Stadtrat will das Würmsee-Problem mit Petition lösen

Friedlich liegt er da im leichten Morgendunst, der Würmsee. Mit einer Petition will der Rat der Stadt Burgwedel den Anwohnern das Dauerwohnen rund um den See ermöglichen und damit das Grundproblem der Mitbürger dort lösen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Dulden, was dort seit vielen Jahren praktiziert wird“

BURGWEDEL (hhs). „Der Ortsrat Kleinburgwedel bittet, dass den Anwohnern der Würmseesiedlung in der Ortschaft Kleinburgwedel – sofern sie vor dem 31.12.2012 volljährig und mit einem Wohnsitz in der Würmseesiedlung gemeldet sind – ein Dauerwohnrecht in der von ihnen genutzten Liegenschaft in der Würmseesiedlung zu gewähren.“
Diesen Beschluss fasste der Rat der Stadt Burgwedel am Montagabend auf seiner Sitzung. Diese Petition ist an die Region Hannover gerichtet und soll Grundlage für eine Lösung der Probleme in der Siedlung am Würmsee dienen, die den Vorstellungen der Mehrheit der dort lebenden Anwohnerinnen und Anwohner entspricht.
Die Petition geht auf eine Initiative von Jürgen Schodder, dem Ortsbürgermeister von Kleinburgwedel, zurück. Schodder erläuterte den Hintergrund: „Seit Kriegsende findet am Würmsee ununterbrochen Dauerwohnen statt. Die meisten Anwohnerinnen und Anwohner hier sind auch bei der Stadt Burgwedel gemeldet und dies sicherlich auch größtenteils in Unkenntnis der eigentlich vorgegebenen Nutzung als einer Wochenendsiedlung. Bei der Neufassung des Bebauungsplans hier hatte die Region Hannover Dauerwohnrecht im Grundsatz abgelehnt und mit Zwangsmaßnahmen gedroht“.
Man erinnere sich: Die Region Hannover hatte sich bereit erklärt, den Senioren über 65 Lebensjahren hier ein Dauerwohnrecht bis zu ihrem Tod einzuräumen, wenn sie denn schon lange Jahre am Würmsee gemeldet sind. Zu mehr Großzügigkeit wollte sich die Region Hannover nicht verleiten lassen. Alle Lösungsversuche für dieses Dilemma, an dem sowohl die Bauaufsichtsbehörde bei der Region wie auch die Verwaltung der Stadt Burgwedel Mitschuld tragen, waren bislang gescheitert.
Nach Meinung des Ortsrates Kleinburgwedel sei es eine unsoziale Härte, die Anlieger zu zwingen, diesen teilweise jahrzehntelangen Lebensmittelpunkt aufzugeben und die von ihnen genutzten Liegenschaften als ersten Wohnsitz zu verlassen. „Diese Menschen würden nicht nur ihren besagten Lebensmittelpunkt verlieren, sondern auch finanziell beträchtliche Werte“, führte Schodder weiter aus.
„Wir sollten das dulden, was dort seit vielen Jahren stattfindet“, fuhr der Ortsbürgermeister fort. Das habe mit Ausnahme der Vorkommnisse des vergangenen Jahres niemanden gestört, niemand habe an der Nutzung Anstoß genommen, und so sei es menschlich und sozial nur konsequent, diese Situation für die Anlieger, die ihre Häuser dort schon vor dem 31. Dezember 2012 bewohnt haben, zu dulden. „Der Ortsrat ist sich darüber im Klaren, dass es sich um einen einmaligen Fall handelt, der aber zu keinem sachlichen Schaden führen wird.
Nun liegt es in den Händen der Abgeordneten in der Regionsversammlung, für mehr Ruhe und Frieden am Würmsee zu sorgen und die Duldung des Dauerwohnens dort auszusprechen. Für die Würmseeanlieger würde dies zunächst bedeuten, dass sie dort weiter wohnen dürfen und ihre Häuser den Status und Wert von Wohnhäusern haben. Das gilt aber nur, solange die jetzigen Bewohner leben.
Vererbt werden können die Gebäude später nur wieder als Wochenendhäuser. Wenn die Region die Duldung ausspricht, dann wird auch wieder ein Entwurf für einen Bebauungsplan für die Würmsee-Siedlung kommen. Und der wird sich nach Auskunft der Bauverwaltung nicht wesentlich vom letzten Entwurf unterscheiden. Damit würden dessen Größenvorgaben in etwa gelten. Wer die deutlich überschritten habe, werde zurückbauen müssen.