Viel Arbeit für die Männer der Straßenmeisterei

Derzeit liegt der Schwerpunkt der Arbeiten beim Mähen der Graskanten, dem Reinigen der Gräben und der Baumpflege, erklärt Manfred Voß, der Leiter der Burgwedeler Straßenmeisterei. (Foto: Renate Tiffe)

Regionsabgeordnete informierten sich über vielfältige Aufgaben

GROSSBURGWEDEL (ti). Sie ist eine der behördlichen Einrichtungen der Region, deren Arbeit in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird. Es sei denn, etwas geht nicht wie gewohnt vonstatten, so wie im Winterdienst 2009/2010 als das Streusalz ausgegangen war und das Schneeräumen zeitweise unterbrochen werden musste. Dass die Männer der Straßenmeisterei das ganze Jahr über vielfältige Aufgaben zu erfüllen haben, davon überzeugten sich Regionspolitiker bei ihrem Besuch in dieser Woche in Burgwedel.
Seit der Umstrukturierung vor drei Jahren gibt es in der Region Hannover nur noch zwei Straßenmeistereien, eine in Ronnenberg und die in Burgwedel. Sie sind etwa je zur Hälfte zuständig für das 640 Kilometer lange Netz der Kreisstraßen in der Region, inklusive der etwa 60.000 Straßenbäume. Dazu kommen die Radwege, die Brücken, die Ampelanlagen, die instand zu halten sind. Die Kontrollfahrten einmal pro Woche müssen zu zweit vorgenommen werden mit einem Fahrer und demjenigen, der evtl. Schäden feststellt. Zur Zeit liegt der Schwerpunkt der Arbeiten beim Mähen der Graskanten, dem Reinigen der Gräben und der Baumpflege, erklärt Manfred Voß, der Leiter der Burgwedeler Straßenmeisterei. Die Straßenprofile müssen freigehalten werden. Kleinere Reparaturen werden selbst erledigt, andere Arbeiten, wie z.B. das Sauberhalten der Leitpfähle werden an Firmen vergeben. Das spart Kosten für die Region.
20 Straßenwärter sind in dem Gebiet im Einsatz, das von Neustadt am Rübenberge bis nach Uetze reicht, dazu kommen drei Bürokräfte und ein Auszubildender. Straßenwärter ist ein Lehrberuf mit dreijähriger Lehrzeit. Dass keine Frauen in dem Beruf tätig sind, liegt daran, dass die Männer bei Wind und Wetter draußen unterwegs sind, und die sanitären Einrichtungen fehlen. In Burgwedel gibt es eine weibliche Bürokraft.
Manfred Voß weiß, dass die meisten nur an den Winterdienst denken, wenn es um die Straßenmeisterei geht. Dabei macht dieser gerade einmal fünf Prozent der Arbeit aus. Mit etwa 40 bis 50 Einsätzen wird pro Jahr gerechnet. Im langen Winter 2010 waren es mehr als 90. Dass das Salz ausging, lag vor allem daran, dass der strenge Winter zugleich im Norden und im Süden herrschte, was selten der Fall ist. Es gab Salz zum Zukaufen, aber das war zu teuer. 600 Tonnen Streusalz sind jetzt schon für den nächsten Winter eingelagert.
Einmal im Jahr lädt die Region die Mitglieder der Regionsversammlung zu einer Rundfahrt ein. Mehr als 40 hatten sich diesmal angeschlossen, um Stationen in Langenhagen, Isernhagen und Burgwedel zu besichtigen. Am Ende der Fahrt, die u. a. die Besuche im Wietzepark und der Pestalozzi-Stiftung einschloss, stand die Straßenmeisterei auf dem Programm. Voß führte die Regionspolitiker durch die Fahrzeughalle und über das Freigelände, erläuterte die Funktionen der LKWs bei den unterschiedlichen Anforderungen und zeigte schließlich auch die Container mit dem, was sich alles an den Straßenrändern ansammelt und was nicht selten in den Sondermüll gehört. Als „Highlight“ am Schluss öffnete er die Tür zur Lagerhalle und da türmte er sich auf – der große Streusalzberg.