Trotz allem: Wettmarer Schützen feierten fröhlich

Beim Schützenkönig war alles auf den Beinen. Vorn im Bild Joachim Schluckebier, Andreas Genske und Rainer Fredermann beim Scheibenannageln. (Foto: Renate Tiffe)
 
Glück gehabt. Volkskönig Lothar Urban kam zu seiner Scheibe, weil die Mühlenleute sie verteidigt hatten. (Foto: Renate Tiffe)

Gute Schießergebnisse - Ehrungen für den Vorsitzenden

WETTMAR (ti). Kühl war das Wetter an den ersten beiden Tagen und am Sonntag regnete es unablässig. Die Wettmarer Schützen ließen sich trotz allem die Festfreude nicht verderben und feierten fröhlich. Auch über mangelnde Teilnahme aus dem Dorf brauchten sie sich nicht zu beklagen. „Wir würden uns freuen, wenn es so weitergeht“, sagte der Vorsitzende von „Gut Ziel“ Wettmar, Joachim Schluckebier im Nachhinein.
Schon die Beteiligung am Wettbewerb um die Königsscheiben und die Schießergebnisse hatten dem Vorstand Grund zur Freude geboten. Einsame Spitze war der Teiler von 3,1, den Schützenkönig Andreas Genske mit seinem letzten Schuss erzielt hatte. Die Proklamation der Könige beim Kommers am Freitagabend war deswegen alles andere als eine Routinehandlung.
Auch eine Stadtkönigin war unter den neuen Majestäten. Die stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Diers zeichnete Franziska Brunkhorst mit der Kette aus. Ihrerseits musste sie die Juniorenkette 2011 an ihren Nachfolger Lukas Bäßmann abgeben. Sein Bruder hatte die Jugendscheibe gewonnen und Sven Wimmer freute sich über die Kinderscheibe. Den Wettbewerb um die Volksscheibe hatte Ratsherr Lothar Urban für sich entschieden, der zur Ehrung mit Klaus Sommer und Erwin Fette aus dem Ortsrat Unterstützung mitgebracht hatte. Ortsbürgermeister Rainer Fredermann hatte für seine Ansprache extra das Jackett gewechselt, um gleich danach bei der Proklamation des Schützenkönigs wieder als „Schützenbruder“ zu erscheinen. Er selbst hatte es mit einem Teiler von 47,6 immerhin auf den zweiten Platz gebracht. Alles überstrahlt wurde aber vom glücklichen Lächeln der Damenkönigin Kirsten Freitag (Teiler 92,8). Was machte es, dass ihr Diadem nicht auf Anhieb gleich richtig saß?
Eine Auszeichnung gab es für den Vereinsvorsitzenden. Herbert Eggert vom Kreisverband verlieh Joachim Schluckebier die Ehrennadel in Gold des Regionsfachverbandes Schießsport. Schwer zu sagen, was diesen mehr freute, die Würdigung durch den Verband oder die Ehrenscheibe des eigenen Vereins, die dieser zur Überraschung aller beim Umzug am Samstag annageln wollte (wofür er aber keinen Platz mehr am Schluckebierschen Haus fand). Die Scheibe soll eine Anerkennung sein für die Verdienste des Vorsitzenden bei der Erweiterung des Schützenhauses.
Nur wenig Platz für eine weitere Scheibe – die 18. – gab es auch am Haus der Familie Bäßmann. Mutter Silke, u. v. a. Landesschützenkönigin 2009, war diesmal nicht unter den Siegenden, hat aber offensichtlich das Schützen-Gen weiter an ihre Söhne vererbt. Zum Ehrentanz angetreten ist sie mit Sohn Simon.
„Und wenn die Scheibe richtig hängt, wird hier einer eingeschenkt“, verkündete Wettmars allgegenwärtiges Show-Talent Lothar Urban. Dass die Scheibe bei ihm gelandet war, hatte er den Mitgliedern des Heimatvereins zu verdanken, die nicht nur beim Umzug mit ihrer malerischen Tracht aufgefallen waren, sondern auch energisch Widerstand gegen den Scheibenklau geleistet hatten.
Der große Schützenumzug am Sonntag dauerte nicht solange wie geplant, vereinte trotz Regens aber alle: neben Mitgliedern aus befreundeten Schützenvereinen unter den Wettmarer Vereinen den Heimatverein, den Sportverein und den Gemischten Chor. Für die musikalische Begleitung sorgte die Feuerwehrkapelle – mit „laufendem“ Zelt als Regenschutz – der Thönser Fanfarenzug und der Fanfarenzug des Schützencorps Lehrte. Für ein Ständchen zum 90. Geburtstag im Altenheim war noch Zeit genug, bevor es zuletzt zur großen Sause beim Schützenkönig ging. - Es ging weiter mit Musik im Festzelt, das am Sonntagnachmittag gefüllt war wie selten und auch auf dem Platz herrschte überall Betrieb.