Thönser Schützen trotzten dem Regen drei Tage lang

Kerstin Müller erhielt die Überraschungsscheibe und legte einen zünftigen Tanz auf dem heimischen Pflaster hin. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Der Fanfarenzug Thönse ist im besten Sinn eine Werbung für fröhliches Musizieren. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kerstin Müller erhielt in diesem Jahr die Überraschungsscheibe

THÖNSE (hhs). Am Wochenende war vielen der Thönser Schützen zum Heulen zumute. Insbesondere am Schützenfestsamstag war es schwierig, sich mit den Wetterkapriolen so wortlos abzufinden. Beim Umzug durch das Dorf zum Anbringen der Königsscheiben regnete es fast ununterbrochen und die Teilnehmer waren mehrheitlich nass bis auf die Haut.
Doch mit dem Eintreffen auf dem Festzelt kam auch die gute Laune zurück: „Wir haben es geschafft“, sagte einer und legte erst einmal seine Brille trocken. Nun wurde wie üblich richtig gefeiert.
Das tröstete die Vergnügungsgeschäfte auf dem Festplatz nur wenig. Sie litten unter dem miserablen Wetter. Schlimm und „einsam“ sei es besonders am Samstagabend gewesen. Da habe kaum jemand das Zelt verlassen und auch die Gäste, die sonst in jedem Jahr am Samstagabend einen Rundgang über den Festplatz machen, seien lieber zu Hause geblieben. Am Sonntagnachmittag war es dann weitgehend trocken und während des Platzkonzerts der Fanfaren- und Musikzüge herrschte reges Treiben auf dem Festplatz.
So verlief das Ausbringen der Königsscheiben am Samstag nach Plan, nur eben ziemlich feucht. Königin des Jahres 2014 beim Schützenverein Edelweiß Thönse ist Jasmin Hampe, Schützenkönig ist Karl-Heinz Brand. Jugendkönig wurde in diesem Jahr Nina Eilert, Kinderkönig wurde Lukas Mende. Als Junggesellenkönigin hatte sich Susanne Zechmeister durchgesetzt. Ihre Scheibe wurde am Thönser Schützenhaus gewissermaßen „zwischengelagert“. Die in Altwarmbüchen wohnende Schützendame wird sie zu einem späteren Zeitpunkt erhalten.
Vom Schützenhaus führte der Umzug zu Schützenkönig Karl-Heinz Brand hinten am Ende der Bruchstraße. Doch ganz plötzlich bog die Festgesellschaft links ab in den Reihermoorweg. Hier wurde die Überraschungsscheibe vergeben. Das ist ein Brauch, der in vielen Schützenvereinen mit großer Leidenschaft praktiziert wird. Nur ein kleiner Kreis weiß, wer Preisträger dieser Überraschungsscheibe ist. So stehen dann alle überrascht vor irgendeiner Gartenpforte und die schwarze Scheibe wird an einen Teilnehmer oder eine Teilnehmerin vergeben. So auch am Samstag in Thönse: Kerstin Müller, eine junge Frau aus der Freiwilligen Feuerwehr, ist in diesem Jahr die Preisträgerin. Sie befand sich ganz am Ende der Marschkolonne und war für die Verkehrsabsicherung verantwortlich. Als sie von hinten sah, dass alle in den Reihermoorweg einbogen, ahnte sie schon, was kommen würde. Schnell wurde die Scheibe übergeben, dann folgte der Ehrentanz zu den Klängen des Fanfarenzuges Thönse. Irgendwer muss der Familie einen Tipp gegeben haben, denn ausreichend kalte Getränke waren auch vorhanden, und dann ging es weiter zum Schützenkönig und schließlich wieder zurück zum Festzelt.
Der Sonntag beginnt in Thönse mit dem Königsessen, was sich großer Beliebtheit im Ort erfreut. Alle Königsscheiben sind ausgetragen, man hat Ruhe und Zeit, ausgiebig miteinander zu Klönen. Selbst der Fanfarenzug war ganz entspannt. Normalerweise soll er am frühen Morgen in der Ortschaft zum Wecken blasen, diese Tortur hatte man ihm angesichts des Wetters aber erspart. Beim abschließenden Platzkonzert am Nachmittag füllte sich das Festzelt zusehends. Es ist gewissermaßen eine Thönser Spezialität, eine gelungene Werbung für die Fanfaren- und Musikzüge und diese besondere Art des fröhlichen Musizierens.