Tausende informierten sich über Alternativen zum Heizöl

An Besuchern kein Mangel an den beiden Ausstellungstagen auf dem Gelände des Wasserwerks Fuhrberg. Hier kamen Fachpublikum und private Interessenten für „Heizen mit Holz“ gleichermaßen auf ihre Kosten. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Auf besonderes Interesse stießen die Holzverarbeitungsmaschinen, wenn sie dem Publikum im Betrieb vorgestellt wurden. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Besucheransturm bei der Ausstellung „Heizen mit Holz“

FUHRBERG (hhs). Alle zwei Jahre veranstalten die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und enercity, die Stadtwerke Hannover, eine ganz besondere Messe: „Heizen mit Holz“ heißt sie, vorgestellt werden moderne Feuerungstechniken, Werkzeuge wie Holzspalter, Äxte, Keile, Motorsägen, Fördermöglichkeiten, Vollernter und natürlich sämtliches Zubehör, um Brennholz zu Scheiten, Hackschnitzel oder Pellets weiter zu verarbeiten. Gut 100 Aussteller kommen jedes Mal auf das Gelände des Wasserwerks Fuhrberg, um ihre Produkte vorzustellen. Die Zahl der interessierten Besucher lag am vergangenen Wochenende hart am „fünfstelligen Bereich“.
Holz ist der klassische „nachwachsende Rohstoff“ und eine sinnvolle Alternative zum Heizöl. Ofenwärme gilt als behaglich und ist günstiger als Wärme von der Ölheizung. Aber Heizen mit Holz bringt auch Risiken mit sich: Übernutzung des Waldes, nicht jede offene Feuerung ist umweltfreundlich und effizient.
In diesen Problembereichen setzte die Ausstellung in Fuhrberg an. Den Neuinvestoren wurden alle Informationen geliefert, um eine Entscheidung auf sinnvoller Basis treffen zu können: Vollkostenanalysen mit dem Vergleich von Holzfeuerungen zu denen mit fossilen Brennstoffen, gesetzlich vorgeschriebene Emissions-Grenzwerte, staatliche Fördermöglichkeiten auch für Privathaushalte. Und wer dann seine Entscheidung für den Brennstoff Holz getroffen hatte, der konnte sich auf dem Freigelände dann genau die Technik anschauen, mit der das Brennholz dann in die für die Heizungsanlage passende Form gebracht wird: als Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel.
Stark nachgefragt waren Informationen zur Wirtschaftlichkeit des Heizen mit Holz. Da steht immer der Vergleich mit dem Heizöl im Raum. Holz ist kostengünstiger als Heizöl. Die Regel lautet: Je höher der Wärmebedarf ist, desto eher rechnen sich Holzfeuerungen. Vor Jahren noch lautete die Faustregel: Sieben Raummeter Holz sparen 1000 Liter Heizöl ein. In diesem Bereich hat der technische Fortschritt zu Veränderungen geführt. Heute ersetzen fünf Raummeter Holz die 1000 Liter Heizöl. Die Preise für eine Kilowattstunde sind bekannt: Bei Heizöl kostet diese 8,1 Cent, bei Scheitholz fünf Cent. Holzhackschnitzel sind mit 2,8 Cent am Günstigsten. Wer mit Holzpellets heizt, muss mit 5,2 Cent je kWh rechnen. Diese Kosten sprechen ein deutliches Wort für Holz als Brennstoff. Allerdings sollten Neueinsteiger auch daran denken, dass Heizungsanlagen für Brennholz deutlich teurer sind als die für Öl und Gas. Wer die Rechnung anders macht, wird den Vorteil von Holz erkennen: Heute kosten 10.000 Liter Heizöl etwa 8.000 Euro. Bei der Menge an Scheitholz, die dem Heizwert der 10.000 Litern Öl entspricht, fallen 3.876 Euro an. Öl ist die teuerste Variante, ein Haus zu beheizen. Gasheizungen stehen in der Rangfolge noch vor Hackschnitzeln, Scheitholz und Pellets.
Aber es gab auch viele neue Ansätze zur Rekrutierung von Biobrennstoffen zu bestaunen: So erläuterte ein Heizungs- und Anlagenbauer aus Dänemark, dass man im Bereich der Landwirtschaft eigentlich das zu Heizpellets verarbeiten soll, was man im Überfluss hat, es muss nur brennen. Er bietet Lösungen an, Pferdeäpfel zu Pellets zu pressen, ebenso Rapsstroh und die ausgepressten Schalen der Rapskörner, wenn sie die Ölmühlen verlassen. Etwas exotisch muteten die Schalen der Pinienkerne an. Aber die haben zudem noch den Vorteil, dass sie klein sind und nicht mehr zu Pellets gepresst werden müssen. Und die Pinienschalen brannten dann ganz hervorragend auf der Messe „Heizen mit Holz“.