Stadt muss Stellung zur Neuausweisung des LSG Wulbecktal nehmen

Heinz Heinicke, der Vorsitzendes des Ausschusses für Gebäude, Umwelt und Städtebau zeigt es auf der Karte: „Die roten Gebiete kommen raus aus dem Landschaftsschutz, die gelben kommen rein“. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau tagt gemeinsam mit vier Ortsräten

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Region Hannover plant, das Landschaftsschutzgebiet (LSG-H 14) „Wulbecktal“ neu auszuweisen. Im Rahmen dieses Verfahrens haben die Behörden, in diesem Fall die Stadt Burgwedel die Gelegenheit, zu den Regionsplanungen Stellung zu nehmen. Am Dienstagabend hatte der Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau die vier Ortsräte Engensen, Wettmar, Thönse und Oldhorst, deren Gemarkungen von der Neuausweisung betroffen sind, zu einer gemeinsamen Sitzung in den Amtshof eingeladen. Hier sollten die Punkte erörtert werden, die aus Sicht der Stadt Burgwedel in die Stellungnahme aufgenommen werden sollten.
Nach den Planungen der Region soll dieses schon bestehende LSG komplett überarbeitet werden. Als Grund dafür wird angeführt, dass die bestehende Schutzgebietsverordnung nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort entspricht. daraus erwachsen einige Gebiete des alten LSG, die nun aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden, und es ergeben sich Erweiterungsbereiche aus den „aktuellen landschaftlichen Gegebenheiten“.
Flächenmäßig größter Erweiterungsbereich ist das Sandabbaugebiet Löffler/Bluhm zwischen Thönse und Engensen gelegen. Nach Ablauf der Abbaugenehmigung steht hier rekultivierender Naturschutz in Planung. Die Region plant, das gesamte Gebiet unter Landschaftsschutz zu stellen, um die später erfolgenden Rekultivierungen leichter durchsetzbar zu machen. Der Bodenabbau bleibt aber innerhalb der im Regionalen Raumordnungsprogramm festgelegten Vorranggebiete für Rohstoffe unberührt, ebenso eine mitgezogene Nutzung sowie eine Baustoffrecyclinganlage.
Insbesondere die Ortsräte bemängelten ungenaue Formulierungen in dem Regions-Entwurf. So war an mehreren Stellen zu hören, bestehendes Ackerland solle als „Weidefläche“ erhalten werden. Hier solle die Region nacharbeiten, war man sich einig.
Rainer Fredermann, Ortsbürgermeister von Wettmar forderte, man solle im der Gemarkung südlich von Engensen schaffen für die weitere Entwicklung der Ortschaft. Die umfangreichste Liste mit Einwendungen und Ideen hatte Friedhelm Stein, Ortsbürgermeister in Engensen mitgebracht. Er schlug vor, nicht nur die beiden ersten Wohnhäuser aus dem LSG heraus zu nehmen, wie es die Region plane, sondern auch das dritte.
Weiterhin müsse die unterirdische Verlegung von Stromkabeln und Versorgungsleitungen im LSG ermöglicht werden. Niemand wolle hier Mastentrassen haben. Geschlossene Jagdkanzeln sollten im Sinne der vernünftigen Jagdausübung weiterhin, wenn auch mit einer Begrenzung ihrer Grundfläche gebaut werden können. Das Verbot von „Veranstaltungen aller Art“ im LSG müsse in der Formulierung spezifiziert werden. Es gehe nicht an, dass man zum Beispiel eine Müllsammelaktion anmelden müsse zur Genehmigung oder Radtouren mit mehreren Teilnehmern. Auch das Gelände des Reiterhofs solle „raus aus dem LSG“. Alles in allem zweifelten die Teilnehmer die Erweiterung des LSG-H 14 im Grundsatz an.
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt brachte es auf den Punkt: Eigentlich habe die Diskussion ergeben, dass alle Neuausweisungen der Region Hannover in Burgwedel nicht gewollt sind. Die Frage sei nun, welche Strategie die Stadt Burgwedel wählen soll. Schließlich entscheide die Regionsversammlung über das LSG und die Stadt Burgwedel habe schließlich auch noch einige Wünsche, deren Erfüllung ohne die Zustimmung der Region nicht erfüllt würden.