Sonne, Sommer satt

Dora Heldt (r.) las aus ihrem neuen Buch „Sommer. Jetzt!“ sonnige Geschichten, die beim Publikum sehr gut ankamen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Eine humorvolle Lesung mit Bestsellerautorin Dora Heldt

GROSSBURGWEDEL (bgp). Die kleinen Alltäglichkeiten sind es, die Dora Heldt mit ihrer Fabulierkunst in humorvolle Geschichten und Kolumnen umzuwandeln vermag. Eine Probe ihres Könnens lieferte die bekannte Bestsellerautorin bei ihrer Lesung am vergangenen Mittwoch im ausverkauften Großburgwedeler Amtshof. „Ich freue mich sehr, dass sie trotz des Wetters und des Grillens, aber vor der Fußball-WM gekommen sind“, zollte Heldt ihrem Publikum zur Begrüßung Respekt und hatte die Lacher gleich auf ihrer Seite.
Vor der Lesung einiger Kolumnen stellte die Autorin gleich klar, dass sie selbst bekennender Urlaubsmuffel sei und als gebürtige Sylterin am liebsten den Sommer auf ihrer Heimatinsel verbringe. „Der Vorurlaubsstress...“, merkte sie an und nahm die Gäste mit zu den Reisevorbereitungen einer Frau, die zwei Wochen vor der Abreise feststellt, dass ihr Koffer zu groß, zu klein, oder mit einem kaputten Schloss versehen ist. Im rasch abtelefonierten Freundeskreis das gleiche Elend. Also muss ein neuer Koffer her. Zusätzlich sind neue Flip-Flops und ein Ersatz für den ausgeleierten Badeanzug und das ranzige Sonnenschutzmittel nötig. Fazit ist ein dreißig Kilogramm schwerer Koffer für eine Woche Urlaub.
Passend zur erklärten Lieblingsjahreszeit der Autorin präsentierte sie vor den großen Ferien ihr neuestes Buch „Sommer. Jetzt!“, das sicher bei vielen der überwiegend weiblichen Gäste des Abends seinen Weg in den Urlaubskoffer finden wird. Das Publikum vergnügte sich bei der Geschichte um Charlotte und Heinz, der mit aller Gewalt versuchte, seine „drei Winterkilos“ in den Bund der leichten Sommerhose zu zwängen. Der Ruf nach der bequemen Wintercordhose verhallte ungehört und ließ ihn verzweifelt mit einer Jogginghose bekleidet im Garten auflaufen, um seiner Gattin beim Rangieren des Strandkorbes behilflich zu sein. Die Schilderung des Blickes von Charlotte auf die zu hoch gezogene Hose ihres Mannes, der noch ein Hemd darüber hängen ließ, löste Lachkrämpfe in den Stuhlreihen aus. Offenbar hatte die Geschichte einen hohen Wiedererkennungswert.
Heldt, die neben zahlreichen bereits verfilmten Romanen zwei Krimis geschrieben hat, wagt sich mit „Drei Frauen am See“ auch an ernstere Themen. Das Buch erscheint Ende August und beschreibt eine über zwanzig Jahre währende Jugendfreundschaft unter vier Frauen, die durch einen Streit fast zu Ende ist. Erst der Tod von Marie lässt die übrigen drei zwangsläufig wieder Kontakt aufnehmen.