Tausende Bergfinken fielen in Großburgwedel ein

Dieser prächtige Bergfink legte einen Stopp ein in einem der Bäume am Trakehnerweg. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Hülsenfrüchte auf dem Acker zogen die Vögel magisch an

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am vergangenen Freitag haben aufmerksame Passanten am Ortsrand von Großburgwedel ein besonderes Naturschauspiel erlebt: Ein großer Schwarm Bergfinken hatte dort einen Halt eingelegt und trieb sich dort im Bereich eines Ackers herum und in den direkt anliegenden Hausgärten. Immer wieder flogen die Vögel auf und machten einige Runden im Formationsflug, wie man das auch bei Staren erleben kann. Dann fielen sie wieder auf dem Acker ein und in die Gärten. Dass die Bergfinken sich ausgerechnet hier aufhielten, hatte zwei Gründe: zum einen die Futterstellen an den Häusern, zum anderen die vertrockneten Feldfrüchte auf dem Acker.
Die besagte Fläche liegt zwischen den Straßen Trakehnerweg und Am Mühlenfeld und ist bewachsen mit einem sogenannten Hülsenfruchtgemenge, das die Landwirte zur Bodenverbesserung und Unkrautbekämpfung entweder im Frühjahr oder Spätsommer aussäen. Irgendwann werden die Pflanzen dann einfach untergepflügt. Felderbsen, Ackerbohnen, Wicken und Lupinen stehen dort jetzt noch vertrocknet auf dem Halm und ihre Schoten sind noch gefüllt mit den entsprechenden Früchten. Das ist offenbar eine Lieblingsspeise der Bergfinken, die es am späten Freitagnachmittag dorthin verschlagen hatte. Sie fielen auf den Hülsenfrüchten ein, dann begann es überall zu knacken, wenn die Vögel die trockenen Schoten mit ihrem stabilen Schnabel öffneten.
Ab und zu flog der Schwarm auf, drehte wieder einige Runden, um dann zurückzukommen. Zunächst dachte man, das Auffliegen geschehe ohne jeden Anlass. Wer aber eine Stunde opferte und die Gegend genau beobachtete, der konnte denn doch Ursachen feststellen: Immer wenn die Finken in die Luft gingen, kam ihnen entweder ein Bussard zu nahe, oder die Elstern wollten auch nachsehen, was die Finken so erfreute, oder auch die Krähe, Spaziergänger mit Hunden und mehr.
Im Verlauf des Nachmittags fanden sich immer mehr Bergfinken in kleineren Flügen ein. Am Ende waren es rund vier- bis und sechstausend Vögel. Etwa ein Zehntel davon waren Buchfinken, die häufig gemeinsam mit den Bergfinken ziehen.
Bergfinken zählen mit den hier heimischen Buchfinken und den Teydefinken, die auf den Kanaren heimisch sind, zu den Edelfinken. Diese alle haben einen unübersehbaren kegelförmigen Schnabel und Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander im Gefieder. Bergfinken leben in der Taiga Nordeuropas, sie ernähren sich im Sommer von Insekten und Würmern, im Winter von Sämereien und Beeren. Wenn in Nordeuropa der Schnee zu hoch liegt, ziehen sie in Gefilde, wo es leichter Nahrung zu finden gibt, so wie in den vergangenen Tagen in Großburgwedel.
In den folgenden Tagen haben sich die Bergfinken verteilt. Zunächst am Samstag im Ortsbereich Großburgwedel, am Sonntag waren viele in Wettmar und Kleinburgwedel zu bestaunen und am Montag am Ortsrand im Süden Fuhrbergs.