Überraschende Entwicklung in der Ortschaft Thönse

Entspannte Gesichter zum Ende der Ortsratssitzung v.l.: Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr, sein Stellvertreter Andreas Krüger, Irmgard Tschacher und Eckhard Stoermer, beide SPD. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Andreas Krüger ist stellvertretender Ortsbürgermeister in Thönse

THÖNSE (hhs). Alle fünf Jahre hat man in der Stadt Burgwedel das Vergnügen, sieben beinahe vollkommen gleich ablaufende Ortsratssitzungen zu besuchen. Das sind immer die konstituierenden Sitzungen nach der Kommunalwahl. Am Mittwoch dieser Woche war die Ortschaft Thönse an der Reihe, nach Engensen, Fuhrberg und Kleinburgwedel. Meistens geht es sehr schnell, bisher dauerte es nur in Thönse etwas länger: Im Ergebnis wurde Heinz-Theo Rockahr (CDU) wiedergewählt und ist Ortsbürgermeister. Sein Stellvertreter ist, etwas überraschend, Andreas Krüger (CDU).
Der Reihe nach: Heinz-Theo Rockahr, der alte Ortsbürgermeister, eröffnete die Sitzung, begrüßte seine Ortsratskollegen und stellte die Beschlussfähigkeit fest. Dann ging es zum nächsten Tagesordnungspunkt über, die Verpflichtung der Ortsratsmitglieder. Diese Aufgabe obliegt dem Bürgermeister der Stadt Burgwedel, Dr. Hendrik Hoppenstedt. Das ging schnell, weil unterdessen schon gut eingeübt. Dr. Hoppenstedt nahm die Verpflichtung per Handschlag vor, und erinnerte die Mitglieder Irmgard Tschacher, Eckhard Stoermer, beide SPD, und Andreas Krüger, CDU, an ihre Pflicht zur Verschwiegenheit, an Mitwirkungs- und Vertretungsgebot.
Nächster und letzter Punkt war die Wahl eines stellvertretenden Bürgermeisters für die Ortschaft Thönse. Heinz-Theo Rockahr beantragte, diesen Tagesordnungspunkt zu verschieben und begründete das damit, der von der CDU dafür vorgesehene Kandidat Otto Braeske sei erkrankt und liege im Krankenhaus. Er solle dann in der nächsten Sitzung, zu der er anwesend sein würde, gewählt werden. Das wollten die beiden SPD-Ortsratsmitglieder Tschacher und Stoermer nicht, sie stimmten gegen den Antrag, und damit herrschte ein Patt, was nichts anderes bedeutete, als dass der Antrag auf Wahlverschiebung des Stellvertreters vom Tisch war.
Also musste gewählt werden. Christian Möhring, eigentlich Kämmerer der Stadt, übernahm das weitere Procedere und klärte zunächst den Ortsrat auf über den weiteren Gang der Dinge: Zunächst sei die Frage nach einem Kandidaten für den Stellvertreterposten zu stellen, und dann zu wählen, schriftlich aber öffentlich, sofern niemand geheime Wahl beantrage. Gewählt werde, wer, die absolute Mehrheit im Ortsrat erhalte. Das seien drei Stimmen, auch wenn Otto Braeske erkrankt und nicht anwesend sei.
Die CDU schlug aus der Not heraus Andreas Krüger vor, die SPD Ingrid Tschacher. Im ersten Wahlgang erhielten beide Kandidaten jeweils zwei Stimmen. Es folgte ein zweiter Wahlgang, der zum gleichen Ergebnis führte. Nun erklärte Christian Möhring, müsse der Kandidat ausgelost werden. Möhring war gut vorbereitet auf diese Situation: Zwei Zettel jeweils mit den Namen eines der Kandidaten beschrieben faltete er ordentlich zusammen. Dann wurde jeweils ein Loszettel in das Plastikdöschen eines Überraschungseis gesteckt, alle beide kamen in einem Karton mit Deckel, wurden noch einmal schön durchgeschüttelt. Dann zog Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr das Los und öffnete das Überraschungsei: Nach kurzem Hinschauen entspannten sich seine Gesichtszüge: Stellvertretender Ortsbürgermeister in Thönse ist jetzt Andreas Krüger.