SPD Burgwedel auf der Suche nach neuem Profil

Die Burgwedeler SPD nominierte Marco Brunotte, stehend, zu ihrem Landtagskandidaten. Jochen Rödiger, rechts, wurde von den Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Führungswechsel: Jochen Rödiger-Usselmann löst Karin Beckmann ab

ENGENSEN (hhs). Am Dienstag dieser Woche hatte der SPD-Ortsverein Burgwedel zu seiner Mitgliederversammlung in den „Alten Posthof“ in Engensen eingeladen. Im Mittelpunkt der Tagesordnung standen Neuwahlen zum Vorstand.
Die bisherige erste Vorsitzende Karin Beckmann hatte zuvor angekündigt, dass sie nicht wieder für dieses Amt kandidieren wollte. 32 Mitglieder einschließlich Vorstand des Ortsvereins hatten sich eingefunden. Kurz vor der Versammlung hieß es von vielen Genossen, gewissermaßen „unter der Hand“, man wolle an diesem Abend nun einen Schlussstrich ziehen und die Auseinandersetzungen ein für alle Mal beenden.
Karin Beckmann eröffnete die Sitzung und schlug vor, die Vorstandswahlen vorzuziehen, damit die Mitglieder anschließend genug Zeit und Lust hätten zum Diskutieren. Sie wünschte sich, es solle an diesem Abend keine hitzigen Diskussionen geben um die Neubesetzung des Vorstands.
Dann bemerkte Karin Beckmann, dass sie den unumgänglichen Punkt „Entlastung“ auf der Tagesordnung vergessen hatte und kommentierte dieses so: „ich habe diesen Punkt vergessen. Es gibt also gute Gründe, dass ich nicht wieder antrete“. Anschließend hielt Lothar Urban den Kassenbericht.
Urban war eigentlich schon Anfang des Jahres von seinem Amt als Kassenwart zurück getreten, weil er es nicht mehr verantworten wollte, dass das Parteihaus in Großburgwedel eine hochgradig defizitäre Einrichtung ist. „Wir haben wegen des Hauses zu viele Ausgaben, die wir mit unseren Einnahmen nicht finanzieren können. Wir müssen alle meinen Nachfolger anspornen, diese Situation zu verändern“, sagte er. Er selbst stehe zwar weiter für die Vorstandsarbeit zur Verfügung, lehne aber das Amt des Kassierers ab. Auf der Basis des Kassenberichts und des Urteils der Revisoren erteilte die Versammlung dem Vorstand die Entlastung.
Die Vorstandswahlen leitete Karin Beckmann mit einem kurzen Statement zur eigenen Person ein: Der SPD-Ortsverein und sie als dessen Vorsitzende hätten zwei turbulente Jahre hinter sich. Sie selbst aber habe erkennen müssen, dass ihr Vollzeitberuf, die Kinder und die Vorstandsarbeit ihr nicht ausreichend Zeit ließen, sich genügend einzubringen. Auch die Streitigkeiten im Ortsverein hätten sie viel Kraft gekostet. „Die Verantwortung, dass alles läuft, ist mir zu groß geworden“. Dann schlug sie namens des Vorstands Hans-Joachim Rödiger-Usselmann vor.
Der designierte Kandidat, der auch Mitglied im Rat der Stadt Burgwedel ist, machte keine langen Worte: Er stellte sich kurz als Jochen Rödiger vor und sei 63 Jahre alt, jeweils 40 Jahr Mitglied in der SPD und GEW, sei Lehrer am Gymnasium Mellendorf. Er sei ein Kind der Zeit Willy Brandts. Die Frage sei: Was könne er einbringen als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins? Zum einen viel Zeit, denn im kommenden Jahr werde er in den Vorruhestand gehen, zum anderen eine veränderte Diskussionskultur und zum Dritten ein anderes Bild von der SPD in der Stadt und in den Medien. Dazu brauche er aber die Unterstützung der Genossen. „Ich bin dabei auf Eure Kooperationsbereitschaft angewiesen. Wir brauchen bessere Kommunikation zwischen Rat, Fraktion und Ortsverein“, sagt er.
Er wurde anschließend mit 31 Stimmen bei einer Enthaltung gewählt. Zu seinen beiden Stellvertretern wurden Bedri Özdemir und Heiko Lick bestimmt. Beauftragte für Finanzen, wie das Amt einer Kassenwartin laut Satzung der SPD heißt, wurde Karin Beckmann. Ein Schriftführer wurde an diesem Abend in der Versammlung nicht gefunden.
Auch der Posten eines so genannten Mitgliederbeauftragten ist weiter vakant. Um ihn wählen zu können, muss dieses Vorstandsamt zunächst in der Satzung formuliert werden. Schließlich waren noch Beisitzer zu wählen: Heidrun Schümer, Traudi Trolinveaux, Markus Zaepke, Axel Düker, Andreas Strauch, Stefan Nikolaus Bredemeier, Lothar Urban, Joachim Lücke und Rainer Strauch. Zum Schluss nominierten die Mitglieder einstimmig Marco Brunotte als ihren Kandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr.