Trafostation der avacon wurde zum Schmuckstück

Ortsbürgermeister Jürgen Schodder „taufte“ das neue Kunstwerk mit einem Glas Jubiläumskorn. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Mit einer kleinen Feier wurde die Umgestaltung der avacon-Trafostation von den Kleinburgwedelern am Donnerstag begangen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kleinburgwedels Dreschplatz hat jetzt richtigen Hingucker

KLEINBURGWEDEL (hhs). Die Ortschaft Kleinburgwedel verfügt über einen Dreschplatz. Diese Örtlichkeit liegt direkt am Immenweg, an der Einmündung. Dort steht, wie in Kleinburgwedel üblich, ein gewaltiger Findling mit der namensgebenden Inschrift für den Platz: „Dreschplatz“ ist darauf zu lesen.
Ein paar Meter daneben befand sich bis vor Kurzem ein allerdings eher tristes Gebäude, eine Trafostation des Stromversorgers avacon. Mit dem zweifelhaften, aber unübersehbaren Charme einer Fertiggarage behaftet, dem Standard Kleinburgwedels keineswegs angemessen. Dies hat sich nun grundlegend geändert.
Ortsbürgermeister Schodder hatte gehört, dass die avacon seit einigen Jahren Mittel bereitstellt, um diese, dem allgemeinen Empfinden nach als wirklich hässlich empfundenen Trafostationen, mit einem Graffiti zu versehen. „Die Anlieger, Ortsräte oder der Realverband wählen ein Motiv aus, und dann setzen wir die Firma art-efx aus Potsdam ein, die dann die eintönigen Fassaden mit Sprühdosen in Fassadenkunst zum Hingucken verwandelt“, erläuterten Timo Albert, bei avacon Referent für Kommunalmanagement und Lars Pfisterer, bei avacon für den Bereich Burgwedel für den Netzbetrieb zuständig, das Procedere.
Am Donnerstag wurde das neu gestaltete Ergebnis in einem kleinen offiziellen Akt von der avacon in die Pflegschaft des Ortes übergeben. Mehr als 100 Mal habe avacon schon die Tristesse der Trafos in aufsehenerregende Kunstobjekte verwandelt. „Das hat auch einen Vorteil: Die Motive sind mit den Anwohnern abgestimmt und die Graffiti-Sprayer beachten immer ein ungeschriebenes Gesetz: Was einmal besprüht ist, wird von ihnen nicht übersprüht. Und es gibt schon einen Kalender mit den Motiven, die von uns bisher eingesetzt wurden“, fährt er fort.
In Kleinburgwedel habe man schnell einen allgemeinen Konsens in einem historischen Dreschplatz-Motiv gefunden, sagt Albert. Ein Dreschplatzmotiv, um die Station dem Platz thematisch anzupassen. Nur einen Tag hätten die Künstler gebraucht, um das Dreschplatzmotiv aufzusprayen. Eine gelungene Arbeit, Bild und Umgebung harmonieren großartig miteinander.
Ortsbürgermeister Jürgen Schodder erinnerte in seiner kurzen Ansprache an die Anfänge der Elektrifizierung in Kleinburgwedel: Die Straßenbeleuchtung sei 1925 gekommen. 1929 sei seien die Hausanschlüsse möglich gewesen. Allerdings nur erst für die Anlieger an der Wallstraße.
„Die Bauern, die abgelegen hinter der Wallstraße saßen, haben sich dann über die höheren Kosten wegen der längeren Anschlusswege beklagt“, hatte Schodder den alten Unterlagen entnommen. Aber dann hätten sie sich doch alle für einen Stromanschluss entschieden. Damit war die Stromversorgung gesichert und die Landwirte konnten sich Motoren zum Antrieb von Großgeräten wie Dreschmaschinen anschaffen.
Abschließend taufte der Ortsbürgermeister die neu gestaltete Trafostation mit einem Jubiläumskorn von der 700-Jahrfeier. Und dann gab es für alle Anwesenden Jubiläumskorn, nun nicht nur dreieinhalb Jahre in Eichenfässern gereift, sondern auch in Kleinburgwedel in Flaschen drei qualitätsverbessernde Jahre nachgereift.