Späte Anerkennung durch die Stadt Burgwedel

Integrationsarbeit schon, als der Begriff noch gar nicht geläufig war: Regina Rother (v.l.) Hannelore Vicum und Karin Knauth wurden in der jüngsten Burgwedeler Ratssitzung für ihr vormaliges langjähriges ehrenamtliches Engagement bei der Hausaufgabenhilfe an der Grundschule Grossburgwedel geehrt. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - Ehrung für die Frauen der vormaligen Hausaufgabenhilfe

GROSSBURGWEDEL (ti). Eine späte Anerkennung wurde den Frauen der Hausaufgabenhilfe zuteil. In der Ratssitzung in dieser Woche ehrte der Bürgermeister Regina Rother, Hannelore Vicum und Karin Knauth für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement an der Grundschule Grossburgwedel.
Stellvertretend für alle anderen nahmen sie die Blumensträuße und den Dank der Stadt entgegen für die geleistete „tolle“ Aufgabe, wie Bürgermeister Axel Düker lobte.
Im Jahr 1996 als die erste Flüchtlingswelle über Burgwedel hinweg rollte, kamen auf Initiative der früheren Ratsfrau Rosemarie Visel freiwillig Frauen zusammen, die Flüchtlingskindern bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben halfen.
„Wir haben schon Integrationsarbeit geleistet, als der Begriff noch nicht so gängig war“, sagte die Sprecherin Regina Rother einmal. Mit Beginn der Ganztagsschule in Großburgwedel war das Engagement der Frauen dann nicht mehr gefragt.
Vor den Sommerferien 2014 hatte es nicht einmal eine offizielle Verabschiedung gegeben. Richtig gewürdigt worden ist die Arbeit der Gruppe eigentlich nie - weder von der Schule noch von der Stadt.
Die Gruppe hatte sich selbst organisiert und wenig Aufhebens davon davon gemacht, dass jeweils von Montag bis Donnerstag nach den Unterrichtsstunden mehrere Frauen für die ausländischen Kinder da waren, um ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen. Lange Zeit hatte es Schwierigkeiten mit den Räumen gegeben.
2001, nach dem Ausscheiden von Rosemarie Visel, hatte Regina Rother aus Kleinburgwedel die Organisation in die Hand genommen. Damals waren 15 Frauen tätig. Der Bedarf an Sprachförderung sei zwischenzeitlich so groß gewesen, dass sich 30 Helferinnen zur Verfügung gestellt haben, erinnerte sie sich. Zwar hatte es einen Flyer und eine Homepage gegeben, aber öffentlich zur Kenntnis genommen wurde die Arbeit nicht.
„Die größte Anerkennung haben wir von früheren Schülern bekommen“, bemerkte die Burgwedelerin. Zu manchen bestehen heute noch Kontakte. „Wir haben einfach nur immer weiter gemacht. Es ging ja um die Kinder.“
Zur Ehrung durch die Stadt hatte es keine eine schriftliche Einladung gegeben und es wurde auch nicht weiter nach der besonderen Tätigkeit gefragt. Den Antrag hatte die CDU/FDP-Gruppe gestellt, nachdem SPD-Ratsherr Bedri Özdemir im Großburgwedeler Ortsrat eine entsprechende Anregung gegeben hatte.