St. Marcus-Kirchengemeinde auf der Spur des Glaubens

Die Musikgruppe aus dem Vorbereitungskreis sorgte für die musikalische Umrahmung und die Begleitung bei den gemeinsamen Liedern. Rechts der Referent Herrmann Brünjes. (Foto: Renate Tiffe)
 
Am Wunschbaum, der zu den Glaubensstationen am Abschlussabend gehörte, wurde auch der Wunsch nach einer baldigen Genesung für Pastor Karneboge angebracht. (Foto: Renate Tiffe)

Kompaktkurs an sieben Abenden mit mehr als 60 Teilnehmern

WETTMAR (ti). „Kompaktkurs Glauben“ - ein großes und mutiges Projekt hatte sich die evangelische St. Markus-Kirchengemeinde in Wettmar mit Pastor Wilfried Karneboge für dieses Jahr vorgenommen. Nach der Erkrankung des Pastors hatte der Kirchenvorstand, allen voran Hans Jürgen Lindemann, die Vorbereitungen beherzt in die Hand genommen. Überrascht zeigten sich die Organisatoren über die verhältnismäßig hohe Zahl von mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Ihnen wurde an sieben Abenden im November in konzentrierter Form nahegebracht, was die evangelische Kirche heute zu bieten hat: eine erstklassige Organisation und inhaltsreiche Referate, viel Musik und szenische Darstellungen, berührende Rituale und die Möglichkeit zu Gesprächen, die die Gemeinschaft fördern, in den Gruppen und im gesamten Kurs. Kaum ein Teilnehmer war abgesprungen, als am Ende zum Abschlussgottesdienst eingeladen wurde.
Wichtige Themen des Glaubens waren für jeden einzelnen der Abende angekündigt worden. Referent war Herrmann Brünjes. Er ist Diakon im Missionarischen Dienst der Landeskirche, und arbeitet mit im Team des Missionarischen Zentrums Hanstedt I im Kreis Uelzen. Viele Reisen führen ihn zu einer christlichen Gemeinde in Indien. In Wettmar ging es u.a. um den Sinn des Lebens („Man lebt nur einmal“), um Bilder, die uns prägen (Oh Gott, oh Gott“), um Schuld und Vergebung („Dann Gnade Dir Gott“), um das Geschenk des Glaubens („Wer es glaubt wird seelig“). Unterstützt von Zeichnungen und Kurztexten vom Beamer führte Brünjes ohne Frömmelei anhand von Bibelzitaten und viel eigener Lebenserfahrung jeweils in die Thematik ein. Dann hatten die Teilnehmer in Gruppen, die sich am Anfang durch Zufall ergaben, etwa eine halbe Stunde lang Gelegenheit, untereinander das Gehörte zu vertiefen. Zur Abrundung am Schluss äußerte sich wieder der Referent, dem - wie er sagte - mit 19 Jahren „das Geschenk des Glaubens“ zuteil geworden war, was für seine berufliche Laufbahn andere Weichen gestellt hatte.
Brünjes sprach von den Missverständnissen des Glaubens. Es genüge nicht, sich selbst für einen Christen zu halten, nach den zehn Geboten zu leben, Gutes zu tun und ein höheres Wesen anzuerkennen. Glaube meinte Vertrauen auf die Zusage Gottes, die in der Taufe gegeben wurde. Anhand des Gleichnisses vom verlorenen Sohn machte er die Hindernisse des Glaubens deutlich, die persönlichen, wie auch die, die sich durch die Erfahrungen mit der Kirche ergeben. Viele erleben diese als Hort einer toten Ideologie, wo Langeweile herrscht und statt der „Freiheit der Kinder Gottes“ Macht und Unterdrückung.
Teilnehmer des Kurses konnten eine Mappe mit nach Hause nehmen, in der die Themen-Inhalte rekapituliert und zur eigenen Weiterarbeit Fragen gestellt wurden – eine Herausforderung für jeden einzelnen.
Höhepunkt der beiden Kurswochen war der Abschlussgottesdienst mit seinen sieben Glaubensstationen in der Kirche, für viele eine ergreifende Erfahrung. Und die Gelegenheit Dank zu sagen, an das Team der Kirchgemeinde für die umfassende Organisation und den Referenten. Der attestierte den Teilnehmern eine „frohe, engagierte Hörbereitschaft“. Nicht soviel ergeben hätte die Fragerunde am Vorabend. „Aber das könnte ja noch kommen“, meinte Brünjes. Das Nachfolgetreffen hat ergeben, dass sich künftig zwei Gruppen am Dienstag und am Freitag zur Nacharbeit des Kurses treffen wollen.