Uneinigkeit bei der Sanierung der Alten Burgwedeler Straße

Der Zustand der Alten Burgwedeler Straße ist deutlich verbesserungswürdig. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Optisch umwandeln in eine Wohnstraße oder komplette Asphaltierung?

FUHRBERG (hhs). Für rege Diskussionen sorgte die anstehende Sanierung der Alten Burgwedeler Straße auf der Sitzung des Fuhrberger Ortsrates am Dienstag vergangener Woche. Zu diesem Tagesordnungspunkt hatten sich eine Menge betroffener Anlieger eingefunden.
Martin Reinckens, Bauingenieur vom Planungsbüro PVB, legte eine Analyse der Alten Burgwedeler Straße vor: Die Fahrbahnbreite sei gering, es gibt Schäden an der Bankette beiderseits der Fahrbahn auf gesamter Länge, eine geregelte Entwässerung fehlt, ebenso ein Regenwasserkanal. Abschnittsweise bilden sich Pfützen, ein Gehweg ist nicht vorhanden und die Anbindung der Grundstücke ist ungeregelt. Das Wasser versickere nicht, der Zustand der Straße sei alt, Asphalt auf altem Kopfsteinpflaster. Auch der grüne Seitenbereich bereite Probleme.
Es war ruhig auf den Besucherplätzen geworden. Jedem der Anlieger war bei der Mängelmenge klar: Die Umgestaltung der Straße wird ein teure Geschichte für sie, denn an den Kosten werden die Anlieger erfahrungsgemäß anteilig zur Kasse gebeten.
Anschließend legte Reinckens einen Entwurf zur Umgestaltung vor. Die Alte Burgwedeler Straße sei früher eine Hauptverkehrsstraße gewesen. Maßgebend für die Planungen sei der Begegnungsfall von LKW und PKW auf der Fahrbahn. Er habe dort nur wenig fußläufigen Verkehr festgestellt. Er schlug vor, in jedem Fall die Tempo-30 Regelung beizubehalten und am Ortseingang geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen zu planen.
Das Querprofil der Straße müsse bei gedachten gut 1.000 Fahrzeugen täglich von vier auf fünfeinhalb Meter verbreitert werden, so werde allgemein geplant bei dem Verkehrsaufkommen. Die Versickerung soll weiterhin im Grün des Randstreifens stattfinden. Außerhalb der Ortschaft soll die Fahrbahndecke asphaltiert werden, innerorts solle Pflasterung das Bild bestimmen. Auch die Zufahrten zu den Grundstücken sollen gepflastert werden. Die Fahrbahn im gepflasterten Bereich solle leicht verschwenkt werden, um eine gewisse Verkehrsberuhigung zu bewirken. „Wenn wir die Straße optisch in eine Wohnstraße verwandeln, wird sie als Abkürzung uninteressant“, so Reinckens.
Das wollten ihm die Anlieger so nicht abnehmen. Sie befürchten, dass die Alte Burgwedeler Straße weiterhin Abkürzung bleibe, insbesondere infolge der neuen Ampelanlage an der Giesche-Kreuzung. Deswegen, so Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer, plädiere er dafür, den innerörtlichen Bereich der Alten Burgwedeler Straße ebenfalls zu asphaltieren, der Ruhe wegen. Auch die Verschwenkungen stießen auf Kritik. Die Landwirte befürchteten Schwierigkeiten beim Rangieren mit ihren Fahrzeugen.
Martin Reinckens notierte sich alle Anregungen. Es habe bisher nur einen Entwurf vorgelegt, sagte er. „Ich plane Ihnen, was Sie wollen. Aber unsere Erfahrung zeigt: Wer schöne Straßen sät, der erntet Verkehr“.