St. Petri – eine Kirchengemeinde mit städtischen Zügen

Friedrich Engeling, Superintendent Martin Bergau, Pastorin Bodil Reller und Pastor Andreas Böger (v.l.n.r.). (Foto: Renate Tiffe)

Visitation des Superintendenten ergab positives Resümee

GROSSBURGWEDEL (ti). Alle sechs Jahre müssen sich die evangelischen Kirchengemeinden einer Visitation durch die Superintendentur unterziehen. Nach mehreren Besuchen in der St-Petri-Kirche innerhalb von zwei Wochen im Oktober zog Superintendent Martin Bergau jetzt ein positives Resümee. - Mit 6100 Mitgliedern ist die St.-Petri-Kirchengemeinde eine der größten im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen.
Die Visitation ist sozusagen die Erfüllung der Aufsichtspflicht durch die vorgesetzte Institution. Im Gegensatz zu früher gelte es heute weniger, eine Kontrolle auszuüben, als viel mehr den Blick nach vorn zu richten, über Ziele zu sprechen und die Herausforderungen der Zeit anzunehmen, betonte Bergau. Er sehe die Visitation als sehr konstruktiv an, sagte der Vorsitzende des Kirchenvorstands Friedrich Engeling. Es sei gut, von außen etwas über den Stand der Gemeinde zu hören. In der täglichen Arbeit stellen sich leicht Scheuklappen ein. Der Visitation vorausgegangen war ein sog. Erstellungsbericht von Kirchenmitgliedern.
Durchleuchtet wurden die Bereiche Finanzen, Gebäudebestand, Kirchenmusik und Arbeit der Pastoren. Als stabil bezeichnete Bergau die Finanzlage. Sie sei „auskömmlich“ für die nächsten fünf Jahre. Stellenveränderungen werde es nicht eben. Engeling ergänzte, dass die kircheneigene Stiftung zur Zeit über ein Kapital von 380.000 Euro verfüge, angestrebt werden 500.000 bis 600.000 Euro. Dazu komme das freiwillige Kirchengeld. Mit dem Haushalt von 600.000 Euro pro Jahr müsse sparsam gewirtschaftet und es müssen Prioritäten gesetzt werden, merkte Pastorin Bodil Reller an.
Von Bergau gelobt wurde der Gebäudezustand und der umgestaltete freundliche Empfangsbereich im Gemeindehaus.
Im Gemeindehaus spiele sich viel soziales Leben ab, stellte der Superintendent fest. Er knüpfte aber zwei Tätigkeitsfelder an, auf welche die St.-Petri- Gemeinde mehr Augenmerk legen müsse in einer Zeit, in der die Menschen stark nach Werten suchen. Einmal sei es die Generation der jungen Familien, deren Reserven durch Beruf und Kindererziehung gering seien. Er sei froh, dass durch die Elternarbeit im evangelischen Kindergarten ein Ausgleich geschaffen werde. Aber das Band müsse verfestigt werden. Zum anderen habe sich die Seniorenarbeit verändert, seit die Älteren „in der 4. Lebensphase“ mobiler geworden sind.
Vorbildliches leiste die Kirchengemeinde in der Kinder- und Jugendarbeit. Das Potential sei spürbar groß, zeigte sich Bergau erstaunt. Hervorzuheben sei auch die ehrenamtliche Arbeit. Sie sei die Stärke einer Kirchengemeinde. Es sei nicht einfach, Haupt- und Ehrenamtlichkeit in die Balance zu bringen. Hier biete die Gemeinde hervorragende Voraussetzungen, hatte er bei seinen Besuchen festgestellt, zu denen auch ein Abend mit den Ehrenamtlichen gehört hat.
Es werde viel geboten, was für die Hauptamtlichen manchmal schon grenzwertig sei, meinte Engeling. Mit großer Freude habe der Kirchenvorstand jedoch vermerkt, dass mit dem St. Petri-Forum und dem Literarischen Gottesdienst sich auch kirchenferne Menschen angesprochen fühlen, was regelmäßig ein volles Gotteshaus bringe.
Die 6.100 evangelischen Kirchenmitglieder entsprechen ziemlich genau der Hälfte der Einwohnerschaft von Großburgwedel und Kleinburgwedel, teilte Pastorin Reller mit. Dabei falle auf, dass die veränderte Struktur in Großburgwedel durchaus städtisch sei. Pastor Andreas Böger hielt dagegen, dass in Kleinburgwedel die dörfliche Struktur mit der Einbeziehung der Vereine noch eine Selbstverständlichkeit sei. - Das Städtische und das Dörfliche gemeinsam zeichnet die St. Petri-Kirchengemeinde aus.