Stimmungsvolle Sommerfantasien

Bratschistin Diana Veiser und Anna Vardianian am Klavier verzauberten das Publikum bei der Matinee „Freudenreiche Tränen“ auf dem Hof Meixner. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Gartenkonzerte auf Meixners Hof verzauberten das Publikum mit sphärischen Klängen

WETTMAR (bgp). In den alten Eichen säuselt das Laub leise im Wind und die Vögel zwitschern, während Diana Veiser gefühlvoll mit dem Bogen über die Saiten ihrer Bratsche streicht, deren leisen Töne die Sommerluft sanft erzittern lassen. Auf den Bänken lauschen die Zuhörer mit angehaltenem Atem, um die stimmungsvolle Atmosphäre mit allen Sinnen zu erfassen.
Sie hatten sich zur Matinee „Freudenreiche Tränen“ eingefunden, die vom Freundeskreis Burgwedeler Gartenkonzerte unter dem Motto „Klassik im Konzertsaal der Natur“ veranstaltet wurde. Abgerundet wurde der musikalische Genuss durch eine Ausstellung mit Werken des Fuhrberger Holzbildhauers Jörg Pfluger und der Künstlerin Dagmar Regelsberger, deren transparente Glasmosaiken etwas von der Leichtigkeit des Sommers widerspiegelten.
Das Wetter hatte dem Freundeskreis dabei in die Hände gespielt, denn am Konzertwochenende waren lediglich schattige Plätzchen unter den großen Bäumen erforderlich, das Regenzeug konnte zuhause bleiben. So hatten zahlreiche Zuschauer ihr Fahrrad aus dem Schuppen geholt und waren zum Hof Meixner geradelt, um am Sonnabend die Serenade im Garten mit den „Sommernachtsfantasien“ oder am Sonntag die Matinee zu genießen.
Die Musiker spielten zur Serenade Werke von Mozart, Poulenc oder Robert Schumann sowie weiteren Komponisten. Variantenreich wie die Stücke war auch die Auswahl der Instrumente. Iulian Dedu brillierte an der Violine ebenso wie Tatiana Bergh am Klavier. Der sonore Ton des Violoncellos von Lukas Helbig vermochte das Flötenspiel von Bernadette Schachschal in Kombination mit Violinist Dedu an dem stimmungsvollen Sommerabend vortrefflich in Szene zu setzen.
„Das ist der Morgen danach“, eröffnete Annette Langehein, 1. Vorsitzende des Freundeskreises, humorvoll am nächsten Tag die Matinee. Diese stellte laut Diana Veiser die in Fachkreisen „stets belächelte“ Bratsche in den Vordergrund. Die Bratschistin belehrte das Publikum eines Besseren und eröffnete das mittägliche Konzert mit einem Adagio und Allegro für Viola und Klavier, op. 70 von Robert Schumann. Schon der Auftakt ließ erahnen, welche sphärisch dichten Stücke noch folgen würden. So bescherte neben der Bratschistin auch Anna Vardianian als Klavierbegleitung dem Publikum unvergessliche Momente der „Freudenreichen Tränen“.