Thönse – das „Muss“ unter den Weihnachtsmärkten

Über dreißig Stände waren es, die die Besucher mit ihren Angeboten lockten. (Foto: Renate Tiffe)

Über dreißig Stände und Besucher in Scharen auf Müllers Hof

THÖNSE (ti). Seit mehr als dreißig Jahren – genau wissen es auch die Initiatoren Cornelia und Heinz-Theo Rockahr nicht mehr – hat der Weihnachtsmarkt in Thönse nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Er ist sozusagen das „Muss“, wenn am zweiten Advent mittlerweile an mehreren Orten in der näheren und weiteren Umgebung zu den vorweihnachtlichen Begebenheiten eingeladen wird.
Vor Wetterunbilden geschützt unter den weiten Vordächern und den ehemaligen Stallungen auf Müllers Hof wurde wie immer all das ausgebreitet, was im Lauf des Jahres entstanden ist zur Verschönerung der Adventszeit und des Festes und zur Bereicherung der Gabentische. Darum herum gruppierte sich, was ebenso zum Markt gehört, reichlich Gelegenheiten zum Trinken und Essen. In Thönse ging man mit der Zeit. Neben der Bratwurst wurden auch Kartoffelpuffer angeboten. Die Nachfrage war größer als erwartet. Schon vor 17 Uhr waren 30 Kilogramm Teig aus der nahrhaften Knolle „weggeputzt“. Wer es sonntäglicher haben wollte, konnte sich bei Kaffee und Kuchen aus dem nahen Hofcafé niederlassen. Unentwegt drehte sich unterdessen das Kinderkarussell. Der Weihnachtsmann schaute schon relativ früh vorbei und verteilte Süßigkeiten an die Kleinen, sozusagen im Vorübergehen. Ob er noch andere Adressen zu bedienen hatte?
Über dreißig Stände waren es, die die Besucher mit ihren Angeboten lockten. Neue waren dabei wie der Engenser Hofladen und der Stand mit den Kirchhorster Adventssternen, aber auch langjährige Anbieter, die sozusagen ihr Stammpublikum haben. Eine Großmutter, die vor 12 Jahren ein Kissen für ihre kleine Enkelin gekauft hatte, brauchte jetzt ein neues, erzählte Christiane Hinze lächelnd. Nach wie vor ist die bekannte Kommunalpolitikerin in Thönse mit ihren textilen Arbeiten dabei „ich brauche das als Ausgleich“.
Jedes Jahr Neues einfallen lassen sich die Thönser Sonnenblumen-Schülerinnen und -Schüler. Die dicken Kerzen aus bunten Wachsresten fielen auf. Mit offenen Flammen in getöpferten Schalen machte die Wettmarer Werkstatt auf sich aufmerksam. Viel Kunsthandwerkliches aus Holz war zu sehen von massiven, großen Sternen bis zu filigranen Schwibb-Bögen und Anhängern mit Weihnachtsmotiven.
Lustige dänische Weihnachtsmänner waren aus Ästen von Haselnuss, Platane und Fichte gebastelt. Stände mit Schmuck waren vertreten und auch die mit warmen Mützen, mit Stulpen und Socken. Für die Gesundheit waren Körnerkissen in vielen Größen da. Und dann die vielen kulinarischen Verlockungen, denen man in der Weihnachtszeit kaum widerstehen kann: die ganz besondere Marmelade, die Pfefferkuchen nach baltischem Familienrezept, die Würz-Öle, die diversen Kräuterliköre und Aufgesetzten.
Bei aufkommender Dunkelheit wurde es noch dichter um die Theke mit den kalten und heißen Getränken. Glühwein oder Kakao mit Schuss? Die Stimmung - und die Stimmen - waren angeschwollen, als der Ortsbürgermeister nach 18.00 Uhr um Gehör für den "Adventskalender" bat. Das allabendliche Treffen mit gemeinsamem Singen und Geschichtenvorlesen fiel diesmal mit dem Lied „Ihr Kinderlein kommet“ nur minimal aus. Die Kinder waren meist schon zu Hause. Und die Thönser waren wieder einmal unter sich an diesem Abend - Adventssingen hin oder her.