SPD wählt Axel Düker zum Bürgermeisterkandidaten

Freude über die Nominierung: Axel Düker mit Caren Marks und Jochen Rödiger (v.l.n.r.). (Foto: Renate Tiffe)

Unterstützung durch die „Grünen“ muss noch im Detail geregelt werden

GROSSBURGWEDEL (ti). Es war eine normale Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Burgwedel mit acht Tagesordnungspunkten. Der wichtigste war die Nominierung des Kandidaten für die Bürgermeisterwahl der Stadt am 16. Februar nächsten Jahres.
Als einziger Kandidat stellte sich Axel Düker vor, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat und stellvertretender Ortsbürgermeister von Großburgwedel. Seiner Kandidatur stimmten alle 28 anwesenden Mitglieder in geheimer Wahl zu.
Wie der Vorsitzende des Ortsvereins, Jochen Rödiger, berichtete, habe es im Vorfeld Gespräche mit anderen Personen gegeben. Auch der SPD-Unterbezirk war angerufen worden. Vor etwa drei Wochen habe sich Axel Düker zur Kandidatur bereit erklärt.
Rödiger fragte pro forma in die Runde, ob sich jemand zur Kandidatur stellen wolle und wies darauf hin, dass dies jetzt bis zum Alter von 67 Jahren möglich sei.
Die Frage, ob es in Burgwedel mit der CDU-Mehrheit im Rat Sinn mache, für das Amt zu kandidieren, beantwortete Axel Düker im Verlauf seiner Vorstellung. Er sei sich der Mehrheitsverhältnisse bewusst, sehe derzeit jedoch eine reelle Chance für einen SPD-Bürgermeister. Die Partei stehe im Rat und im Ortsrat hinter ihm. Viele Beschlüsse trügen eine sozialdemokratische Handschrift, weil die guten Argumente überzeugt hätten.
Düker, 1973 in Hannover geboren, ist in Burgwedel aufgewachsen und zur Schule gegangen. Er hat eine Lehre zum Industriekaufmann gemacht und dann Politologie und Geschichte studiert. Danach hat er sich wieder der freien Wirtschaft zugewandt. Bei Ford erarbeitet er Softwaresysteme für die deutschen Händler - eine Tätigkeit, die Zuhören, Analysieren und Umsetzen beinhalte, wie er erläuterte, so wie dies an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Politik und Bürgern auch nötig sei.
Der SPD beigetreten ist Düker im Jahr 2000 in Hannover, wo er im Stadtteil List dem Vorstand mit angehörte. 2007 zog er mit seiner Familie wieder nach Großburgwedel. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Im Rahmen seiner Parteitätigkeit kandidierte für den Orts- und für den Stadtrat. 2012 übernahm Düker den Posten des Fraktionsvorsitzenden, der es ihm ermöglichte, erste Kontakte mit der Verwaltung auf fachlicher Ebene aufzunehmen.
Als künftige Aufgaben im Auge behalten wolle er den demographischen Wandel, sagte der Kandidat. Dem müsse auch in den Ortsteilen gegengesteuert werden mit dem Erhalt des Nahverkehrs und der Infrastruktur. Mehr gebraucht werde bezahlbarer Wohnraum. Wesentliches Anliegen sei auch die Wirtschaftsförderung, nicht nur bei der Gewerbeansiedlung.
Die Stadt solle erste Anlaufstelle für die energetische Sanierung von Häusern und Gebäuden sein, die eine Herausforderung für das örtliche Handwerk darstelle. Ausgebaut werden solle die Bürgerbeteiligung bei Großprojekten der Stadt.
Die anschließende Aussprache brachte zusätzliche Anregungen, wie es in Burgwedel weiter gehen soll. Eingeschlossen war die bereits für den Wahlkampf zugesagte Zusammenarbeit mit den „Grünen“, mit denen Düker viele Themen als deckungsgleich bezeichnete. Wie diese Zusammenarbeit im einzelnen gestaltet werden soll, muss noch geregelt werden.
Susanne Schauwenz-Köhne, die vor Jahren in Isernhagen für das Bürgermeisteramt kandidiert hatte, richtete einen flammenden Appell an die Versammlung. Die Partei solle – auch nicht durch verbale Unvorsichtigkeiten – keinen Zweifel an der Wahl des Kandidaten aufkommen lassen. „Unterstützt ihn“, forderte sie, „leichter hatten wir es nie!“