Südliche Nächte mischten norddeutsches Temperament auf

Mit Charme und musikalischem Esprit begeisterten „Die Rheinsirenen“ das Publikum (v. l.): Dorrit Bauerecker (Klavier/Akkordeon), Melanie Werner (Klarinette/Saxophon), Verena Wittmann (Violine/Gesang), Antje Haury (Kontrabass), Barbara Lechner (Gitarre/Banjo) und Gabriele Jüttner (Schlagzeug). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

„Die Rheinsirenen“ begeisterten mit erstklassiger Livemusik im Amtshof

GROSSBURGWEDEL (bgp). Sechs exzellente Musikerinnen machten ihrem Namen „Die Rheinsirenen“ alle Ehre und begeisterten das Publikum mit ihrem Konzert „Südliche Nächte“ im Amtshof Burgwedel. Passend zu den Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius präsentierten sie heiße Rhythmen aus unterschiedlichen Stilrichtungen.
Wer „Die „Rheinsirenen“ am Mittwochabend in Aktion erlebt hatte, mochte nicht glauben, dass sie den Konzertabend, im Gegensatz zur mehrstündigen Anfahrt mit Stau auf der Autobahn, nach eigener Aussage „als Erholung“ empfunden haben. Mit spritzigem Temperament und virtuosem Können legten sie eine Vorstellung hin, die ihresgleichen suchte.
Zum Auftakt besangen sie heiße Liebe in Barcelona mit dem Tango „Zwei rote Lippen und ein Tarragona“, eine Hommage an die Sehnsucht nach dem Spanien der dreißiger Jahre. „Carmen“ durfte dabei mit schnellen Boogie-Rhythmen ebenso wenig fehlen wie „Granada“, letzteres mit einem launigen Gesang über Autos textlich neu interpretiert.
Der unterhaltsame Konzertabend führte vom „Opernleben im Schnelldurchlauf“ bis hin zu Filmmelodien, die James Bond, Miss Marple und alte Helden aus Italo-Western vor dem geistigen Auge erscheinen ließen. Die Musikstücke waren ideal auf die Instrumente der Damen abgestimmt, so als hätten die Originalkompositionen in anderer Besetzung niemals existiert.
Das Publikum wurde mit Melodien zur Gefühlslage bei Liebe, Eifersucht und Tod in Atem gehalten. Während dieses noch in völliger Verzückung den Gitarrenklängen des „Concierto des Aranjuez“ von Joaquín Rodrigo lauschte, erwachte es nach einem scharfen Rhythmuswechsel im nächsten Moment zu neuem Leben und applaudierte.
Ein Schlagzeug-Solo von Drummerin Gabriele Jüttner riss das norddeutsche Temperament gegen Ende des Konzertes zu lautem Jubel hin.
„Die Rheinsirenen“ mischten große Professionalität mit immenser Spielfreude an insgesamt zehn Instrumenten. Sie schafften es, das Publikum mit ihrem rund zweistündigen abwechslungsreichen Programm vollends in den Bann zu ziehen. Der Konzertabend ließ keine Wünsche offen, bis auf einen: Die „Südlichen Nächte“ hätten gar nicht aufhören sollen.