Verlandung verlangsamen - es tut sich was am Würmsee

Ein beliebtes Ausflugsziel bleibt der See allerdings nur, wenn das Umfeld attraktiver gestaltet wird. (Foto: Renate Tiffe)

Noch Unklarheiten bei der Durchführung des Naherholungskonzepts

KLEINBURGWEDEL (ti). Im Naherholungskonzept der Region wird dem Würmsee kein hoher Stellenwert beigemessen, wie der zuständige Dezernent Professor Dr. Axel Priebs jüngst beim Informationsabend der SPD in Kleinburgwedel erläuterte. Dennoch arbeiten die Stadt Burgwedel und der Realverband als Eigentümer des Areals weiter an dem speziell entwickelten Sanierungskonzept für das Gewässer und seine Umgebung, das keineswegs nur ein lokal begrenztes, beliebtes Ausflugsziel ist.
Mit starken Worten hatte der Vorsitzende des Realverbands, Friedhelm Leisenberg, dessen Einstellung zu dem Projekt geäußert: „Wir beteiligen uns nicht an einem sterbenden See“ – was soviel bedeutete, dass möglichst viel vom See erhalten bleiben soll. Dies war eine klare Absage an Naturschützer und „Grüne“, die seit Jahr und Tag nicht müde werden, von einer unaufhaltsamen Verlandung zu reden, mit welcher der See angeblich „der Natur zurückgegeben“ werden soll.
Starke Unterstützung fand Leisenberg bei den zahlreich anwesenden Anliegern vom Südufer. „Wir wollen kein stinkendes Schlammloch mit toten Fischen “, machte einer von ihnen deutlich, nach dessen Auffassung der See im August 2012 „vor dem Tod“ gestanden habe. Von einer „kontrollierten Verlandung“ sprach ein anderer Anwohner und wies auf das alljährliche Zurückschneiden des Schilfs hin, mit dem sozusagen zur Selbsthilfe gegriffen worden ist, allerdings nur in einem überschaubar kleinen Bereich.
Mit einem solchen Rückschnitt soll die Verlandung verlangsamt werden. Ein Ausbaggern des Sees wird es nicht geben, betonte Axel Düker (SPD). Ein entsprechender Beschluss sei fraktionsübergreifend im zuständigen Fachausschuss des Rates gefasst worden. Er sei mit Jürgen Schodder, Ortsbürgermeister in Kleinburgwedel und CDU-Mitglied im Stadtrat von Burgwedel, einer Meinung, dass eine Verlandung nicht auf ewig aufzuhalten aber einzugrenzen sei. Ein beliebtes Ausflugsziel werde der See allerdings nur bleiben, wenn das Umfeld attraktiver gestaltet wird. Dazu könnten die Anwohner in der Siedlung wesentlich mit beitragen.
Dass sie dazu willens sind, haben sie bei der großen Aufräumaktion vor einigen Wochen bewiesen (wir berichteten), die eine Arbeit der gesamten Kleinburgwedeler Dorfgemeinschaft gewesen ist und ein erstes Zeichen dafür gesetzt hat, dass sich etwas tut am Würmsee. Dahingestellt sei aber, ob als Endzustand irgendwann einmal „ein ökologisch beachtenswertes Gebiet“ angestrebt werden soll, das von einem Aussichtsturm zu betrachten ist.