Viel Lob vom Nikolaus

Die kuscheligen Stofftiere aus dem großen Geschenkesack wurden freudestrahlend an das Herz gedrückt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
GROSSBURGWEDEL (bgp). Regina Gresbrand vom Verein Interkulturelles Miteinander (IKM) war überwältigt von der Teilnehmerzahl am Abend der Nikolausfeier. Rund fünfzig Migrantinnen und Migranten waren mit von der Partie ebenso wie zahlreiche Ehrenamtliche, die zur Feier am 6. Dezember vorbei kamen.
Gespannte Erwartung und glänzende Kinderaugen gab es in der Riesenrunde im IKM-Treff. Alle Tische und Stühle waren besetzt, es herrschte gemütliche Enge, als der Nikolaus mit einem schweren Sack den Raum betrat. Der Mann mit dem weißen Bart, rotem Mantel und Mütze erzählte, dass er in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra wirkte.
Myra gehörte zur kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs, heute der Türkei. Dort habe er Menschen in Not geholfen und es sei schön, wenn man mit anderen etwas teile, so der Nikolaus.
Die Kinder lauschten mit angehaltenem Atem und einige sagten gerne ein kleines Gedicht auf, bevor sie in den Sack mit den Geschenken greifen durften. Dabei gingen ihnen die deutschen Zeilen schon wie selbstverständlich von den Lippen. Anschließend verschwanden die kleinen Händchen in dem Sack und zogen kuschelig weiche Stofftiere hervor, die strahlend von den Kleinen an das Herz gedrückt wurden.
Regina Gresbrand unterstützte den Nikolaus, indem sie ihm aus einem dicken Buch von allen guten Taten berichtete, die von vielen Besuchern in der Runde vollbracht wurden. Dabei wurde deutlich, dass sich neben zahlreichen Ehrenamtlichen aus Burgwedel viele Migranten ebenfalls mit ehrenamtlicher Arbeit im IKM einbringen. Eine junge Frau helfe bei der Alphabetisierung, ein afghanischer Flüchtling bringe seine Zeit sinnvoll ein.
Seit eineinhalb Jahren warte er darauf, einen Asylantrag stellen zu können. Die Wartezeit nutze er, um gemeinsam mit einem Freund regelmäßig die Räume des IKM „in Schuss zu halten“. Er räume auf, reinige die Räume und helfe wo immer es gehe, berichtete Gresbrand dem Mann im roten Gewand. Viele Helferinnen und Helfer brächten sich mit Deutschkursen, Näh- und Handarbeitsstunden und vielen anderen Angeboten intensiv ein, hob Gresbrand lobend hervor.
Eine Kostprobe der Erfolge in den Deutschkursen erhielten die Gäste der Nikolausfeier prompt. Manche Kursteilnehmer lasen Gedichte vor, die schon einiges an Lesekompetenz abverlangten. Die Aussprache von „Der Bratapfel“, welcher knallt und zischt, „der Zipfel, der Zapfel, der Kipfel, der Kapfel, der gelbrote Apfel“, welcher aufgetischt wurde, erforderte immense Zungenakrobatik, die von der Vorleserin beachtlich gemeistert wurde. Der anschließende Beifall tat allen Vortragenden sichtlich gut.