Stehende Ovationen für den scheidenden Direktor

Bewegender Moment- nach 25 Jahren als Schulleiter erhält Armin Witthaus aus der Hand des Schuldezernenten Dirk Tack nach Erreichen der Altersgrenze die Entlassungsurkunde. (Foto: Renate Tiffe)
 
Als Abschiedsgeschenk der Stadt überreichte Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt ein Niedersachsen-Ross aus Porzellan - neben einer witzigen persönlichen Beigabe. (Foto: Renate Tiffe)

Am Gymnasium Großburgwedel ging die Ära Armin Witthaus zu Ende

GROSSBURGWEDEL (ti). Am 1. August endet die Dienstzeit von Schulleiter Armin Witthaus. Nach 25 Jahren geht damit am Gymnasium Großburgwedel eine Ära zu Ende. Grandiose Feierlichkeiten zur Verabschiedung fanden in den letzten Tagen statt. Eine Vakanz wird es nicht geben. Exakt während des abschließenden Festaktes am 18. Juli wurde von einem Vertreter des zuständigen Ministeriums der Name der neuen Schulleiterin bekannt gegeben.
Bereits am Morgen dieses Tages hatten alle Schüler mit einem Spalier vor dem Eingang ihrem scheidenden Direktor einen überwältigenden Empfang geboten. Es gab ein gemeinsames Frühstück und ein Fußballspiel einer Lehrer- gegen eine Schülermannschaft, das zugunsten der Schüler ausging.
Am späten Nachmittag fand in der Aula der Festakt mit geladenen Gästen statt. Musikalisch umrahmt von der Bigband des Gymnasiums und aufgelockert von den Videodarstellungen ehemaliger Schüler galten die Festreden einem Pädagogen von Rang, der sich große Verdienste um die Entwicklung des 1987 noch relativ jungen Gymnasiums erworben hat.
In den 25 Jahren seither habe er die Schule nicht nur geleitet, sondern deutlich geprägt, betonte Dr. Christina Wippermann, Studiendirektorin am Gymnasium bei der Begrüßung. Bestätigt wurde dies durch die Ausführungen von Ministerialrat Rolf Bade, dessen Gedanken zur Stellung der Gymnasien in der niedersächsischen Schullandschaft allerdings zwiespältig aufgenommen wurden.
Erfrischend dagegen und ganz persönlich gehalten war die Rede von Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, der selbst Schüler des Gymnasiums gewesen ist. Humorvoll schilderte er die „störende“ erste Wahrnehmung des neuen Direktors, gab aber zu, dass er sich als Pennäler schnell korrigieren musste. Witthaus habe alle Schüler gekannt, wusste über alles „erschreckend“ gut Bescheid.
Seine Tür habe immer offengestanden für individuelle Gespräche. Mit hervorragender Menschenkenntnis sei er zu einem großen Menschenfreund geworden. Dem Gymnasium habe er durch seinen spürbaren Kompass auch bei schwerem Stand immer Halt und Sicherheit gegeben, resümierte Hoppenstedt und hob die Zusammenarbeit mit Witthaus seit 2005 hervor, die Burgwedel nun mit der neuen Oberschule eine völlig veränderte Schullandschaft bringt.
Der Aushändigung der Urkunde schloss sich ein langanhaltender, stehender Beifall an. Witthaus zeigte sich „sehr beeindruckt, begeistert und erschlagen ob der Dinge, die vorgetragen wurden“. Sie hätten „Substanz, Format und Biss gehabt und auch launigen Schwung“. Das Gelungene mache ihm den Weggang schwer. Aber er sei doch erleichtert gab er am Ende zu. Die Aufgabe an der Schule habe ihm viel gegeben, aber auch viel Kraft gekostet. Er danke allen, die mit ihm unterwegs waren, vor allem auch den Schülerinnen und Schülern. „Um die geht es in den Schulen“.
Damit es in Burgwedel in diesem Sinn weitergeht, hatte Bade zur Feier ein besonderes Geschenk mitgebracht. Just an diesem Tag war im Ministerium die wichtige Entscheidung gefallen. Gesa Johannes, seit Längerem Studiendirektorin und Koordinatorin am Gymnasium, wird die Nachfolge von Armin Witthaus übernehmen. Auch dafür hatte es langanhaltenden Beifall gegeben. Sie war die Wunschkandidatin des Lehrerkollegiums und der Stadt als Schulträger.