Umwelttag in der Grundschule

Yasmina, Emilia und Ylva (v. l.) kreierten im Chemielabor eine Creme mit dem Namen „AEA-Sommerfrische“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Sie sorgen mit ihrer Gruppe für Mülltrennung im Klassenzimmer (v. l.): Johanne (10), Greta (9), Frederike (9), Fabian(7), Kai (7) und Anna Marie (10). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Kinder erleben ihren nahen Lebensbereich ganz neu

FUHRBERG (bgp). Einen besonderen Schultag erlebten die Schülerinnen und Schüler der Maria-Sibylla-Merian-Grundschule in Fuhrberg.
Im Rahmen eines Umwelttages lernten die Kinder in verschiedenen Projektgruppen, aus regionalen Zutaten leckere Gerichte zuzubereiten, Spargel zu stechen oder unterschiedliche Instrumente auszuprobieren. “Wir beziehen uns mit den Projekten auf die Lebensumwelt der Kinder“, verweist Schulleiterin Maike Rawlings voller Stolz auf die insgesamt sechs Projekte, die gemeinsam mit außerschulischen Kooperationspartnern aus dem Ort durchgeführt werden. Als Umweltschule liege dem Kollegium die Sensibilisierung der Mädchen und Jungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sehr am Herzen.
Die Vikarin der ev. Ludwig-Harms-Kirchengemeinde Fuhrberg, Julia Krohmer, erarbeitet gemeinsam mit den Kindern das Thema Schöpfungsgeschichte. Die Kinder hören aufmerksam zu, denken nach und sagen, was für sie zur Schöpfung gehört. Bunte Papiersegmente auf dem Boden bilden die thematischen „Puzzleteile“ der Schöpfungsgeschichte, die sich am Schluss zu einem Kreis zusammenfügen.
In einem anderen Klassenzimmer herrscht konzentrierte Stille, während Schülerin Ruth und ihre Mitstreiter aus der Gruppe sich Gedanken um Mülltrennung machen. Mit Farbstiften malen die Kinder Etiketten mit der Aufschrift „Bio-Müll“, „Papier“ oder „gelber Sack“ bunt an.
Für jeden Klassenraum werden die Schildchen auf farblich passende Wert- und Restabfallbehälter geklebt. Damit nachher auch alles im richtigen Eimer landet, fertigen die Kinder zusätzlich Plakate an, auf denen auch ohne Lesekenntnisse zu sehen ist, was in die jeweiligen Behälter gehört. So können auch die Jüngsten schon mitmachen.
Im „Chemielabor“ duftet es nach Fruchtaromen. Die Nachwuchs-Chemiker haben alle weiße Kittel an und Schutzbrillen vor den Augen. Geschäftig hantieren sie unter fachkundiger Anleitung von Lehrerin Carolin Heuer mit Pipetten, Flaschen und farbigen Flüssigkeiten. „Ich finde Chemie sehr spannend und es ist cool, zu experimentieren“ erklärt die neunjährige Emilia.
Yasmina (8) und Ylva (7) sind ebenfalls begeistert, die drei präsentieren voller Stolz ihre Creme mit dem Namen „AEA-Sommerfrische“. Am nächsten Tisch hält Jerome André ein Fläschchen Duschgel hoch und betont: „Das ist for Men.“ Er wolle das seinem Vater schenken, aber die Creme werde er wohl eher seiner Mutter schenken, merkt er humorvoll an.
Musikalisch geht es im Projekt „Experimente mit dem Posaunenchor Fuhrberg“ zu. Heinrich Neddermeyer und Pieter Sikkema lassen zehn Kinder verschiedene Blasinstrumente ausprobieren und erklären die Funktionen der vielen Klappen und Ventile. „Wir freuen uns immer über Nachwuchs“, sagt Neddermeyer, während Pieter Sikkema an der Tafel eine Tonleiter anzeichnet und dazu Fragen stellt.
Im Nachgang zu dem Schulprojekt haben die Kinder am Dienstag, 15. Mai 2018 um 17.00 Uhr die Möglichkeit, sich im Feuerwehrhaus noch mehr mit den Instrumenten beschäftigen. „Ältere Kinder und interessierte Erwachsene sind auch herzlich willkommen“, erklärt Heinrich Neddermeyer.
An einem langen Tisch auf dem Schulhof sitzen zwanzig Kinder und genießen das, was sie im Projekt „Zubereitung regionaler Produkte“ in mundgerechte Stücke geschnitten haben. Sie greifen beherzt zu und knabbern frisches Gemüse. Ihre Schulkameraden aus der Gruppe „Spargel stechen“ sind allerdings nicht dabei. Sie haben auf dem Acker eines örtlichen Spargelbauern gelernt, wie man das regionale Edelgemüse fachkundig erntet.