St. Petri-Forum diskutiert über Organspende und Transplantation

Im St.-Petri-Forum wird am Mittwoch, 18. April, über Organspende und Transplantation diskutiert. (Foto: Andrea Hesse)

Diskussion über den Grenzbereich zwischen Leben und Tod

GROSSBURGWEDEL (r/bs). Das Thema ist hochaktuell und sorgt für engagiert und meist auch emotional geführte Diskussionen – in vielen Familien ebenso wie in der Politik, unter Juristen, Ärzten und Theologen. Der Themenkomplex „Organspende und Transplantation“ wirft viele Fragen auf.
Ist mit dem Hirntod das Leben wirklich zu Ende? Werden Verstorbene im Zuge der Entnahme von Organen möglicherweise als „Ersatzteillager“ missbraucht, oder sind sie nicht vielmehr in der Verantwortung, ihren Mitmenschen ein Weiterleben in Würde zu ermöglichen? Ist die Organentnahme mit der nach christlichem Verständnis auch dem Verstorbenen geschuldeten Pietät, seiner Würde, vereinbar?
Das St.-Petri-Forum greift diese Fragen im Rahmen seiner nächsten Veranstaltung auf: „Unversehrt im Tod oder sich selbst verschenken? Über den Sinn und die Problematik von Organspenden“ – so lautet das Thema, über das am Mittwoch, 18. April, ab 20 Uhr im Gemeindehaus in Großburgwedel gesprochen wird.
Aktueller Anlass ist die Diskussion um die Schaffung einer Gesetzesgrundlage, die jeden einzelnen Menschen dazu auffordert, sich zu entscheiden: Bin ich bereit, nach meinem Tod Organe meines Körpers für eine Transplantation freizugeben?
Welche Bedeutung die Antwort auf diese Frage hat, zeigt ein Blick in die Statistik: Immer mehr Menschen sind auf ein lebensrettendes Spenderorgan angewiesen. Im Jahr 2011 ist die Warteliste in Niedersachsen gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent gewachsen; aktuell warten allein in unserem Bundesland etwa 1.100 Frauen und Männer auf ein Spenderorgan. Vor diesem Hintergrund wollen Vertreter der politischen Parteien die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zugriffsmöglichkeiten auf die Organe Verstorbener klarer regeln.
Beim St.-Petri-Forum am 18. April wird der theologische Referent am Zentrum für Ethik in Hannover, Dr. Michael Coors, die ethische Dimension der Problematik darstellen; zuvor gibt es Informationen zur derzeitigen parteiübergreifenden Gesetzesinitiative, die im Bundestag diskutiert wird. Weiter werden unmittelbar Betroffene über ihre Erfahrungen mit Organtransplantationen berichten.
Die Organisatorinnen, Pastorin Bodil Reller und Dr. Regine Arndt, laden alle Interessierten herzlich ein, beim St.-Petri-Forum zu diskutieren und sich eine eigene Meinung zu bilden; dazu gibt es ein Glas Wein und Brezeln. Bereits um 19.30 Uhr findet eine Andacht in der Kirche statt.