Verbrauchermarkt in Wettmar – Gegner starten neue Kampagne

m ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Gegener des Verbrauchermarktes an der Baustelle Plakate aufgehängt. (Foto: Renate Tiffe)

Bürgermeister Düker: „Es gibt keine andere politische Entscheidung“

Wettmar (ti). Die größere Mehrheit der Einwohner von Wettmar hat den Beginn der Bauarbeiten für den Verbrauchermarkt am Ortsrand begrüßt. Das Unternehmen Edeka hatte sich trotz der nicht abschließend geklärten Rechtslage dazu entschlossen. Die Gegner des Marktes haben jetzt allerdings eine Kampagne ungeahnten Ausmaßes gestartet.
Es begann mit Plakaten am Ortsausgang und einer Unterschriftenliste, die sich gegen den Bau wandte. In den Geschäften des Ortes wurden Käufer von den Mitarbeitern und den Gegnern des Marktes zum Unterschreiben aufgefordert. Als Argumente wurden genannt, dass die Fläche unterhalb der Mühle nicht verschandelt werden, und dass am Ortsrand keine Bauruine entstehen dürfe. 312 Unterschriften sind schließlich zusammengekommen.
Überredet wurden die Unterzeichner u.a. auch mit Aussagen wie: „Sie können ja für den Markt sein, aber Sie sind doch sicher dagegen, dass wir demnächst eine Bauruine hier haben“.
Offenbar hat die Lage in der Stadt mit dem neuen SPD-Bürgermeister Axel Düker, die Gegner Morgenluft wittern lassen. Düker hatte vor seiner Wahl stets von einer Bürgerbeteiligung bei politischen Entscheidungen gesprochen. Als ihm von Dr. Friedrich Wolff, dem Sprecher der Marktgegner, die Unterschriftenliste überreicht wurde, erteilte er den vermeintlich Bürgerengagierten allerdings eine klare Absage.
Es werde keine neue politische Entscheidung geben, sagte er. Der Markt wird gebaut. Es gehe langfristig um die Versorgung der Bevölkerung in Wettmar. Im Nachhinein wies Düker darauf hin, dass der eigentliche Ansprechpartner für die Unterschriftenliste die Region Hannover gewesen wäre, die als Genehmigungsbehörde über die Situation zu entscheiden hat.
Erstaunt über die neuerliche Kampagne zeigte sich Wettmars Ortsbürgermeister Michael Kranz. Er habe bis jetzt im Ort nur von Zustimmung für den Markt gehört, betonte er. Bei den Gegnern handele es sich um eine Minderheit, die aus persönlichen Gründen den Markt verhindern wolle. In der Demokratie sei eine Minderheit zu respektieren. Den Ausschlag geben für eine weitreichende Entwicklung könne sie jedoch nicht.
Das sogenannte kleine Zentrum aus kleineren Fachgeschäften, die sich im Ortskern angesiedelt haben, sieht Rainer Fredermann, Landtagsabgeordneter und langjähriger Ortsbürgermeister von Wettmar nicht gefährdet. Die Läden dort kommen und gehen wie es allgemein in der Wirtschaft üblich sei, meinte er. Das war ohne den Verbrauchermarkt so und werde auch so bleiben.
Fredermann, der zugleich Burgwedeler CDU-Vorsitzender und Stadtratsmitglied ist, teilte mit, dass die Mehrheits-Fraktion eindeutig zu dem Beschluss für den Verbrauchermarkt stehen. Die Angelegenheit sei nur noch eine rechtliche und keine politische mehr.