieren, wo bereits positive Ergebnisse bei der Standortförderung zu erkennen sein sollen.
Rückblickend auf die Veranstaltung in Großburgwedel stellte sich jedoch ein Problem heraus. Es habe sie betroffen gemacht, berichtete eine Teilnehmerin, dass das Bild von der IGK nicht gerade vorteilhaft gewesen sei. Was tut die Stadt für die IGK, fragte sie.
Das jüngste Mitglied, Neubürger in Burgwedel, ergänzte, keiner wisse, was die IGK ist. Die Wahrnehmung entspreche nicht dem, was der Verein für die Stadt leiste.
Mehr Wertschätzung von Politik und Verwaltung mahnte ein anderes Neumitglied an. Es fehle auch an der nötigen Selbstdarstellung. Zwar wiegelte Schridde ab, dass die Stadt immer bei Genehmigungen und Geldzuwendungen ansprechbar gewesen sei, und dass es an Eigenwerbung nicht mangele. Aber auch er meinte, dass mehr getan werden könnte, wie sich in anderen Orten zeige.
Ganz am Ende kam dann die überraschende, weil definitive Ankündigung von Schridde. Er werde im nächsten Jahr nicht mehr für den Vorstand kandidieren, um sich eigenen Projekten zu widmen, sagte er. Auch sein Stellvertreter Carsten Knisch werde nicht mehr zur Verfügung stehen. Beide wollen aber tatkräftig im Verein weiter mitarbeiten.