Tag der Information bei der Lebensberatungsstelle

Sigrid Fahrenbach (rechts) referierte über Glücksforschung und Glückberatung. (Foto: Renate Tiffe)
 
Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, aus Einrichtungen der Kirche und der Kommunen, der Schulen und der Polizei waren zu einem „Tag der Information“ eingeladen. (Foto: Renate Tiffe)

Institution für Burgwedel, Isernhagen und Wedemark besteht 35 Jahre

ISERNHAGEN FB (ti). Unprätentiös wie sie ihre Arbeit am Menschen in den drei Kommunen Burgwedel, Isernhagen und Wedemark verrichtet, beging die Lebensberatungsstelle auch ihr 35-jähriges Bestehen. Sie lud Personen des öffentlichen Lebens aus Politik und Verwaltung, aus Einrichtungen der Kirche und der Kommunen, der Schulen und der Polizei zu einem „Tag der Information“ ein.
Begrüßt von der Vorsitzenden des Trägervereins Dr. Renate Vogelgesang und dem Geschäftsführer Hans-Jürgen Herrmann gaben sich die Gäste zeitweise sozusagen die Klinke in die Hand. Einer der Ersten unter ihnen war der SPD-Landtagsabgeordnete Marco Brunotte, später fanden sich auch Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt und der CDU-Regionsabgeordnete und Landtagskandidat Rainer Fredermann ein. Für manche der Besucher und Besucherinnen war es eine erste Begegnung mit der Einrichtung. Die Kontaktbeamtin der Polizei, Antje Schneider, versorgte sich gleich mit Infomaterial „als Hilfestellung für die Bürger“. Viele nutzten die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und zu informellen Gesprächen außerhalb der Gremien.
Für eine Institution, die weitgehend von den freiwilligen Leistungen der Kommunen lebt, sind 35 Jahre eine beachtenswerte Zeit. Die Lebensberatungsstelle Burgwedel, Isernhagen, Wedemark war die erste im weiten Umkreis. Langenhagen kam erst später dazu und Burgdorf ist eine Einrichtung der Region. Mit ihrer Innovationskraft dürfte die Stelle am Lohner Hof in Isernhagen FB auch eine gewisse Vorbildfunktion haben.
Zur Darstellung ihrer Arbeit war vor Kurzem der Jahresbericht für 2011 vorgelegt worden - zum zweiten Mal in der attraktiven und übersichtlichen Form der „Lebenszeichen“. Neue Vorstandsmitglieder sind seit Februar 2012 die Pastorin der St. Petri-Kirche Bodil Reller als stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins, Anette Heinze als Delegierte von Isernhagen und Wolfgang Jansen, Karen Drews und Christiana Böttcher in gleicher Funktion für die Gemeinde Wedemark.
Während die Zahl der Neuanmeldungen nur geringfügig auf 585 zunahm, hat sich bei der Ortszugehörigkeit eine Verschiebung zugunsten von Burgwedel ergeben. Statt 139 in 2010 nahmen im Jahr 2011 168 Klienten die Dienste in Anspruch. Für Isernhagen waren es 137 und für die Gemeinde Wedemark 150. (Der Rest verteilte sich auf andere Kommunen.) Herrmann gab als möglichen Grund das neue Angebot „Mobilraum“ in der Kita Fuhrberg an, wo sich Eltern in 14-tägigem Abstand in Erziehungsfragen beraten lassen können.
Erziehungs- und andere Familienprobleme stehen an erster Stelle bei den Beratungsfällen, gefolgt von Ehe- und Partnerproblemen. „Wir verzeichnen eine deutliche Zunahme von überforderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit Symptomen von Erschöpfungszuständen, Depressionen, beruflichem, schulischem und privatem Burnout-Syndrom“, berichtet Herrmann aus der Beratungspraxis. In der Zunahme begriffen sind Suchtprobleme, auch die Mediensucht.
Die Besucher des „Tages der Information“ hatten auch die Gelegenheit, bei Fachvorträgen ihre Kenntnisse zu vertiefen. Gabriele Steinberg sprach über Erstinterventionen und wer Glück hatte, konnte Sigrid Fahrenbach bei „Glück in der Beratung“ erleben, inklusive passender tiefenpsychologischer Übung.