Stunde der Gartenvögel 2018

Mit seiner orange-roten Kehle im Kontrast zur gut getarnten, braunen Oberseite ist das Rotkehlchen unverwechselbar. (Foto: Frank Hekker/NABU)
 
Blaumeisen sind häufige Gäste in hiesigen Gärten, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. (Foto: Frank Hekker/NABU)

Naturschutzbund bittet bundesweit zur großen Vogelzählaktion vom 10. bis 13. Mai

REGION (r/bs). Vögel in der Nähe beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilnehmen und dabei tolle Preise gewinnen – all das vereint die „Stunde der Gartenvögel“, die 2018 bereits zum 14. Mal stattfindet.
Von Vater- bis Muttertag, 10. bis 13. Mai, findet die NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ bundesweit statt. Alle Vogelfreundinnen und -freunde sind aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vor dem Balkon oder im Park zu beobachten, zu zählen und für die bundesweite Auswertung beim NABU zu melden. Dieses Mal ist es wegen des Feiertags Christi Himmelfahrt ein besonders langes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag. Das NABU-Motto 2018: Von Vatertag bis Muttertag Vögel zählen.
Die Daten aller Vogelfreundinnen und -freunde liefern wichtige Informationen zum Vogelbestand in Deutschland und Niedersachsen. Über 7.100 Menschen haben im vergangenen Jahr allein in Niedersachsen bei der „Stunde der Gartenvögel“ Daten erhoben und dadurch wichtige Informationen darüber geliefert, wie es den verschiedenen Vogelarten im Land geht. Insgesamt wurden aus fast 4.500 Gärten knapp 167.000 Vögel gemeldet. Je mehr Vogelfreundinnen und –freunde an der Aktion mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.
Haussperling, Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Stare – das sind die fünf Arten, die bei der „Stunde der Gartenvögel“ in Niedersachsen im Langzeitvergleich am häufigsten gesichtet werden.
Knapp fünf Haussperlinge – oder Spatzen – wurden in den letzten Jahren pro Garten gezählt. Die Männchen haben einen grauen, kastanienbraun eingefassten Scheitel, weiße Wangen und einen schwarzen Latz, die Weibchen tragen ein schlichtes Graubraun. Der Gesang der Männchen besteht aus einer endlosen Folge von „tschilp“-Rufen.
Spatzen sind anpassungsfähig, insbesondere wenn es um die Wahl des Nistplatzes geht. Als Kinderstuben dient etwa eine Nische unter dem Dach, ein verlassenes Schwalbennest oder eine üppige Fassadenbegrünung. Trotzdem gehen die Spatzen-Bestände zurück. „Helfen kann man zum Beispiel mit Nisthilfen – und einer naturnahen Gartengestaltung. Dann gibt es auch genügend Insekten als Nahrung“, sagt NABU-Pressereferent Philip Foth.
Die Amsel ist die einzige heimische Drossel, bei der sich die Geschlechter stark unterscheiden. Das Männchen ist komplett schwarz und hat einen gelb-orangen – im ersten Jahr noch dunkelgrauen – Schnabel. Das Weibchen ist von der Schnabel- bis zu Schwanzspitze schlicht braun gefärbt. Amseln sind viel auf dem Boden hüpfend unterwegs und suchen nach Nahrung. Oft halten sie mit schräg gehaltenem Kopf inne, um zu lauschen.
Regenwürmer, Schnecken und Insekten zählen zu ihren Leispeisen. Später im Jahr kommen Beeren und Früchte hinzu. Vor etwa 150 Jahren war die Amsel noch ein eher scheuer Waldvogel, heute ist sie überall im Siedlungsbereich zu finden. „Als klassischer Kulturfolger kommt sie dort offenbar gut klar“, berichtet Foth.
Die Kohlmeise ist in hiesigen Breiten die größte und häufigste Meise. Mit ihrem schwarz-weißen Kopf, der gelben Unterseite und dem markanten schwarzen Bauchstreifen ist sie gut zu erkennen, am Gesang alleine jedoch nur schwer zu bestimmen. Denn neben dem typischen Ruf „zizibäh zizibäh“ verfügen Kohlmeisen über ein reichhaltiges Repertoire an Gesangsmotiven.
Hinzu kommt ihr Talent zum Nachahmen anderer Meisenstimmen. Aus einem einzigen Kohlmeisen-Gelege können bis zu einem Dutzend Jungvögel schlüpfen. Die Elternvögel sind pausenlos im Einsatz, um die hungrigen Schnäbel zu stopfen. Sie sammeln Blattläuse, Raupen und Spinnen von Blättern und Zweigen. Zu Spitzenzeiten kommen sie nahezu im Minutentakt mit Futter an die Bruthöhle. „Kohl-und Blaumeise sind übrigens die häufigsten Nistkasten-Nutzer. Man kann sie leicht mit dem Angebot von Nisthilfen unterstützen“, rät Philip Foth.
Die Blaumeise ist kleiner als die Kohlmeise und ihr fehlt der schwarze Streifen auf dem Bauch. Stattdessen fallen bei ihr das blaue Käppchen über dem weißen Gesicht, ein schwarzer Augenstreif und die ebenfalls blau gefärbten Flügel- und Schwanzfedern ins Auge. Blaumeisen sind häufige Gäste in hiesigen Gärten, sobald dort ein paar ältere Bäume stehen. Sie sind ständig in Bewegung, oft hangeln sie sich kopfunter an dünnen Zweigen entlang. Ihr Gesang ist abwechslungsreich, beginnt meist mit einem hohen „tii-tii“ und endet mit einem Triller.
Stare erkennt man an ihrem schwarz-grünlich glänzenden Gefieder, dem kurzen Schwanz und dem langen Schnabel. Staren-Männchen sind echte Gesangstalente. Der Vogel des Jahres 2018 verfügt über eine Vielzahl eigener Gesangsmotive, kann viele Vogelarten und andere Geräusche perfekt nachahmen. Das rhythmische Singen unterstreichen sie oft mit weit heftigen Flügelbewegungen. Diese Anstrengungen honorieren die Weibchen: Sie finden die Männchen am attraktivsten, deren Gesang die meisten Motive enthält und die beim Singen die größte Ausdauer an den Tag legen.
Einen guten Anlass, um – nicht nur – die fünf häufigsten Gartenvögel zu beobachten, bietet die „Stunde der Gartenvögel“. Von Vater- bis Muttertag (10.-13. Mai) ruft der NABU in diesem Jahr zur großen Vogelzählung in Städten und Dörfern auf.
„Man beobachtet eine Stunde lang die Vögel im Garten, vor dem Balkon oder im Park, notiert die höchste Zahl an Vögeln jeder Art, die gleichzeitig zu sehen ist, und meldet die Zahlen dem NABU“, erklärt der NABU-Pressereferent.
Farbige Abbildungen der zwölf häufigsten Gartenvögel finden sich unter www.stundedergartenvoegel.de und auch über www.NABU-niedersachsen.de, alternativ per Post oder Telefon (kostenlose Rufnummer am 12. und 13. Mai zwischen 10.00 und 18.00 Uhr: 0800 11 57 115).
Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost der NABU hochwertige Preise. „Und für den Naturschutz liefern die Daten wichtige Informationen über die Entwicklungen der heimischen Vogelwelt und Grundlagen, um zielgerichtet aktiv zu werden“, betont Foth. Infos auch unter www.stundedergartenvoegel.de: Hier gibt es Vogel-Porträts und -Gesänge zum Anhören, eine Zählhilfe sowie viele praktische Tipps. Ab dem ersten Zähltag außerdem aktuelle Zwischenstände und interaktive Karten.