Sternsinger brachten den Segen ins Rathaus Großburgwedel

Am Montagmittag besuchten die Sternsinger der Heilig-Geist-Gemeinde in Bothfeld das Rathaus in Großburgwedel, um es zu segnen und für bedürftige Menschen zu sammeln.

Sammelaktion für die Philippinen und mangelernährte Kinder

GROSSBURGWEDEL (hhs). Seit einigen Jahren ist es Tradition im Rathaus Großburgwedel, dass zum Dreikönigstag die Sternsinger kommen, um Politik und Verwaltung der Stadt Burgwedel ihren Segen zu bringen.
Das ist alter Brauch, in stark katholisch geprägten Gegenden ziehen die als Caspar, Balthasar und Melchior Kinder von Haus zu Haus, sie singen dort ihre Lieder und und schreiben mit Kreide „20*CMB*15“ über die Eingangstür. Das Kürzel besteht aus der Jahreszahl 2015 und den Anfangsbuchstaben der Segensformel in lateinischer Sprache „Christus Mansionem Benedicat“: Christus segne dieses Haus. Dabei sammeln die Kinder für Bedürftige, in diesem Jahr für die Katastrophenopfer auf den Philippinen und für mangelernährte Kinder.
Etwa 25 Jungen und Mädchen waren es in diesem Jahr, die an der Aktion im Rathaus teilnahmen. Im vergangenen Jahr waren beinahe doppelt so viele. Sie kommen alle aus der Heilig-Geist-Gemeinde in Bothfeld.
Für die Verbindung zwischen Rathaus Großburgwedel und dieser katholischen Gemeinde in der Landeshauptstadt hatte Christiane Concilio, die Chefin des Burgwedeler Sozialamtes und Erste Stadträtin, gesorgt. Die hiesige St. Paulus-Gemeinde sende zwar auch Sternsinger aus, aber nur am Wochenende, und da sei im Rathaus niemand anzutreffen.
Sie hatte die Sternsinger in ihrer Heimatgemeinde zehn Jahre lang betreut und dann dafür gesorgt, dass sich der Segen der Dreikönige nun auch seit dem Dreikönigstag 2008 im Rathaus in Großburgwedel findet. Allerdings nicht mit Kreide auf den Türsturz geschfrieben.
Das würde hier im Eingang des Rathauses kaum Sinn machen, denn dort ist alles weiß gestrichen. Die Kinder bringen jedes Jahr die „frische“ Segensformel auf einer schwarzen Klebefolie mit. Man kann sie alle, auch die der Vorjahre dort noch gut lesen. In diesem Jahr erklomm Christian mutig die hohe Leiter und klebte die aktuelle Formel an ihren Platz.
Im Rathaus warteten schon einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung auf die Segenssänger. Sie hatten Teller mit süßen Sachen für die Kinder vorbereitet, und Bürgermeister Axel Düker war sichtlich gerührt von der Aktion. Erst am Tag zuvor beim Neujahrsempfang der Fuhrberger CDU war er für eine Verstärkung der Anstrengungen der Stadt Burgwedel zur Bekämpfung des Flüchtlingselend vehement eingetreten.
Burgwedel sei dafür sehr gut aufgestellt, hatte er dort gesagt, nicht nur wegen der guten Finanzlage sondern auch wegen der Einigkeit, mit denen alle Fraktionen des Stadtrates dieses Problem diskutieren.
Schließlich verteilten der Bürgermeister und seine Mitarbeiter die Süßigkeiten an die kleinen Sängerinnen und Sänger und dann steckte Düker zur Linderung der Not einige Geldscheine in die dafür vorgesehene Sammeldose. Einige Burgwedeler, die unten im Rathaus auf dem Flur vor dem Bürgerbüro warteten, griffen spontan zu ihren Geldbörsen und schlossen sich dieser Geste an.