Verwaltung plant Doppelbelegung in allen Flüchtlingsunterkünften

Gegenwärtig werden die Schlichthäuser in Wettmar für Doppelbelegung eingerichtet. Anschließend sind die Häuser in Fuhrberg an der Dorfstraße an der Reihe.

Sporthallen, Vereinsheim und Seniorenbegegnungsstätte als Notnagel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Mittwoch hatte die Stadtverwaltung Burgwedel die Presse zu einer Informationsveranstaltung zu den weiteren Planungen in Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen eingeladen.
Christiane Concilio, Leiterin des Sozialamtes und als Erste Stadträtin Vertreterin des Bürgermeisters sagte einleitend, die Taktung des Ankommens der Flüchtlinge werde in Burgwedel wie anderswo auch immer enger. Auch die sogenannten Quoten an Menschen, die hierher kommen, werden sich nach Frau Concilio in immer engeren Abständen verändern. Gegenwärtig seien für die Stadt Burgwedel bis Ende Januar 2016 weitere 144 Flüchtlinge im Gespräch. Das erfordere eine „verdichtete Belegung“ der Häuser und Wohnungen, die Burgwedel gegenwärtig für die Flüchtlinge nutzt. „Verdichtet“ heiße im Klartext: Wo jetzt ein Mensch lebt, werden sich zukünftig zwei den Wohnraum teilen müssen.
Der Stand an Flüchtlingen belief sich am Mittwoch auf bisher 331, von denen 38 Privat bei ihren Verwandten untergekommen sind. Alle anderen sind über die Stadtverwaltung in die Ortschaften verteilt: Danach leben in Großburgwedel 135, in Thönse 56, in Fuhrberg 50, in Wettmar 41 und in Engensen 38. In Kleinburgwedel sind es man gerade drei Flüchtlinge. Im laufenden Jahr sind der Stadt Burgwedel 187 Flüchtlinge zugewiesen worden. Weitere Kapazitäten an Wohnraum sind noch für 129 Neuankömmlinge vorhanden, wenn man doppelte Belegung akzeptiere.
In den kommenden Tagen werde die Stadtverwaltung mit dem Umbau der sogenannten Schlichthäuser in den Ortschaften beginnen. Begonnen habe man schon in Wettmar an der Heierdrift, dann gehe es in der Ortschaften Engensen und Fuhrberg weiter. Die Häuser werden mit Etagenbetten ausgestattet. „Wir rechnen täglich mit Sonderzuweisungen angesichts der Mengen von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen“, so Christiane Concilio weiter.
Christian Möhring, Burgwedels Stadtkämmerer und Herr aller Liegenschaften im Besitz der Stadt, erläuterte die prekäre Situation: „Deswegen müssen wir jetzt schon über Neubauten und konkrete Baumaßnahmen nachdenken für 200 bis 300 Plätze. Allerdings werde Burgwedel keine Wohnheime bauen sondern sie habe sich für den Wohnungsbau entschieden, der später eine Nachnutzung sehr erleichtern werde. Die Verwaltung werde diese Überlegungen in den kommenden Tagen mit den Ortsräten besprechen.
Man habe in der Verwaltung auch über eine absolute Notlösung nachgedacht, sagte Christiane Concilio. „Wir haben alle kommunalen Einrichtungen darauf hin überprüft, ob wir in ihnen in jedem Fall für ganz kurze Zeit Menschen aus den Krisengebieten unterbringen können. Vier Einrichtungen habe man festgelegt als letzte Möglichkeit für einen begrenzten Zeitraum: Das Vereinsheim am Freibad, die Mehrzweckhalle in Engensen, die Westerfeldhalle in Wettmar und die Seniorenbegegnungsstätte in Großburgwedel. „Wenn der kritische Bereich kommt, werden wir diese Pläne umsetzten“, so die Erste Stadträtin. Mit den Sportvereinen laufen Gespräche über eine „Solidargemeinschaft Sport“, in der Vereine den von den Flüchtlingszuweisungen betroffenen Vereinen Möglichkeiten zum Sport treiben anbieten.
Abschließend appellierten alle an die Bevölkerung, freien ungenutzten Wohnraum der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen anzubieten. Ansprechpartner in der Verwaltung sind Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker unter 05139/8973314 oder Stadtkämmerer Christian Möhring unter 05139/8973211.
Zudem benötigt die Stadt Burgwedel neue Räumlichkeiten für die „Kleiderei“, die in jeder Beziehung aus den Nähten platzt und kaum Möglichkeiten bietet, nützliche Dinge einzulagern. Momentan sind auch wieder Möbel gefragt. Diese können nach Absprache mit Herrn Sehnke und Frau Stroker, beide vom Ordnungsamt, angeboten werden.