Stadtrat entschied Änderung der Schulbezirksgrenzen

Die Entscheidung des Stadtrates für eine Neuordnung der Schulbezirke in Großburgwedel soll die räumliche Enge der Grundschule Großburgwedel in Zukunft mildern. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Anmeldetermin in Kleinburgwedel am 6. und 7. Mai

GROSSBURGWEDEL (bgp). Der Stadtrat Burgwedel hat mit einer Mehrheit von 22 zu 4 Stimmen (3 Enthaltungen) beschlossen, der Empfehlung des Schulausschusses, die Grenzen des Schulbezirkes Großburgwedel zu ändern, zu folgen. Damit werden Kinder aus dem nordöstlichen Bezirk des Ortes ab dem Schuljahr 2016/17 in Kleinburgwedel eingeschult.
Der Rat beugte sich aber der Tatsache, dass die Grundschule Großburgwedel nicht über genügend räumliche Kapazitäten verfügt, um der bald notwendigen Fünfzügigkeit zweier aufeinander folgender Jahrgänge noch in angemessenem Rahmen gerecht werden zu können. So wird der aktuelle erste Jahrgang im folgenden Schuljahr fünfzügig werden, der neu einzuschulende in 2016/17 würde ebenfalls 5 Klassen umfassen.
Die Grundschule stieße damit an den Rand der verfügbaren Kapazitäten, so dass im Zweifelsfall Container aufgestellt werden müssten, da neben den normalen Klassenräumen auch noch Platz für die inklusive Beschulung mit besonderer Förderung benötigt werde. Der ohnehin schon durch An- und Neubauten kleine Schulhof müsste auf noch mehr Fläche zugestellt werden, sodass kaum noch Platz für Bewegung an der frischen Luft für die Kinder bliebe. Eine Alternative sei nur die Änderung der Schulbezirksgrenzen, so dass die Erstklässler aus dem östlichen Bereich von Großburgwedel in der Grundschule Kleinburgwedel eingeschult werden müssen.
Die Elternvertreter verschiedener Kindertagesstätten und einer ersten Klasse aus Großburgwedel hatten sich mit einem offenen Brief an den Rat der Stadt Burgwedel gewandt. Dabei hegten sie vor allem den Wunsch, die Änderung der Schulbezirksgrenzen abzuwenden, da der Schulausschuss bereits mit knapper Mehrheit die Neuerung empfohlen hatte.
Sie hatten in dem Schreiben die Argumente vieler Eltern zusammen getragen, die sich vor allem über den langen Schulweg von knapp 3 Kilometern und die dadurch notwendig werdende Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln beklagten. Den Kindern sei dadurch die Chance verwehrt, als Fußgänger oder Fahrradfahrer am Straßenverkehr teilzunehmen.
Sowohl in der Schulausschuss-Sitzung als auch in dem Brief hatten Eltern außerdem bemängelt, dass die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld genommen werden und von den Kindertagesstätten nicht ausreichend auf die Umstellung vorbereitet werden könnten.
Die Vorausberechnung der Verwaltung zur Entwicklung der Schülerzahlen ließen sie nicht gelten, da diese ihrer Ansicht nach eine solche Maßnahme nicht rechtfertigen. Sie wünschten sich mehr Zeit, alle beteiligten Eltern und Institutionen einzubinden und Alternativen zu entwickeln. Der Stadtelternrat erhielt zu dem Thema viele Stellungnahmen, dabei waren auch einige, die das neue Modell durchaus befürworteten.
Die Mehrheit zog jedoch nicht die Vorteile in Betracht, die eine kleinere Grundschule wie Kleinburgwedel bietet, etwa mehr Möglichkeiten zur Förderung individueller Fähigkeiten und Selbständigkeit sowie neue Kontakte in den Klassen.
Kinder, die aus dem betroffenen Gebiet in Großburgwedel kommen und im Schuljahr 2016/17 schulpflichtig werden, können am Mittwoch, 6. Mai, oder Donnerstag, 7. Mai, in der Grundschule Kleinburgwedel angemeldet werden. Dabei besteht auch die Möglichkeit, einen Antrag auf den Besuch einer Schule außerhalb des Schulbezirkes zu stellen, wenn eine begründete unzumutbare Härte vorliegt.
Die Entscheidung darüber wird von der zuständigen Schulleitung getroffen.