Unfallstatistik 2009: 21 Prozent mehr Verkehrsunfälle als 2008

Zahlreiche Unfälle auf dem Parkplatz der Firma real,-: Claus-Dieter Grossmann zeigt auf der Karte, wo 2009 der einzige Unfallschwerpunkt lag. (Foto: Sina Balkau)
 
Unfallhauptstelle: Besonders die Zufahrt zum Parkplatz von real,- wird immer wieder zum Unfallschauplatz. (Foto: Sina Balkau)

Polizei will mit verstärkten Kontrollen und Prävention reagieren

GROSSBURGWEDEL (sib). Das Polizeikommissariat Großburgwedel gab in der vergangenen Woche die Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2009 bekannt. Das ernüchternde Ergebnis: Entgegen dem Landestrend stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Jahr 2008 um rund 21 Prozent an. Vier Menschen kamen auf den Straßen ums Leben, 27 wurden schwer und 47 leicht verletzt.
1.080 Verkehrsunfälle verzeichnete das Polizeikommissariat Großburgwedel 2009 – im Vorjahr waren es nur 889. Dabei habe es sich jedoch um eine vergleichsweise niedrige Zahl gehandelt, die auf einen erhöhten Kontrolldruck zurückzuführen sei, der 2009 so nicht zu realisieren gewesen sei, erklärte Polizeihauptkommissar Claus-Dieter Grossmann. „In den Jahren vor 2009 hatten wir immer um die 1.000 Unfälle“, so Grossmann.
Insbesondere die Zahl der Wildunfälle nahm drastisch zu, sie stieg von 151 auf 205. Vor allem auf der L 310 in Richtung Celle, zwischen Thönse und Ramlingen, auf der L 383 in Richtung Oldhorst sowie auf der L 381 von Großburgwedel nach Fuhrberg stießen viele Fahrer mit Wildschweinen und Rehen zusammen. Letztere Strecke war auch der Schauplatz zweier erschütternder Unfälle, bei denen insgesamt drei Menschen ums Leben kamen.
Trotzdem handelt sich dabei nicht um einen Unfallschwerpunkt, der einzige verbliebene ist die Opelstraße in Altwarmbüchen mit der Zufahrt zum Parkplatz der Firma real,-. „Die Unfallkommission wird sich auch in den folgenden Jahren damit befassen müssen, sicherlich werden Schilder aufgestellt werden. Letztendlich hilft aber nur ein Umbau“, so Verkehrssicherheitsexperte Claus-Dieter Grossmann.
Beschäftigen wird das Polizeikommissariat in Zukunft auch die Frage, wie man Radfahrer besser schützen kann: An 68 der 1.080 Unfälle waren Radfahrer beteiligt, die in der Regel schwere Verletzungen davongetragen haben. Vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren waren häufig in Fahrradunfälle verwickelt. „Bei Kindern ist die Prävention kein Problem, die lernen schon im Kindergarten, dass sie zum Fahrradfahren Signalkleidung und einen Helm tragen müssen. Senioren sind da wesentlich schwerer zu überzeugen“, so Grossmann. Die Radler müssten zu mehr Vernunft und gegenseitiger Rücksichtnahme bewegt werden, denn nicht wenige Unfälle passierten auch untereinander. So waren zum Beispiel zwei Radfahrer frontal zusammengestoßen, so etwas ließe sich vermeiden. Nicht zuletzt müsse aber auch das gesamte Radverkehrsnetz geprüft werden.
Neben den Senioren stellen auch die Fahranfänger zwischen 18 und 25 Jahren eine Risikogruppe dar, die durch gezielte Präventionsmaßnahmen entsprechend sensibilisiert werden soll. Verkehrssicherheitsaktionen, wie „FIT...für den Straßenverkehr“, und Informationsveranstaltungen in den Fahrschulen sollen die jungen Menschen zu einem verantwortungsbewussten Verhalten erziehen.
Ein großes Thema waren 2009 auch Fahrten unter Alkohol und Drogen, von denen 125 Fälle bei Kontrollen oder in Verbindung mit Unfällen festgestellt werden konnten. Das entspricht einer 30-prozentigen Steigerung gegenüber dem Vorjahr, der die Polizei mit verstärkten Kontrollen begegnen will.