TenneT übergibt Antrag für SuedLink an Bundesnetzagentur

Planung für Stromtrasse geht in die nächste Runde

BURGWEDEL (hhs). Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat am Freitag bei der Bundesnetzagentur den Antrag für Bundesfachplanung für den sogenannten SuedLink, die Stromtrasse von Wilster nach Grafenrheinfeld gestellt. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen
für den Beginn des Genehmigungsverfahrens, in dessen erster Phase, dem Vorverfahren, die zu untersuchenden Korridorvorschläge festgelegt werden. Erst 2017 wird der umzusetzende Korridor festgelegt, erst danach wird in einem neuen Verfahren der genaue Verlauf der Leitung ermittelt.
„Die Vorschläge der Bürger haben die Überlegungen für die Stromtrasse Südlink verändert“, sagt Lex Hartmann, Mitglied der Geschäftsführung des Netzbetreibers TenneT, heißt es in einer Pressemitteilung des Netzbetreibers. Man muss es TenneT lassen: Nachdem das Unternehmen die bisherige Bürgerbeteiligung ausgewertet hat, trifft es nun auch andere Kommunen in der Region Hannover, die bislang vom Katastrophenszenario dieser Leitung verschont geblieben waren. Garbsen, Seelze, Barsinghausen und Wennigsen sind da zu nennen.
Ab Anfang März hatte der Übertragungsnetzbetreiber am damals vorgelegten Trassenverlauf eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen durchgeführt, bei der er nach eigenem Bekunden mehr als 3.000 Vorschläge und Hinweise von Bürgern, Vereinen und Verbänden und auch den Kommunen eingesammelt habe. Die Mehrheit dieser seien nun in die Veränderungsvorschläge für die Trasssen eingegangen. 98 Trassenvorschläge seien es nun, mit denen sich die Bundesnetzagentur auseinandersetzen muss. TenneT kann zwar Wunschvorstellungen für den Trassenverlauf formulieren, sich aber nicht auf eine Zielvariante festlegen. „Das ist letzten Endes eine politische und gesellschaftliche Entscheidung“, wird TenneT-Sprecherin Ulrike Hörchens in diesem Zusammenhang zitiert.
Im Bereich der Region Hannover war ein Abschnitt im Osten Hannovers von Burgwedel im Norden bis Pattensen im Süden besonders stark von dem angedachten zuerst und vorgestellten Korridor betroffen. Die Auswertung der Bürgerbeteiligung hat jetzt zu mehr als zwölf neuen Varianten geführt. Darunter sind einige, die nur wenig von schon vorgestellten Trassenalternativen abweichen, es finden sich aber auch vollkommen neue Trassen, die durch den Westen der Region führen, zum Beispiel westlich es Steinhuder Meers über Bad Nenndorf dann zwischen Deister und Süntel hindurch, ohne die Region Hannover großartig zu tangieren.
Das hört sich nun alles so an, als sei TenneT nun erst einmal aus dem Spiel und der Osten der Region Hannover werde nun weitestgehend von einer Stromtrasse mit gigantischen Ausmaßen verschont bleiben, insbesondere die Kommunen Burgdorf, Lehrte und Sehnde. Wer das denkt, liegt vollkommen falsch. Die zuerst vorgelegte Trassenvariation ist in allen ihren Spielarten weiter im Planungsgeschäft. Und darin legt eine bisher noch nicht thematisierte „Gefahr“ für Burgwedel, Wedemark, Burgdorf, Lehrte, Sehnde und nicht zuletzt Isernhagen: Eine Trassenführung entlang der A 7, gleichgültig ob östlich oder westlich, ist und bleibt in diesem Bereich die vernünftigste Lösung. Und TenneT wird alles daran setzen, seinen Standort Lehrte mit Windstrom zu bedienen. Beides wird auch die Bundesnetzagentur wenn auch nicht gleich so doch irgendwann mit Sicherheit bemerken.
Das sollte man schließlich im Grundsatz akzeptieren, es kann dann eigentlich nur noch um das „Wie“ gehen. Man stelle sich 70 Meter hohe Masten im Tal zwischen Deister und Süntel vor oder zwischen Bad Rehburg und Steinhuder Meer oder von Isernhagen FB auf kürzestem Wege nach Lehrte...