Überwältigende Premiere

Rony Bajo (l.) ist Auszubildender für Metallbau mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik im 1. Lehrjahr bei der Firma Rosenhagen. Payman Rahmani (r. daneben) ist noch auf der Suche nach einem Beruf. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Moritz Saupe (r.) probiert schon mal den Zaunbau mit einem Akkuschrauber am Stand des Gartenbauunternehmens Fortmüller. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

„Startklar“ erntet großes Lob von allen Seiten

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Die Agora der Oberschule verwandelte sich am Freitag in eine Messehalle mit rund zwanzig Ständen, an denen örtliche Unternehmen, Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Institutionen über ihre Ausbildungsangebote informierten.
Die teilnehmenden Unternehmen präsentierten den angehenden Schulabsolventen ein reichhaltiges Spektrum vom Bankkaufmann über Pflege und Gartenbau bis hin zu Dienstleistungen im IT- und Marketingbereich oder Verwaltungsaufgaben. Ergänzt wurde das Spektrum der Messe durch den Informationsstand „Azubi21“ der Region Hannover und die Präsenz der Wirtschaft Initiative Burgwedel (WIB).

Systematische Vorbereitung

Im Vorfeld der Messe erhielten die Schülerinnen und Schüler aus dem 9. Jahrgang der Oberschule einen Fragebogen, anhand dessen sie ihre Gedanken über eigene Fähigkeiten und Wünsche eintragen konnten. Wichtige Fragen zu gewünschten Ausbildungszweigen konnten dort ebenfalls notiert werden.
Aus dem Pool der teilnehmenden Unternehmen wählten die Neuntklässler der Oberschule fünfzehn aus, die in Kleingruppen im Viertelstundentakt am Stand besucht wurden. In einer Anschlussrunde konnten davon drei favorisierte Betriebe noch einmal vertiefend besucht werden. „Durch das rotierende System lernen die Schüler viele verschiedene Bereiche kennen und haben so manches Aha-Erlebnis bei Berufen, die sie sich sonst nicht unbedingt ausgesucht hätten“, betonte Oberschulrektorin Renate Koch zufrieden.

Ansprechende Präsentation

Das Organisationsteam hatte innerhalb weniger Wochen zahlreiche Burgwedeler Unternehmen für die Teilnahme gewinnen können und die Messe organisiert. Für manche Betriebe stellte sich dann die Frage: „Wie präsentieren wir unsere Ausbildungsberufe?“ Das Handwerk hatte es da etwas leichter als die Dienstleistungsunternehmen. Kurzerhand wurden die derzeitigen Auszubildenden nach ihren Vorstellungen gefragt und an der Vorbereitung beteiligt. Heraus kamen ansprechende Konzepte, die jungen Menschen eine plastische Vorstellung von den verschiedenen Berufen vermittelten.
So wurden die Oberschüler am Stand des Gartenbaubetriebes Fortmüller praktisch angeleitet, eine kleine Pflasterfläche zu legen oder einen Zaun zu bauen. Die Sparkasse Hannover hatte an ihrem Stand einen Video-Live-Chat aufgebaut, mit dem der Berufsnachwuchs ausprobieren konnte, wie moderne Finanzberatung mit technischer Unterstützung funktioniert.

Positive Resonanz

Lob gab es für die erste Burgwedeler Ausbildungsmesse von allen Seiten. Sowohl Ausbildungsbetriebe, Schulleitung und vor allem die Schüler selbst waren begeistert von der Premiere. Rony Bajo ist Auszubildender im ersten Lehrjahr in dem Kleinburgwedeler Metallbaubetrieb Rosenhagen. Er zeigte Payman Rahmani aus der neunten Klasse, wie er einen Stifthalter aus Metall bauen kann.
Der Schüler stellte sich geschickt an beim Eindrehen des Gewindeschneiders in die dicke Grundplatte. Mit flinken Händen hatte er die Aufgabe unter Anleitung des nur wenige Jahre älteren Lehrlings bewältigt und präsentierte stolz das Ergebnis. Auf die Frage, was er denn später machen wolle, antwortete er selbstbewusst: „Ich weiß zwar noch nicht genau, was ich machen möchte, aber das hier ist eine tolle Möglichkeit, um das herauszufinden.“
„Die meisten Schüler sind sehr interessiert an der praktischen Arbeit“, lobte auch Rony Bajo, der mit drei weiteren Auszubildenden am Stand seines Betriebes zeigt, was man dort so lernen kann.
Die Sprecher der Ausbildungsbetriebe sind durchweg begeistert von dem Konzept der Messe und berichten vom großen Interesse der Schülerinnen und Schüler, die konzentriert zuhörten und viele Fragen stellten. Vor allem aber wurde dem ausdrücklichen Wunsch der möglichen zukünftigen Auszubildenden Rechnung getragen, einen hohen Praxisanteil in die Präsentation mit einzubringen.
So wünschen sich die Betriebe nach der gelungenen Veranstaltung geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsplätze, die für den Nachwuchs durchaus attraktiv sind. Die Vorteile für die jungen Menschen liegen klar auf der Hand: neben der Vielfalt an Ausbildungsberufen aus verschiedenen Branchen haben die Betriebe der Messe ihren Standort im Stadtgebiet und sind daher auch ohne PKW gut zu erreichen.