St. Marcus-Gemeinde verabschiedet Günter Hennigs

Günter Hennigs mit seiner Frau Renate und seinem Nachfolger Rainer Lührs nach dem Gottesdienst (Foto: Renate Tiffe)

Viel Anerkennung für den engagierten Mann der Kirche

WETTMAR (ti). 26 Jahre lang hat er im Kirchenvorstand der St.-Marcus-Gemeinde in Wettmar seinen ehrenamtlichen Dienst getan, davon 16 Jahre als Vorsitzender. Jetzt hat Günter Hennigs Anfang des Jahres sein Amt in jüngere Hände gelegt. Die Kirchengemeinde hat ihn am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst verabschiedet, bei dem kaum ein Platz im Gotteshaus leer blieb.
Der Thönser, gerade 68 Jahre alt geworden, war nie ein Mann der großen Worte, gewesen und ist es bis heute nicht. Dafür ist er umso mehr ein Mann der Tat. Die Kirchengemeinde hat ihm außerordentlich viel zu verdanken. Für den Bau des kurz vor der Vollendung stehenden neuen Gemeindezentrums hat er die Voraussetzungen geschaffen, indem er lange vorher begann, ein gewisses Geldpolster zu schaffen – u.a. mit viel eigener Arbeit, die meist nicht im Einzelnen zu sehen war. Mit Beharrlichkeit hat er dann die Planung für den Neubau betrieben, der eine große Bereicherung nicht nur für die Kirchengemeinde, sondern auch für die drei Dörfer des Kirchspiels sein wird. Die Kirche lag und liegt Günter Hennigs am Herzen.
Von Herzen kamen dann auch die ehrenden Worte, die ihm im Gottesdienst zuteil wurden, mehrfach vom Beifall, am Ende auch vom langanhaltenden stehenden Beifall der Besucher unterbrochen. Wilfried Karneboge, der zehn Jahre lang Pastor in Wettmar war und dann aus Krankheitsgründen noch vor Beginn der Bauphase sein Amt aufgeben musste, war an seine frühere Wirkungsstätte zurückgekommen. Er hat die Predigt gehalten. Anknüpfend an das Bibelwort der Woche, das von den Versuchungen Jesu handelte, gab er der Gemeinde mit auf den Weg, dass es gerade auch in solchen Lagen auf das Miteinander der Menschen ankomme. Dieses Miteinander zeichne die Gemeinde von St. Marcus aus. Die Krone des Lebens seien aber die guten Taten, schloss er und übereichte Hennigs und seiner Frau einen Blumenstrauß.
Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel sprach von den Veränderungen, die das Leben mit sich bringt und davon, dass die Kirchengemeinde Hennigs sehr vermissen werde mit seinen vielen Gaben, zu denen nicht zuletzt sein Humor und sein Fleiß zählen.
Die christlichen Rituale schlossen sich an, mit Dankesworten und Geschenken für Hennigs.
Rainer Lührs, sein Nachfolger im Amt des Kirchenvorstandsvorsitzendes, übergab zwei Ziegelsteine: einen von der alten Pfarrscheune, die dem Neubau weichen musste, und einen von dem künftigen Gemeindezentrum.
Nicht ohne Wehmut ergriff zuletzt Hennigs das Wort. Er dankte für die Kraft Gottes, die ihn solange in dieser Gemeinde hat wirken lassen. Es habe viele Schwierigkeiten gegeben, aber das Erfreuliche habe doch überwogen, meinte er. Immer für seine Kirche vorausblickend, wünschte Hennigs am Ende seiner Nachfolgerin im Kirchenvorstand eine gute Zeit. Susanne Lahmann aus Thönse, Sparkassenkauffrau und 39 Jahre alt, hatte schon einmal dem Gremium angehört und fühlt sich der Kirchengemeinde sozusagen von Kindheit an eng verbunden. Es ist ein verhältnismäßig junger Vorstand, der nun die Arbeit in der St. Marcus-Kirche fortführt.
Die persönlichen Verabschiedungen und Umarmungen vor der Kirche nach dem Gottesdienst wollten kein Ende nehmen. Einbezogen wurden Hennigs Frau Renate und seine Familie, die sich nun freuten, nach so langer Zeit wieder mehr von ihm zu haben. Auf dem Hof in Thönse gebe es genug zu tun, was immer aufgeschoben wurde, sagte seine Frau. „Was immer Du tust, ich wünsche Dir, dass es ja lange anhält“, wünschte ein Thönser Freund zum Abschied.