Textile Schau-Stücke im St. Petri-Gemeindehaus

Reißenden Absatz fanden die wunderschönen Kleinteile wie Kissen, Tischdecken und Läufer. (Foto: Renate Tiffe)
 
Margret Venetta, Leiterin der Gruppe, am Quilt-Rahmen. (Foto: Renate Tiffe)

Ausstellung der Thönser Patchworkgruppe der Landfrauen

GROSSBURGWEDEL (ti). Im nächsten Jahr kann die Thönser Patchworkgruppe der Burgwedeler Landfrauen auf ein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Da es dann voraussichtlich keine Extra-Ausstellung geben wird, war diese Schau im St. Petri-Gemeindehaus sozusagen eine schöne Präsentation dessen, was alles im Verein entstehen konnte. Bei der reichhaltigen und vielseitigen Auswahl der Schaustücke handelte es sich allerdings ausschließlich um Arbeiten aus den vergangenen drei Jahren. 2009 hatte die letzte Ausstellung stattgefunden.

„Diese Zeit brauchten wir für neue Arbeiten“, erzählt Margret Venetta, die Leiterin der Gruppe. Patchwork ist eine zeitaufwendige textile Handwerkskunst. „Wir nähen mit der Hand und mit der Nähmaschine“. Vollautomatische Maschinen mit entsprechenden Computerprogrammen kommen bei den Thönser Landfrauen nicht in Frage. Es geht nicht nur um die Perfektion der textilen Schöpfungen sondern auch um die Treffen in der Gruppe. 15 Frauen gehören ihr zur Zeit an. Die Aufnahmefähigkeit ist allerdings begrenzt. „So leid es mir tut, zur Zeit können wir keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen“, so Frau Venetta. Alle 14 Tage treffen sich die Frauen im Thönser Dorfgemeinschaftshaus.

Die vielen schönen Schaustücke im St. Petri-Gemeindehaus könnten dazu verleiten, nach geeigneten Stoffen Ausschau zu halten oder im eigenen Fundus von abgetragenen Kleidern und nicht mehr gebrauchter Haushaltswäsche nachzuschauen und zur Nadel zu greifen. Was an den Wänden und Stellwänden im großen Saal des Gemeindehauses und im Raum der Kinderspielgruppe ausgebreitet ist, sind allerdings in der Regel keine Wandteppiche, auch wenn sie noch so kunstvoll erscheinen. Es sind schlicht Bettdecken oder Zudecken, die die Frauen für ihre Kinder und Enkelkinder gearbeitet haben - ganz im Sinne des ursprünglichen Patchworks, als arme Farmersfrauen in Amerika aus Stücken alter Kleider etwas Warmes für die Familie zusammen nähten.Wahre Meisterwerke sind darunter, wie der ausdrucksvolle große Häuser-Quilt oder eine 2,20 mal 2,40 Meter messende Decke mit Blumenmotiven. (Quilten ist eine besondere Technik, bei der beim Unterlegen mit dem Vlies besondere plastische Effekte erzielt werden).
Auch Kleinteiligeres ist zu bewundern, Tischdecken und – Läufer, Kissenbezüge, Taschen mit besonderen Motiven und vieles andere, bis hin zur Dauergirlande aus Stoffresten. Verkauft werden können nur solche Sachen. Der Renner war diesmal ein Kissen, in dem eine warme Decke steckt, gut im Auto oder im Strandkorb zu gebrauchen. Wer könnte oder wollte die Stunden bezahlen, die die Frauen mit einer großen Decke zubringen? Insofern handelte es sich wirklich vor allem um beeindruckende Schaustücke.
Eine ihrer mittelgroßen Arbeiten hatten die Frauen für ihre Tombola abgezweigt. Es war ein Gemeinschaftsprojekt, das die während einer Freizeit im „Haus der Landfrauen“ in Goslar entstanden ist. „Veilchenwiese“ war das Motto. Der glückliche Gewinner war Klaus Gruber aus Wettmar. Er konnte allerdings erst nach einer aufregenden Telefonaktion das gute Stück in Empfang nehmen.