Swinging Classroom: Schulprojekt mit dem Tanzhaus

Zum Schluss stand für die Schülerinnen und Schüler der Realschule HipHop auf dem Stundenplan, die eher sportliche Variante des Tanzens und damit eine Möglichkeit gesunder Freizeitgestaltung. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Von Disco-Fox bis hin zum „Anti-Blamierprogramm“

GROSSBURGWEDEL (hhs). Swinging Classroom heißt ein neues Schulprojekt, das zwischen Gymnasium und Realschule Burgwedel sowie mit Schulen aus den Nachbarkommunen Wedemark und Isernhagen und der ADTV-Tanzschulen Familie Bothe im Tanzhaus Burgwedel begonnen hat.
Das Niedersächsische Kultusministerium hat den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband ADTV als Kooperationspartner anerkannt, sodass nun Schulprojekte mit Zielen zur Förderung von sozialer Toleranz, zeitgemäßen Umgangsformen und gesunder sportlicher Freizeitgestaltung jetzt auch im Tanzhaus Großburgwedel angeboten werden können. Mit 150 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Großburgwedel hat das Pilotprojekt begonnen, am Dienstag vergangener Woche waren die achten Klassen der Realschule, immerhin 95 Schülerinnen und Schüler im Tanzhaus.
„Sie sind sehr skeptisch, wenn sie kommen, und gehen nach dem Kurs schmunzelnd und strahlend wieder nach Hause“, fasste Yorck-Oliver Bothe seine Erfahrungen mit immerhin schon drei Kursen dieser Art zusammen. Dazwischen liegen etwa drei Stunden, in denen die Schüler in drei Schwerpunkten, dem „Anit-Blamierprogramm“ mit den Spielregeln moderner Kommunikation, den Standard- und Lateintänzen zur Förderung sozialer Kompetenz und Teambildung sowie HipHop als Beitrag zur sportlichen Variante und gesunder Freizeitgestaltung, gewidmet haben.
„Die Schülerinnen und Schüler sind 13 bis 14 Jahre alt, wenn sie zu uns kommen. Das ist kein einfaches Alter. Die Jungen haben zum Beispiel Angst, ein Mädchen anzufassen. Und viele der Kinder erscheinen vereinsamt zu sein“, so Yorck-Oliver Bothes Eindruck. Die Ursache für die Vereinsamung sieht er in der „Daddelei mit PC und Handy. „Die sprechen nicht mehr miteinander und viele der jungen Leute haben auch deutliche motorische Defizite“.
Die erste Stunde ist den Standardtänzen vorbehalten. Yorck-Oliver Bothe hat seine Gruppe in die tieferen Weihen des Disco-Fox eingewiesen, die zweite Gruppe, bei der Lateinamerikanische Tänze auf dem Stundenplan standen, hatte Jasper Kormann übernommen. Auch er ist Tanzlehrer , verfügt obendrein über eine besondere Qualifikation als „Trainer für Umgangsformen“und leitet auch das „Anti-Blamierprogramm“.
Für die Tanzschulen Familie Bothe sind diese Veranstaltungen so genannte „freiwillige Leistungen“. „Wir verdienen damit keinen Cent, aber natürlich hoffen wir, dass der ein oder andere Teilnehmer an diesem Angebot irgendwann zu uns kommt“, so Yorck-Oliver Bothe im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Immerhin würden die Jugendlichen hier die Grundlagen des Sozialverhaltens und die notwendigen Umgangsformen für das weitere Leben kennenlernen können. „Bei den Tänzen ist für jeden etwas dabei, Lateinamerikanische Tänze und die Standardtänze fördern die soziale Kompetenz und Teambildung, HipHop ist eher etwas für die etwas sportlicheren Typen“, sagt er. Und die Schulen seien sehr dankbar für diese Angebote. „Die meisten haben sich schon für das kommende Jahr wieder angemeldet“.