SPD besuchte den Ziegenhof Schümer in Wettmar

Auf der Weide: Elke Walter (links) mit ihren Ziegen und den Besuchern von „Burgwedel begegnen“. (Foto: Renate Tiffe)
 
Urig: Das Verkosten der Hofprodukte in der Scheune des Ziegenhofes Schümer. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - Ein Besuch im Rahmen der Reihe „Burgwedel entdecken“

WETTMAR (ti). Seit vielen Jahren führt die SPD in den Sommerferien die Reihe „Burgwedel entdecken“ durch. Besichtigt werden Betriebe und Einrichtungen, es wird auf Entwicklungen aufmerksam gemacht.
Diesmal hatte die Vorsitzende der SPD Wettmar, Heidrun Schümer, zu einem Besuch des Ziegenhofs eingeladen. Etwa 15 Interessierte hatten sich eingefunden.
Seit 2005 gibt es den landwirtschaftlichen Kleinbetrieb mit Käserei und Direktvermarktung am nördlichen Ostrand von Wettmar. Entstanden ist mittlerweile ein veritabler Betrieb mit einer beachtlichen Hofanlage und drei Hektar Wiese im Außenbereich.
Ursprünglich von Vater Jürgen Schümer als Reiterhof geplant, hat sich die Tochter Elke Walter für die Haltung der ganz anders gearteten Tiere entschieden. Der Hof trägt dennoch den Namen „Ziegenhof Schümer“.
43 Muttertiere der Rassen Weiße deutsche Edelziegen und Thüringer Waldziegen sorgen für den Betriebserfolg. Obwohl die Zahl der Tiere für hiesige Verhältnisse relativ groß erscheint, spricht die Inhaberin von einem Kleinbetrieb. Weiter im Norden gebe es Bestände von 200 bis 300 Ziegen, in Frankreich und Spanien werden sogar oft 3.000 bis 5.000 Tiere gehalten.
Es ist ein reiner Familienbetrieb den die gebürtige Wettmarerin führt. Vieles dabei ist Marke Eigenbau wie zum Beispiel der Melkstand, den Elke Walter als erstes vorführt. Jeden Tag melken, sonntags und feiertags. Das bedeutet für sie selbst eine durchdachte Organisation, zumal es sich um Tiere mit ausgeprägten Eigenarten handelt.
Der Umgang mit ihnen verlangt offenbar viel Psychologie. Elke Walter erzählt lächelnd davon. Ziegen sind streitsüchtig und futterneidisch. Mehr davon berichtet sie vor dem offenen Laufstall in dessen hinteren Bereich sich die Ablammboxen befinden.
Es passiere schon einmal, dass die eine Ziege der anderen die frischgeborenen Lämmer klaut. In den ersten Stunden komme es auf die Mutter-Kind-Bindung an. Die Lämmer, bis zu 75 an der Zahl, bleiben bei den Müttern bis, ja bis die Mehrzahl von ihnen geschlachtet werden muss. Eine Diskussion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern schließt sich an, um den Transport, der nur bis nach Celle geht, und die weitere Behandlung der Tiere.
Bis dahin war noch keine Ziege zu sehen, bis auf die drei Böcke, die weit hinten in einem Extra-Gatter - scheinbar friedlich - gemeinsam grasten. Als Elke Walter das Tor zur Weide öffnet geschieht eine Art von Invasion. Dicht aneinander gereiht stürzen fast fünfzig Ziegen über die leichte Anhöhe auf die Besucher zu, machen dann aber doch rechtzeitig Halt. Nur Tessa, die Älteste unter ihnen, die ihr Gnadenbrot auf dem Hof genießt, traut sich unter die Besucher. Ziegen sind so neugierig weiß ihre Besitzerin.
Neugierig sind schließlich auch die Besucher auf die Produkte des Hofes. Drei Sorten werden in der betriebseigenen Käserei selbst hergestellt, Schnittkäse, Frischkäselaiber und Streichkäse. Urig auf Heuballen in der Scheune sitzend, lassen sich die Gäste gern zu einer Verkostung einladen. Nicht unwahrscheinlich, dass der – die - eine oder andere als Kunde im Hofladen wiederkehrt.