Theater Löwenherz: Kinder spielten begeistert mit

Papilio und Muck trafen ein und fegten zunächst einmal das Theater aus und natürlich kam zur allgemeinen Belustigung auch das Publikum dabei in Kontakt mit dem Handfeger.

Das Märchen vom Kaiser, vom Löwen und vom Esel

WETTMAR (hhs). Die Bücherei Wettmar hatte zum Kindertheater eingeladen, mit Hendrik Becker und dem Theater Löwenherz, das ja in Wettmar jeder kennt.
Etwa 35 Kinder „ab dre“ waren gekommen, auch viele kleinere mit ihren Müttern, die in dem improvisierten Theater an der Schattenseite des Dorfgemeinschaftshauses schon etwas unruhig auf den Beginn des Spiels warteten.
Heidrun Schümer, als Leiterin der Bücherei Gastgeberin der Vorstellung, begrüßte die großen und kleinen Theaterfreunde kurz. Sie fragte in die Runde, ob sie mal schauen sollte, ob die Schauspieler schon angekommen seien. Einstimmiges Ja schallte ihr entgegen, und als sie kurz an die Hausecke ging, kamen ihr Papilio und Muck schon entgegen, mit Handfegern bewaffnet, um zuerst einmal das Theater auszufegen.
Einige Kinder und Erwachsene werden so „abgefegt“, während die anderen sich köstlich amüsierten und lachten. Damit hatte sie Papilio alias Hendrik Becker in seinen Bann gezogen, nun waren alle schon mittendrin im Mitmachtheater. Es folgte eine Reise ins Ungewisse, auf die sich die meisten Kinder voll einließen und freudig mitspielten. Muck öffnete den Koffer, fingerte eine lange lockige Perücke hervor.
Ein Junge setzte sie auf, und schon war er Kaiser von Russland. Ein weiterer erhielt eine Löwenmähne, zwei Jungen übernahmen die Handfeger, die nun Schwerter waren und sie zu Rittern machten. Es kamen ein Esel hinzu, eine Zauberin, „aber eine freundliche“ und auch eine Prinzessin. Damit war das Ensemble komplett und der Weg frei für den Lauf ins Land der Phantasie.
Der Löwe beklagte sich, dass er keine Freunde habe. Er traf den Esel, der ihm verständlicherweise eher skeptisch entgegentrat. Die Zauberin wollte sie zu Freundschaft verzaubern, machte aber einen kleinen Fehler: „Simsalabam“, und schon befand sich der Löwe am Hof des russischen Kaisers, wohin er eigentlich gar nicht wollte.
Es folgten eine Reihe von Verwicklungen, für die die kindlichen Schauspieler und das Publikum sorgten, wenn sie unglaublich spontan auf Papilios Fragen reagierten. Am Ende lief alles wieder zusammen: Die freundliche Zauberin erinnerte, wie ihr Zauberspruch richtig lauten muss: „Abrakadabra Simsalabim“. Nun waren Esel und Löwe richtige Freunde. Prinzessin und Kaiser waren sich wieder einig, mit den ständigen Steuererhöhungen war auch Schluss.
Am Ende hieß es: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, wie im richtigen Märchen eben. Dann fragte Hendrik Becker in die Runde, wie denn dieses Märchen heißt: „Das Märchen vom Kaiser in Russland vom Löwen und vom Esel“, kam antworteten die Kinder. Spätestens nun war allen klar, dass sie an der Geburtsstunde eines Märchens teil hatten.