Themenvielfalt bestimmt das Angebot der Oberschule Burgwedel

Sehr viel technisches Geschick bewiesen Jeremy König (r.) und das Team der Robotik-AG. Jedes Jahr nimmt die Robotik-AG an dem anspruchsvollen Wettbewerb der FLL (First Lego League) teil. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Schüler gestalteten buntes Programm am „Tag der offenen Tür“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Waffelduft strömte den Kindern und Eltern beim Betreten des Schulgebäudes in die Nase und machte Lust auf einen Bummel durch die Oberschule. Deren Schülerinnen und Schüler hatten sich vieles ausgedacht, um den Viertklässlern der Grundschulen Burgwedels diese Form der weiterführenden Schule schmackhaft zu machen.
Gleich zu Beginn des Rundgangs durch die Gebäude wurden die Besucher mit einem ausgeklüngelten Veranstaltungs- und Lageplan versehen, um sich orientieren zu können. Am Stand daneben informierte der Förderverein der Oberschule Burgwedel über seine umfangreiche Arbeit und warb um neue Mitglieder.
Agora und Pausenhalle waren angefüllt mit Informationen zu zahlreichen AGs und Projekten. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung hatte es eine Projektwoche gegeben, aus der viele der angebotenen Aktionen hervorgingen. So trommelte eine Gruppe von Jungen und Mädchen auf Congas, Bongos und Cajóns zur Unterhaltung des Publikums. Sie zuvor unter Leitung von Musiklehrerin Christiane Kreie einiges an Percussion-Stücken erarbeitet und präsentierten diese voller Stolz.
Während die Aktiven vom Schulsanitätsdienst eindrucksvoll einen „Patienten“ durch die Pausenhalle trugen, kümmerten sich die anderen Kinder vom „Fledermausschutzprojekt“ um die Präsentation der Belange dieser eindrucksvollen Tierart. Das leibliche Wohl kam währenddessen auch nicht zu kurz, denn eine Grillstation im Innenhof hielt köstliche Bratwürste bereit und in der Hauswirtschafts-Lehrküche wurde Fingerfood hergestellt.
Für die sportlich Aktiven gab es draußen Nordic Walking, Fitness oder für die Anhänger des Motorsports ein Angebot der Mofa-AG.
Im Werkraum konnten Nachwuchs-Bildhauer Holzfiguren herstellen und ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Am Stand von „Active by nature“ wurde das Basteln mit Naturmaterialien, Draht und Perlen angeboten. Im Rahmen der Projektwoche entstanden große Kunstobjekte, die auf der Südseite des Gebäudes aufgehängt wurden. „Active by nature“ wird von der Schulsozialarbeiterin Heide Neudörfer betreut und im normalen Schulbetrieb auch während der großen Pausen angeboten.
Die Kinder konnten kleine Objekte anfertigen und anschließend mit nach nehmen. Ganz nebenbei beobachtet Neudörfer, welche Fähigkeiten bei den jungen Kreativen zum Vorschein kommen. Dieses sei auch wichtig für die spätere Berufswahl und geschehe, ohne dass die Kinder es bemerkten.
Ein Angebot der besonderen Art bildete der „Blinden-Parcours“. Während der Projektwoche hatte eine Schülergruppe unter Leitung von Christiane Seliger, Regionalkoordinatorin für Oberschulprojekte, vieles über das Leben von Blinden erfahren. Sie hatten für den „Tag der offenen Tür“ einen Parcours ausgearbeitet, mit dem sich die Teilnehmer in die Lage von blinden Menschen versetzen konnten.
Eine dunkle Maske verhüllte die Augen und bewirkte, dass Schuhe zuschnüren, einem Hörmemory lauschen oder sich mit einem Blindenstock in der Pausenhalle fortbewegen musste, ohne sehen zu können. Entsprechende Brillen demonstrierten außerdem, wie stark die Sehfähigkeit beeinträchtigt ist, wenn man an grauem Star oder Makuladegeneration leidet.
Die Gruppe habe gelernt, sich besser in die Lage von blinden Menschen zu versetzen, so Seliger. Dabei habe auch geholfen, dass Marco Goldenstein, ein fast blinder Judo-Trainer aus Godshorn, bei der Projektwoche zu Besuch gewesen sei. Dabei haben die jungen Menschen festgestellt: „Der ist ja völlig normal“. Goldenstein habe eindrucksvoll demonstriert, wie man als blinder Mensch zurechtkommt. Geholfen habe ihm dabei auch ein Gegenstand, den fast alle haben. Ein Mobiltelefon mit entsprechenden Apps unterstützt ihn im Alltag wie beispielsweise bei der Auswahl der Kleidung.