SPD Burgwedel ehrte ihre langjährigen Mitglieder

Marco Brunotte und Joachim Rödiger bei der Ehrung von Kurt Winkelmann. (Foto: Renate Tiffe)

Brunotte: „Man darf auch mal mit der Partei schimpfen“

KLEINBURGWEDEL (ti). Die Ehrung langjähriger Mitglieder gehört zum guten Ton bei den Parteien. In Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Marco Brunotte ehrte die SPD Burgwedel mit Kurt Winkelmann und Tom Rutert-Klein zwei Sozialdemokraten, die der Partei schon seit 40 Jahren angehören.
Vier weitere Mitglieder waren verhindert als sich die „Genossen“ zur feierlichen Runde mit einem gemeinsamen Essen im Kleinburgwedeler Schützenkrug trafen.
Es ist unterschiedlich wie die Parteien bei den Ehrungen vorgehen. Bei den Burgwedeler Sozialdemokraten ist es mittlerweile guter Brauch, das Jahr mit einem gemeinsamen Essen abzuschließen und vorher langjährige Mitglieder auszuzeichnen.
Die Ehrungen haben eine große Bedeutung für die älteste Partei Deutschlands mit ihrer mehr 150-jährigen Geschichte betonte Brunotte, der stets einen Rückblick auf die Zeit des Parteieintritts vermittelt. Um 1974 das seien nach dem Rücktritt von Willi Brandt „unheimlich politische Jahre“ gewesen, in denen stark polarisiert wurde. Kurt Winkelmann, damals 39 Jahre alt, entschied sich für die Partei, die seiner Grundüberzeugung entsprach.
Nach der Regierungsbildung der Großen Koalition, so gestand er, sei er jedoch beinahe ausgetreten, weil er die Interessen der Arbeiter und Rentner nicht genug vertreten sah. „Gut dass Du geblieben bist“, begütigte Brunotte. „Man darf auch mal mit der Partei schimpfen.
Der schmerzliche Wechsel von Brandt zu Helmut Schmidt habe ihn in der Meinung bestärkt „jetzt braucht dich die SPD“, bekannte Tom Rutert-Klein, der sich von da an bei den Jusos engagierte. Mehrere Spitzenpolitiker habe er im Studium und danach begleitet, so Oskar Lafontaine für den er den Bundestagswahlkampf mit bestritten habe.
„Wahlkampf, das konnte ich“, so der 56-Jährige, der einst in Isernhagen bei der Kommunalwahl gegen Arpad Bogya angetreten ist und beachtliche 43,3 Prozent (Extra – Beifall!) der Stimmen für die SPD geholt hatte. Seit 2008 ist er nun Abteilungsleiter für Sozialversicherung und ambulante Gesundheitsvorsorge im Sozialministerium in Mainz – immer noch mit dem ersten Wohnsitz in Burgwedel. Er wäre wohl nicht abgeneigt, eine ähnliche Position in einem der niedersächsischen Ministerien zu bekleiden.
Die persönlichen Erinnerungen sorgten für genügend Gesprächsstoff beim anschließenden Grünkohl-Essen - das besonders mundete, nachdem der Parteivorsitzende eine Pause über das Jahresende angekündigt hatte. 2014, so Joachim Roediger sei für die Burgwedeler SPD ein Jahr mit gleich mehreren „Jahrzehnte-Themen“ gewesen.