Standing Ovations in der Aula

Martha (l., Gesa Johannes) und Abby Brewster (Stephanie Hoppe) sind zwei reizende alte Damen, die sich um das Wohl ihrer Mitmenschen sorgen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Jonathan Brewster (l., Wolfgang Grüne) ist nicht begeistert vom Resultat seiner Gesichtsoperation durch Dr. Einstein (r., Matthias Grüne). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Theatergruppe Wolfgang Grüne inszenierte „Arsen und Spitzenhäubchen“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Wolfgang Grüne, ehemaliger Leiter der Theater AG am Gymnasium Großburgwedel, hatte sich nach dreißig Jahren im November 2015 mit einer Faust-Inszenierung eigentlich in den Ruhestand verabschiedet. Doch dieser währte nicht lange, denn mit dem Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ verfolgte Grüne einen lang gehegten Traum. Eine Theaterinszenierung, die vor allem mit Lehrkräften des Gymnasiums besetzt ist, sollte es sein. So entstand die Theatergruppe Wolfgang Grüne, welche mit großem Erfolg an zwei Abenden spielte.
Schon der Blick auf das Bühnenbild und die Kostüme verriet das emsige Engagement vor und hinter den Kulissen. Die leicht düstere Atmosphäre der viktorianischen Villa Brewster in Brooklyn, New York, wurde mit Beleuchtung und Möblierung gekonnt in Szene gesetzt. Aufgefrischt wurde die Düsternis mit den beiden sympathischen Hausbewohnerinnen Abby (Stephanie Hoppe) und Martha Brewster (Gesa Johannes), die sich mit anmutigen Tippelschritten aufgeregt durch die Räume bewegen, dicht gefolgt von ihrem geliebten Neffen Teddy (Johannes Grüne).
Beide Frauen gelten als Wohltäterinnen, die einsame ältere Herren dazu ermuntern wollen, ihrem Schild „Zimmer zu vermieten“ zu folgen und in den Genuss einer warmen Mahlzeit und etwas Geld zu kommen. Die Bewirtung überleben die Gäste jedoch nicht, da sie mit Holunderwein vergiftet und anschließend in einer Fenstertruhe zwischengelagert werden. Daraufhin kommt Teddy ins Spiel: Er lebt in dem Wahn, als Präsident Theodore Roosevelt mit dem Bau des Panama-Kanals betraut zu sein, den er in den häuslichen Keller verlagert hat. Ein glücklicher Umstand für die Hausherrinnen, die ihre mittlerweile auf zwölf angewachsene Zahl von „Gästen“ im Souterrain angemessen bestattet wissen wollen. Teddy verbuddelt die vermeintlichen Opfer des Gelbfiebers in seinem „Panama-Kanal“. Mortimer (Patrick Kleinjans), ebenfalls Neffe und gern gesehener Gast in der Villa Brewster, entdeckt bei einem spontanen Besuch die schreckliche Wahrheit, verrät jedoch nichts.
Das vortreffliche Arrangement wird von Jonathan Brewster (Wolfgang Grüne) gestört. Der Bruder Mortimers kommt in Begleitung „eines der genialsten Chirurgen der Zeit“, Dr. Einstein (Matthias Grüne). Sie bringen selbst noch ein Mordopfer mit, welches sie heimlich in der jüngst entleerten Fenstertruhe verstauen. Die spätere Festnahme Jonathans und Dr. Einsteins entledigt Abby und Martha schließlich dieser unerwünschten Gäste, während Teddy für eine bessere Betreuung in ein Sanatorium eingewiesen werden soll. Alles kommt anders, als sich Sanatoriumsleiter Mr. Witherspoon, alleinstehend, als nächster Gast bei den wohltätigen Damen einfindet.
„Arsen und Spitzenhäubchen“ sorgte für große Begeisterung beim Publikum, welches die gelungene Aufführung mit Standing Ovations honorierte. Der rauschende Beifall galt nicht nur den Darstellern der Theatergruppe Wolfgang Grüne, sondern auch Sabine Grüne, die sich seit Urzeiten bei den Aufführungen um Maske und Kostüme kümmert sowie zahlreichen Schülerinnen und Schülern, die am Bühnenbild und in der Technik arbeiten. Alle sonnten sich in dem Erfolg und vergaßen darüber nicht ihren Mentor Wolfgang Grüne, der angesichts der eingeblendeten Lettern sichtlich gerührt war: „Danke Wolfgang“.