„Variante Null“ als Konsenslösung

Kämmerer Christian Möhring stellte die drei Varianten vor, von denen die Ursprungsvariante der Stadt Burgwedel (oben) letzten Endes vom Ortsrat befürwortet wurde. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ortsrat stimmt nun doch für den ersten Entwurf zur Erweiterung der Grundschule

KLEINBURGWEDEL (bgp). Ende gut, alles gut? Die Debatte um einen geeigneten Entwurf zur Erweiterung der Grundschule in Kleinburgwedel wurde in der letzten Sitzung des Ortsrates endgültig abgeschlossen und mündete in einer einstimmigen Empfehlung der von der Stadt Burgwedel ursprünglich geplanten „Variante Null“, die einen großen Erweiterungsbau in Richtung Moorstraße vorsieht.
In der Vergangenheit hatte es Unstimmigkeiten gegeben, da sich der Ortsrat Kleinburgwedel nicht ausreichend in die Planungen der Stadt eingebunden fühlte und alternative Vorschläge angefordert hatte. Verwaltung und Schulausschuss hatten sich daraufhin bereit erklärt, mit allen Beteiligten im Rahmen einer Ortsbegehung Wünsche aufzunehmen und Alternativen zu entwerfen. Nun war es soweit: Kämmerer Christian Möhring stellte am Dienstagabend in der öffentlichen Sitzung des Kleinburgwedeler Ortsrates zwei weitere Varianten vor.
Im Gegensatz zum Ursprungsentwurf sehen die beiden neueren Entwürfe eine Erweiterung hauptsächlich in Richtung Burgstraße vor. Beide Alternativentwürfe erfordern jedoch einen weitaus höheren Flächenanteil des Schulhofes, dessen Bebauung durch ein Gefälle von bis zu 1,50 Meter noch erschwert werden würde.
Das Grundstück müsste dazu in einem aufwändigen Verfahren nivelliert werden, erläuterte Möhring. Der Flügelbau am Moorweg entlang verbrauche weniger Schulhoffläche und würde das Gelände im vorderen Bereich halb umschließen, sodass ein Innenhof entstünde. In Kombination mit der Dorfbücherei im vorderen Gebäudekomplex sei dieses Ensemble ein „belebendes Element“, das Öffentlichkeit schaffe, warb die Erste Stadträtin Christiane Concilio für den Ursprungentwurf.
Außerdem seien die Nutzungsbereiche Verwaltung, Mensa, Hort und Bücherei darin klar abgegrenzt, während in den Alternativvorschlägen nicht alles so günstig untergebracht werden könne, argumentierten beide Vertreter der Stadt.
Der Ortsrat ließ sich nach Abwägung der vorgebrachten Argumente von der Ursprungsvariante überzeugen und empfahl einstimmig den Erweiterungsbau in Richtung Moorweg. „Allen kann man es nicht recht machen“, sagte Ortsbürgermeister Jürgen Schodder (CDU) und räumte ein, dass ihm die Front zum Moorweg zu lang sei und nicht zu einhundert Prozent seinen Vorstellungen entspreche.
Er entschied sich dennoch für den ersten Entwurf angesichts der hohen Kosten für eine Geländenivellierung, die bei den beiden Alternativen fällig wäre. Bianca Fitzthum (Grüne) war sehr angetan von dem Raumkonzept des ersten Entwurfes, monierte aber die Länge des geplanten Gebäudeflügels. Sie verspricht sich jedoch von der Bücherei am vorderen Ende des Neubaus einen Anziehungspunkt, der als „Magnet“ für den Ort wirke.
Friedhelm Leisenberg (CDU) argumentierte mit dem Faktor Zeit, die es kosten würde, weitere Varianten zu erarbeiten. Daher plädierte er ebenfalls für den Ursprungsentwurf, bat sich aber Gespräche über die Anlage des Platzes zwischen Grundschule und dem Haus der Kirche aus. Vorstellbar sei eine Art „Campus“, der zum Verweilen einlade, so Leisenberg.
Ebenso wie die Vertreter der Verwaltung war auch Stephan Nikolaus-Bredemeier (SPD) sichtlich erleichtert über das Votum. Er hatte zu Beginn der Sitzung nur begrenztes Verständnis für die Kritik des Ortsrates, nicht rechtzeitig in die Planungen einbezogen worden zu sein. Die „Extraschleife“ habe sich jedoch gelohnt, da sich durch die angebotenen Alternativen letzten Endes alle für die Ursprungsvariante ausgesprochen hätten, wertete Nikolaus-Bredemeier die Entscheidung positiv.
Am darauffolgenden Montag tagte der Schulausschuss und winkte den Ursprungsentwurf ebenfalls durch. Mit Spannung wird der anstehende Ratsbeschluss am 18. Dezember erwartet. Sollte der Rat ebenfalls für die Erweiterung gemäß „Variante Null“ plädieren, könnte der Bauantrag noch in diesem Jahr gestellt werden.